Bürgergeld-Empfängerin und Freunde geben 2600 Euro aus – All-Inclusive-Reise in die Türkei gebucht

  1. Startseite
  2. Verbraucher

Kommentare

Eine Mannheimerin mit schwieriger Vergangenheit erfüllt sich einen Traum. Ihr erster Urlaub steht an – trotz Bürgergeld und Privatinsolvenz.

Mannheim –  Eine Bürgergeld-Empfängerin aus der RTLZWEI-Serie „Hartz und herzlich“ hat eine Entscheidung getroffen, die auf den ersten Blick paradox erscheint. Beate aus Mannheim lebt mit einem monatlichen Regelsatz von nur 563 Euro und befindet sich gleichzeitig in der Privatinsolvenz – eine Kombination, die normalerweise wenig Spielraum für größere Ausgaben lässt. Dennoch hat sie sich zu einem kostspieligen Schritt entschlossen, der mehr als einem ganzen Monatseinkommen entspricht.

Für den lang ersehnten Urlaub hat Beate lange gespart. © Collage Anadolu Agency/IMAGO - Screenshot/RTL2

Gemeinsam mit ihren Freundinnen Mel und Nana sowie Mels Sohn hat die Bürgergeld-Empfängerin eine All-Inclusive-Reise in die Türkei gebucht. Der Gesamtpreis der einwöchigen Reise für die vier Personen beträgt 2694 Euro – Beates Anteil liegt bei mindestens 670 Euro. „Ich freue mich, das ist mein allererster Urlaub!“, erklärt sie in den aktuellen Folgen der Sendung. Nach eigenen Angaben habe sie drei Jahre lang für diese Reise gespart, doch wie sie das Geld trotz ihrer schwierigen finanziellen Lage zurücklegen konnte, verrät sie nicht.

Empfänger von Grundsicherung dürfen mit Genehmigung bis zu drei Wochen pro Jahr verreisen

Grundsätzlich haben auch Menschen im Bürgergeld-Bezug das Recht auf Urlaub. Die gesetzlichen Bestimmungen erlauben es Leistungsberechtigten, mit vorheriger Zustimmung des Jobcenters für maximal 21 Kalendertage pro Jahr nicht erreichbar zu sein, so die Bundesagentur für Arbeit.

Die Erreichbarkeitspflicht gilt an allen Werktagen und bedeutet, dass Bürgergeld-Empfänger kurzfristig zu Terminen erscheinen oder Bewerbungsgespräche wahrnehmen können müssen. Das Jobcenter prüft bei Urlaubsanträgen, ob in dem geplanten Zeitraum wichtige Maßnahmen oder Termine anstehen. Liegen keine Hindernisse vor, wird die Zustimmung zur Nichterreichbarkeit normalerweise erteilt.

Ohne diese Genehmigung drohen ernsthafte Konsequenzen: Der Anspruch auf Bürgergeld entfällt vollständig, bereits gezahlte Leistungen müssen zurückerstattet werden, und auch die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wird eingestellt. Für Wochenendausflüge oder kurze Abwesenheiten benötigen Betroffene hingegen keine Genehmigung, müssen aber sicherstellen, dass sie Mitteilungen des Jobcenters rechtzeitig zur Kenntnis nehmen.

Schwere Vergangenheit prägte das Leben der „Hartz und Herzlich“-Protagonistin

Beates Lebensgeschichte ist von verschiedenen Herausforderungen geprägt: aufgewachsen im Heim, Gewalterfahrungen in Jugendzeiten. In früheren Folgen sprach sie offen über ihre überwundene Alkoholabhängigkeit: „Ich habe jeden Tag wirklich drei Flaschen Wein getrunken. Rotwein war das“, berichtete sie bei RTL2. Gleichzeitig leide sie unter Depressionen, deren Symptome sich nach dem Alkoholentzug verstärkt hätten. „Obwohl ich Medikamente nehme, geht es mir manchmal nicht gut. Dann bin ich mit allem überfordert. Habe keine Lust, will auch morgens gar nicht raus“, so Beate.

Ihre Bürgergeld-Erfahrungen interessieren uns!

Haben Sie persönliche Erfahrungen mit dem Bürgergeld gemacht – positive wie negative? Teilen Sie sie mit unserer Redaktion und helfen Sie anderen Leserinnen und Lesern mit Ihren Erlebnissen. Schreiben Sie uns einfach an folgende E-Mail-Adresse: panorama-verbraucher@redaktion.ippen.media

Laden Sie sich hier kostenlos unseren Bürgergeld-Ratgeber herunter.

Während ihrer schwierigsten Zeit erhielt sie Unterstützung von ihrer Freundin Ela: „Die kam jeden Tag, und jeden Tag war ich betrunken. Ich muss auch sagen, die Kinder waren nicht versorgt, das hat alles die Ela gemacht.“ Beates Kinder haben ebenfalls aktuell keine Arbeit – eine zusätzliche Belastung für die Mannheimerin. „Ich für mich hätte mein Leben anders in den Griff bekommen können. Ich hätte arbeiten können. Die Gelegenheit, eine Lehre zu machen, hatte ich so oft. Das sind alles Sachen, die ich bereue, nicht gemacht zu haben, weil ich meinen Kindern das praktisch vorlebe.“ (Quellen: RTL+, RTL2, Bundesagentur für Arbeit) (jaka)

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel oder ähnliche Erfahrungen gemacht? Haben Sie Fehler entdeckt? Schreiben Sie direkt an unsere Autorin/unseren Autor – die Kontaktdaten finden Sie im Autorenprofil.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/verbraucher/buergergeld-empfaengerin-gibt-600-euro-aus-all-inclusive-reise-in-die-tuerkei-gebucht-94111440.html