900 Meinungen zu Freisings Stadtentwicklung: Das wünschen sich die Menschen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Kommentare

Buntes Meinungsbild: Johanna Heidler vom Stadtplanungsamt sammelte die Ideen der Ausstellungsbesucher und formulierte auch ein eigenes Anliegen. © Lehmann

Die Stadt wollte es wissen: Wie soll sich Freising weiterentwickeln, lautete die Frage, die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Ausstellung beantworten sollten. Herausgekommen ist ein wahrhaft buntes Meinungsbild.

Freising – „Freising, what‘s next?“ hieß die Ausstellung, die im März im Lindenkeller zu sehen war und zum Mitmachen inspirierte. „Sie bietet die Möglichkeit, durch die Stadtentwicklung zu spazieren und darüber nachzudenken, wo wir hinwollen“, hatte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zum Auftakt erklärt. Und etliche Menschen waren seinem Aufruf gefolgt. Insgesamt wurden über 2000 Besucherinnen und Besucher gezählt, die sich in vier Themenblöcken – „Perspektiven“, „Vielfalt“, „Frische Luft“ und „Zusammenleben“ – über die städtebaulichen Planungen und Projekte in Freising informierten haben. „Ein voller Erfolg“, resümiert Stadtbaumeisterin Barbara Schelle.

Triebfeder für die Werkschau ist der geplante neue Flächennutzungsplan, der den bisherigen, der nun schon seit 1998 existiert, ersetzen soll. In der Ausstellung konnten die Besucherinnen und Besucher auf verschiedene Weise ihre Meinung kundtun und so einen wichtigen Beitrag zur strategischen Ausrichtung der Stadt leisten. Dabei wurden alleine auf einer Kommentarwand fast 900 Posts hinterlassen.

Das Meinungsbild, das sich dabei zusammensetzte, war nicht nur aufgrund der grünen, gelben, blauen und violetten Post-its bunt. Sichere Radwege wurden etwa mehrfach gefordert – zur Realschule Gute Änger, nach Garching oder entlang der Erdinger Straße, wo gerade erst ein vielbeachteter Verkehrsversuch gescheitert ist: „Der Radweg muss wieder her!“, stand auf einem Zettel mit drei Ausrufezeichen. Bezahlbares Wohnen und nachhaltiges Bauen als städtische Verpflichtung wurden ebenfalls mehrfach gefordert.

Johanna Heidler vom Stadtplanungsamt im Rahmen der Ausstellung „Freising, what‘s next?“
Wo ist es in Freising besonders schön, und wo könnte die Stadt noch lebenswerter gestaltet werden? Anhand von Klebepunkten konnte die Bevölkerung dazu ihre Sicht darlegen. © Lehmann

Besonders häufiges Thema war die Innenstadt. Dort wurden zum einen weniger Autos beziehungsweise gleich eine Fußgängerzone gefordert, zum anderen wünschen sich die Menschen mehr Grün, oder wie es einer unmissverständlich formulierte: „Die Innenstadt braucht mehr Bäume!“

Auf einem großen Luftbild des Stadtgebiets konnten sich die Ausstellungsbesucher ebenfalls austoben. Dort konnte mit bunten Klebepunkten auf schönere, aber auch auf weniger erbauliche Flecken hingewiesen werden. Grün stand so für Orte, die gerne aufgesucht werden, gelb für Plätze, die verbessert werden sollten, blau für Flecken, die grundsätzlich beliebt sind, aber Pflege und Aufmerksamkeit bräuchten. Am Ende wurden mehr als 1400 solcher Zeichen positioniert, wie Schelle mitteilte.

Abstimmung: Die Besucher der Ausstellung konnten mit Styroporkugeln für die Bade-Hotspots Pullinger See (l.) oder Fresch (r.) abstimmen.
Mit Styroporkugeln konnten die Besucher für die Bade-Hotspots Pullinger See (l.) oder Erlebnisbad fresch (r.) abstimmen. © Lehmann

Dass dabei die Farbe blau in allen Himmelsrichtungen des Bildes prominent vertreten waren, zeigt: Die Menschen lieben ihre Stadt. Da jedoch zugleich rege von den Farben Gelb und Grün Gebrauch gemacht wurde, lautet die Botschaft ans Rathaus auch: Es ist noch einiges zu tun, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

Dass die Stadt die Anregungen der Ausstellungsbesucher ernst nimmt, ist Schelle wichtig zu betonen: „Diese Art der Bürgerbeteiligung ist ein wichtiges Element bei der Stadtentwicklung und auf dem Weg hin zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans. Alle Hinweise, Kommentare und Vorschläge werden von uns nun protokolliert, systematisiert und im weiteren Planungsverlauf berücksichtigt.“ Dabei setzt die Stadtbaumeisterin weiter auf Transparenz: „Aufgrund der großen Resonanz planen wir auch, die Ausstellung und eine Zusammenfassung der eingegangenen Hinweise im Internet zu veröffentlichen.“

Auch interessant

Kommentare