Dutzende Schiffe legen täglich an: Kleines Gardasee-Juwel kämpft ums Überleben – Streit entfacht

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Eine traumhafte Bucht am Gardasee kämpft ums Überleben. Bis zu 27 Schiffe legen täglich an und ihre Wellen spülen den schönen Strand einfach weg.

Verona – Stellen Sie sich vor: Sie stehen an einem der schönsten Strände Italiens, das kristallklare Wasser des Gardasees glitzert in der Sonne, und plötzlich rauscht ein Passagierschiff vorbei. Die mächtigen Wellen schwappen über den Kiesstrand und spülen ein weiteres Stück des Ufers weg. Was wie ein eigentlich harmloses Urlaubserlebnis klingt, wird zum Albtraum für einen der Strände am Gardasee.

Bucht am Gardasee
Ein Gardasee-Paradies ist in Gefahr: Schiffswellen bedrohen die beliebte Bucht „Il Corno“. (Symbolbild) © Michael Bihlmayer/Imago

Die kleine Bucht „Il Corno“ nahe der Landzunge Punta San Vigilio gilt als ein Juwel des Gardasees. Doch der 400 Meter lange und nur drei bis vier Meter breite Strand kämpft ums Überleben, berichtet Südtirol News. Der Vorwurf der Kritiker wiegt schwer: Bis zu 27 Schiffe legen täglich an der Bucht an, darunter Hochgeschwindigkeitsfähren. Die starken Wellen gefährden die Ufer, schreibt das italienische Nachrichtenportal Corriere del Veneto.

Beliebte Gardasee-Bucht kämpft ums Überleben – 27 Schiffe legen täglich an

Giorgio Castellani, Präsident der Lega Navale Italiana, sendete bereits am 10. Juli eine offizielle Beschwerde an die Gemeinde und Navigarda. Die örtliche Oppositionsgruppe „Garda Futura“ fordert inzwischen eine „Renaturierung“ des Strandes. Der Grund: Frühere Betonarbeiten zur Uferbefestigung schufen künstliche Barrieren, an denen sich die Schiffswellen zusätzlich brechen.

Navigarda-Direktor Alessandro Acquafredda kontert die Vorwürfe mit einem Verweis auf die Rechtslage: Laut ihm gelte das interregionale Gesetz nicht für Schiffe, die planmäßigen öffentlichen Verkehr betreiben. Aus diesem Grund müssten sich die Schiffe nicht an Abstandsbeschränkungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

Ein Gardasee-Paradies ist in Gefahr: Schiffswellen bedrohen die beliebte Bucht

Die Lega Navale beruft sich hingegen auf einen anderen Artikel des Gesetzes. Dieser verpflichtet Schiffsführer öffentlicher Verkehrsmittel, Sicherheitsabstände zu Sportbooten, Segelschulen und Badegästen einzuhalten. Sie müssen Wellenbildung, Sog oder Lärm vermeiden, die Gefahren schaffen können.

Navigarda hat inzwischen alle Beteiligten zu einem Gespräch eingeladen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Castellani schlägt vor, Navigationskorridore mit Bojen zu markieren und Geschwindigkeitsbegrenzungen strenger zu befolgen. Ob der beliebte Strand am Gardasee gerettet werden kann, hängt nun davon ab, ob öffentlicher Verkehr und Naturschutz am Gardasee einen Weg zueinander finden. (kiba)

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