Eine Silvesterparty in der Schweiz endete in einer Tragödie. Nun laufen die Ermittlungen. Im Fokus steht unter anderem eine Treppe, die einst wohl umgebaut wurde.
Crans-Montana – 40 Tote forderte die Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana. Wie die Polizei am Sonntag (4. Januar) mitteilte, haben die Behörden inzwischen 24 Todesopfer identifiziert. Darunter befinden sich 18 Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 14 bis 31 Jahren. Zudem seien sechs weitere, ebenfalls teilweise minderjährige Opfer aus dem Ausland identifiziert worden. Gegen die französischen Barbesitzer wird ermittelt.
Gian Lorenzo Cornado, italienischer Botschafter in der Schweiz, sprach von einer „absurden und vermeidbaren Tragödie“. Das Feuer habe sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ausgebreitet, sagte er zu Rainews24. Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar ins neue Jahr feierten.
Verdacht auf fahrlässige Tötung – Ermittlungen gegen Barbetreiber in Crans-Montana laufen
Die Schweizer Justiz nahm Ermittlungen gegen die beiden Betreiber der Bar auf. Es bestehe der Verdacht auf „fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst“, teilte die Staatsanwaltschaft in Wallis am Samstag (3. Janaur) mit. Das aus Frankreich stammende Paar erklärte gegenüber Schweizer Medien, alle Vorschriften seien stets eingehalten worden.
Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Unter anderem soll untersucht werden, ob etwa das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach.
Wie aus einem Bericht von La Repubblica hervorgeht, sollen die französischen Barbetreiber offenbar häufig Schwierigkeiten gehabt haben, die Miete für die Räumlichkeiten zu zahlen. Eine Gegenmaßnahme sei gewesen, die Anzahl der Tische im Erdgeschoss zu erhöhen. „Um das zu erreichen, haben sie die Treppe, die in den Keller führt, um mehr als die Hälfte verengt. Die alte zentrale Treppe wurde zu einem etwas mehr als einen Meter breiten Abstieg: Es ist unmöglich zu fliehen, wenn sich dort unten Hunderte von Menschen drängen“, so die Worte eines Stammgastes der Bar zu der italienischen Zeitung.
Als die Barbesucher vor den Flammen flüchteten, war es auf einer engen Treppe zu erheblichem Gedränge gekommen. Einige Überlebende konnten nur noch an den hochgestreckten Händen aus der Menge gezogen werden, wie Helfer berichteten. Brandschutzexperten haben unter anderem infrage gestellt, ob die Bar genügend Notausgänge hatte. Dazu äußerte sich in den vergangenen Tagen bereits ein weiterer Stammgast. (Quellen: dpa, AFP, Rainews24, La Repubblica) (mbr)