Nach Aus für Skandal-Gastronom: Burger King startet an vielen bayerischen Orten mit neuem Betreiber

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Die Freisinger Burger-King-Filiale hat eine Renovierung und einen neuen Betreiber erhalten. Der vorherige Franchisenehmer hatte ein katastrophales Image hinterlassen. Auch andernorts wurden dessen Lokale von neuen Verantwortlichen übernommen. © Forster

Nachdem Burger King einem bayerischen Franchisenehmer zahlreiche Lokale geschlossen hatte, gab es nun diverse Neustarts unter frischer Flagge. Andernorts herrscht weiter Ärger.

Freising – Seit einigen Tagen sind die Türen wieder offen: Das Freisinger Burger-King-Restaurant an den Schlüterhallen hat seit Ende März den Betrieb neu aufgenommen. Die Gäste erwartet dank einer grundlegenden Renovierung ein aufgefrischter Look mit neuer Möblierung, Ausstattung, Lichtdeko und modernen Bestelldisplays. Der noch viel größere Unterschied zum früheren Lokal liegt allerdings hinter den Kulissen: Das Schnellrestaurant an der Münchner Straße hat mit der Systemgastro Südost GmbH auch einen neuen Franchisenehmer in der Verantwortung. Der Betreiberwechsel wurde schon während der Umbauphase äußerst plakativ auf einem Banner beworben und dürfte für viele Liebhaber der Fast-Food-Kette die wichtigste Nachricht sein.

Denn bis Mitte 2023 gehörte der Freisinger Burger King zum Firmengeflecht der Dachauer R.O.I. Gastro Holding. Unter deren Flagge hagelte es nicht nur in der Domstadt immer wieder Kritik an den Speisen und Zuständen im Lokal. Wie unsere Zeitung recherchierte, war das Unternehmen auch an vielen anderen bayerischen Orten öfter mit unappetitlichen Geschäftspraktiken aufgefallen und hatte mit fragwürdigen Geschäftspraktiken von sich reden gemacht. Vor allem die gravierenden Hygienemängel riefen immer wieder Aufsichtsbehörden auf den Plan und beschäftigten sogar die Justiz.

Alter Betreiber sorgte bayernweit für Ärger

Der Einfluss aus der Zentrale von Burger King Deutschland auf die Praktiken vor Ort war lange Zeit offenbar gering. Dann wurden schlagartig fast alle Franchiseverträge mit der Gastro-Holding aufgekündigt: in Erding, Schweitenkirchen, Dasing, Ingolstadt, Hilpoltstein und Straubing. Dass dies mit den Enthüllungen des RTL-Formats „Team Wallraff“ zu tun hatte, in denen unhaltbare Zustände in mehreren Filialen publik gemacht wurden, bestritt der Konzern allerdings. Die Gründe seien „Verstöße gegen Burger King Standards“ gewesen – unabhängig von jeglicher Berichterstattung. Auch die Filialen in Dachau sowie in Freising wurden in der Folge geschlossen.

An einigen der betroffenen Standorten hat Burger King nun mit der in Zimmern ob Rottweil (Baden-Württemberg) sitzenden Systemgastro Südost den Neuanfang vollzogen. Die Gesellschaft firmierte früher als BK-Süd GmbH und schrieb sich damals den Titel „exklusiver Entwicklungspartner mit Expansionsrecht für die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern“ auf die Fahnen. Neben Freising sind auch die Filialen Dachau, Straubing und Ingolstadt (Eriagstraße) von Systemgastro Südost generalüberholt und wiedereröffnet worden. Die Burger-King-Niederlassung in Hilpoltstein wurde vom Gastronomen Klaus Schneeberger übernommen. Weiterhin geschlossen sind derweil die Restaurants in Erding und Dasing.

Während der Neustart in Freising in sozialen Netzwerken und in Online-Rezensionen ein überwiegend positives Echo ausgelöst hat, herrscht 25 Kilometer entfernt im Burger-King-Lokal am A9-Autohof Schweitenkirchen ein komplett anderes Bild.

Dort scheint sich nichts an den Zuständen geändert zu haben, die unsere Zeitung schon im August 2024 schilderte: Damals hatte der Chef der viel kritisierten R.O.I. Gastro Holding, Ronny O., offenbar das Verbot aus der Burger-King-Deutschland-Zentrale ignoriert und unter zweifelhaften Umständen weiter Speisen verkauft. Burger King Deutschland konnte daraufhin „aus rechtlichen Gründen keinen Kommentar abgeben“.

Lob in Freising, Frust in Schweitenkirchen

An den haarsträubenden Gäste-Bewertungen für das Schweitenkirchener Lokal hat sich seither nichts geändert. „Das hat nichts mehr mit Burger King zu tun. Unter aller Sau. Der Whopper wird in normales Backpapier eingepackt“, schimpfte etwa ein Gast vor wenigen Tagen. Eine andere Kundin schrieb: „Bei unserem Besuch heute ist uns sehr vieles fragwürdig vorgekommen!“ Und wieder ein anderer Gast versuchte, andere zu warnen: „Fake Burger King! Finger weg! Ein Stern ist schon zu viel für diesen Betrug!“

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