An der Ostsee schließen reihenweise Hotels und Restaurants. Steigende Kosten und weniger Gäste bringen Betriebe in Not. Die Arbeitslosenzahlen steigen dramatisch.
München – Leere Strandkörbe, geschlossene Hotelportale, dunkle Restaurantfenster – an der Ostsee herrscht Krisenstimmung. Was einst als Deutschlands beliebteste Urlaubsregion galt, erlebt gerade eine dramatische Schließungswelle. Traditionsreiche Familienbetriebe, die jahrzehntelang Urlauber verwöhnten, müssen aufgeben.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Schleswig-Holstein sank die Zahl der rund 1.800 Mitgliedsbetriebe im Hotel- und Gaststättenverband 2025 um 130 Unternehmen – ein Minus von sieben Prozent, berichtet die Bild-Zeitung. Axel Strehl, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Schleswig-Holstein, bringt es auf den Punkt: „So ein schlimmes Jahr habe ich noch nicht erlebt.“
Schließungswelle an der Ostsee: Hotels und Restaurants kämpfen ums Überleben
In Mecklenburg-Vorpommern sieht es nicht besser aus. Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Mecklenburg-Vorpommern, erklärt: „Im Vergleich zu 2019, also vor Corona, brachen die Umsätze im ersten Halbjahr 2025 um 17,4 Prozent ein.“ Besonders bitter: „Oft sind selbst Familienbetriebe betroffen, die es schon jahrzehntelang gab“, so Schwarz weiter zum Nordkurier.
Die Gründe für das Hotelsterben sind vielfältig. Steigende Kosten für Energie und Lebensmittel belasten die Betriebe an der Ostsee massiv. Gleichzeitig bleiben die Gäste weg – viele Deutsche sparen auch beim Urlaub und bei Restaurantbesuchen. Zusätzlich spielte das Wetter eine Rolle: Der Sommer 2025 war geprägt von wechselhaftem Wetter, zum Teil auch Regen und kühlen Temperaturen.
Dramatische Zahlen aus beiden Bundesländern: Gestiegene Kosten treffen auf weniger Gäste
Die Schließungen haben direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahlen in der Tourismusbranche stiegen und viele kleinere Gaststätten und Hotels sahen sich gezwungen, ihre Türen dauerhaft zu schließen. Trotz der düsteren Aussichten gibt es auch positive Signale: Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Zuwachs von 2,6 Prozent bei den Gästeankünften, wie das ZDF berichtete. In Schleswig-Holstein wird die Tourismusstrategie 2025 evaluiert, die eine Steigerung des Bruttoumsatzes um 30 Prozent anstrebt.
Die Ostsee-Region steht vor einem Wendepunkt. Ob die traditionsreiche Tourismusbranche die Krise übersteht, hängt von schnellen politischen Maßnahmen und einer Erholung der Nachfrage ab. (Quellen: Bild, Nordkurier, ZDF) (kiba)