„Echter Pfundskerl mit großem Herzen“: Tiefe Trauer um Anton Hudler-Oswald (35) aus Moosburg

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Treuer Anhänger der Narrhalla: Anton Hudler-Oswald, Sohn der bekannten Moosburger Geschäftsfamilie, ist im Alter von 35 Jahren gestorben. © Narrhalla

Er hat sich stets für sein Umfeld und andere stark gemacht. Nun hat der Moosburger Anton Hudler-Oswald (35) seinen eigenen Kampf verloren. Ein Nachruf.

Moosburg – Als Anton Hudler-Oswald am Gründonnerstag auf der Intensivstation des Uniklinikums Regensburg für immer seine Augen schließt, ist er nicht von Ärzten umringt. Sondern von Familienmitgliedern und Freunden – insgesamt 20 Personen. Wie es trotz strikter Regeln so viele an sein Bett geschafft haben, wundert selbst die Angehörigen. Dass so viele kamen, um den 35-jährigen Moosburger am Ende zu begleiten, ist keine Überraschung. Dafür hat Anton Hudler-Oswald zeitlebens die Weichen gestellt. „Done war ein Pfundskerl mit einem großen Herzen: immer nett, Missgunst oder Neid kannte er nicht“, sagt sein Trauzeuge Sabahattin Incekalan. „Wenn er jemandem helfen konnte, war er da.“

Sein eigenes Glück hatte der junge Anton schon früh gern geteilt: Im elterlichen Spielwarengeschäft in der Moosburger Herrnstraße lud er regelmäßig Freunde dazu ein, mit ihm an den Ausstellungskonsolen von Nintendo und Co. so lange zu spielen, bis die Mama den Ausknopf drückte. Auch seine Geburtstagsfeiern waren stets Highlights für den gesamten Freundeskreis. Das blieb noch im Erwachsenenalter so, als er regelmäßig zu Festen in die familieneigene Glaserei-Werkstatt lud und sich als großzügiger Gastgeber bewährte.

Schon früh viel Verantwortung übernommen

Dabei war der Spross von Hans und Rosa Hudler-Oswald, der mit den Brüdern Max und Hans junior aufwuchs, alles andere als ein verwöhnter Junior von Geschäftsleuten. „Als Anton acht Jahre alt war, ist sein Vater schwer erkrankt. Er hat schon früh viel Verantwortung im Betrieb übernommen“, erzählt Rosa Hudler-Oswald voller Stolz. Später, als Vater Hans starb, kümmerte sich Anton weiter liebevoll um die Mutter und band sie in seinen Alltag ein. „Er hat mich sogar mit aufs Oktoberfest genommen – mit seinen Freunden, und das nicht nur einmal! Wer macht das schon mit seiner Mama?“, sagt sie und muss mitten in ihrer Trauer lachen.

Dass er sich für andere stark macht, bewies Anton Hudler-Oswald immer wieder. Etwa, als er in der Corona-Krise die heimische Gastronomie unterstützte, indem er Essensgutscheine in Lokalen hinterlegen ließ und Gäste zur Bezahlung nur seinen Namen nennen mussten. Oder als er von der Sammelaktion für kroatische Erdbebenopfer erfuhr und spontan einen Sprinter und Lagerfläche zur Verfügung stellte.

Mit seiner Nadine das große Glück gefunden

2019 lernte Anton Hudler-Oswald dann seine Nadine kennen – und lieben. Mit Reisen und Kulinarik teilten sie die selben Leidenschaften, dazu kamen dann noch ihre geliebten Hunde Balu und Leyla. Am 24. Februar 2024 wurde geheiratet. „Anton war so lebensfroh und einfach ein Sonnenschein, der jeden zum Lachen gebracht hat“, schwärmt Nadine Hudler-Oswald von der schönen, unbekümmerten Zeit.

Doch als das Paar die Flitterwochen auf Bali genießen wollte, tauchten bei Anton Schmerzen auf. Auf die Heimreise folgte eine Schockdiagnose: In der Wirbelsäule hatte sich ein seltener, bösartiger Tumor gebildet – mit geringen Überlebenschancen. „Anton hat gesagt: Ich akzeptiere die Diagnose, aber nicht die Prognose“, erzählt seine Mutter. 2024 verbrachte er über 100 Tage in der Klinik. Dass er ab Juni im Rollstuhl saß, lag daran, dass der Tumor bei der OP nicht ganz entfernt werden konnte. „Sonst wäre er nicht nur ab den Beinen gelähmt gewesen“, sagt Rosa Hudler-Oswald.

An zwei großen Träumen hielt er bis zum Schluss fest

Trotz der schweren Krankheit ließ sich Anton Hudler-Oswald den Lebensmut nie nehmen. Am großen Traum von der eigenen Bar „Hudler‘s 1862“, die er mit seiner Nadine im früheren Laden der Eltern eröffnen wollte, hielt er bis zuletzt fest. Und auch sein Bruder Hans, in dessen Wartenberger Firma Anton als Glaser gearbeitet hatte, hoffte bis zum Schluss, dass sein „bester Mann“ wieder in die Arbeit zurückkehren kann. Doch nun, am Gründonnerstag, hat Anton seinen Kampf gegen den Krebs verloren.

Wenn er am Donnerstag, 24. April 2025, nach der Wort-Gottes-Feier um 14 Uhr in der Moosburger Friedhofskirche St. Michael beerdigt wird, trägt Anton Hudler-Oswald im Sarg eine Narrenkappe und den Elfer-Anzug der Moosburger Narrhalla. Dem Faschingsverein war er tief verbunden, wie auch seine Mutter, die Ex-Prinzessin. Sie erzählt: „Anton wollte selbst Prinz werden, wenn er wieder gesund wird.“

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