Die Gemeinde Rottach-Egern macht sich auf den Weg, als fahrradfreundliche Kommune mehr Kontur zu gewinnen. Der Gemeinderat hat nun das Konzept Bike & Ride befürwortet. Vom Staat soll es eine erkleckliche Förderung geben.
Erst seit kurzem ist die Gemeinde Rottach-Egern Träger des Siegels fahrradfreundliche Kommune (wir berichteten). Jetzt hat der Gemeinderat mit einem einstimmigen Votum das Konzept Bike & Ride auf den Weg gebracht. Die Idee: Es soll bequem möglich sein, mit dem Rad zur Bushaltestelle zu fahren und es dort bis zur Rückkehr gut gesichert stehen zu lassen.
Bike & Ride-Konzept kostet 116 000 Euro
Wie die Verknüpfung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad gelingen kann, dazu hat sich der Rottacher Fahrradbeauftragte Christian Stadler viele Gedanken gemacht und ein Konzept entworfen. Dessen Umsetzung würde seiner Kalkulation zufolge rund 116 000 Euro kosten.
Bei der Finanzierung kann die Gemeinde auf satte Zuschüsse des Freistaats setzen. Wie Bürgermeister Christian Köck (CSU) im Gemeinderat erklärte, unterstützt die Regierung von Oberbayern die Realisierung von Bike & Ride mit einer Förderung von bis zu 75 Prozent. Somit beliefe sich der Eigenanteil der Gemeinde auf knapp 30 000 Euro. Um den Zuschussantrag einreichen zu können, bedarf es der grundsätzlichen Zustimmung des Gemeinderats zum Konzept. Dies ist mit dem positiven Beschluss nun erfolgt.
Welche Maßnahmen wann in Angriff genommen werden, lässt sich derzeit noch nicht sicher sagen. „Für die Feinplanung haben wir zwei Jahre Zeit“, erklärte Geschäftsleiter Gerhard Hofmann. Erst wenn der Förderbescheid vorliege, gehe es an die Umsetzung.
Großteil noch heuer realisierbar
Fahrradbeauftragter Stadler ist zuversichtlich, dass ein Großteil des Konzepts noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Die zuständige Stelle habe ihm versichert, dass der Antrag innerhalb eines Vierteljahres bearbeitet werde. „Und es hieß, es wäre auch noch Geld im Fördertopf“, erklärt Stadler. Ansonsten werde die Umsetzung um ein Jahr verschoben.
Um die Ist-Situation darzustellen und den Bedarf zu ermitteln, hat Stadler schon viel Vorarbeit geleistet. Aktuell, legt er dar, seien viele ÖPNV-Haltestellen und auch die gemeindlichen Schulbushaltestellen nicht oder nur unzureichend mit Radabstellanlagen ausgestattet. Um dem abzuhelfen, hat die Gemeinde auf seine Empfehlung hin bereits an den Haltestellen Weißach Süd/Nord provisorische Radständer aufgestellt. „Dazu kamen von Eltern und Schülern positive Rückmeldungen.“
Ersetzt Bike & Ride das Eltern-Taxi?
Wenn das Konzept die erhoffte Förderung erhält, werden diese beiden Radabstellplätze an der Weißachbrücke wohl als Erstes mit einer Pflasterung ausgebaut. Aktuell besuchen 99 Jugendliche aus Rottach-Egern das Tegernseer Gymnasium, 63 die Realschule in Gmund. Wenn die Radabstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen optimiert werden, meint Stadler, könne öfter auf das „Eltern-Taxi“ verzichtet werden. Zudem nutzten auch Pendler die Möglichkeit, mit dem Rad zum Bus zu fahren.
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Geplant ist die Installation von einheitlichen Radabstellanlagen in der ganzen Gemeinde. Sie sollen mit einem Logo versehen sein, das die Förderung des Radverkehrs in der Gemeinde sichtbar macht.
Bereits über die Maßen genutzt wird die Radstation am Zentralparkplatz. „Die ist oft überfüllt“, weiß Stadler. In der Folge würden Räder häufig an Bäumen und Laternen angeschlossen. Eine Vergrößerung ist geplant, und auch das Plexiglasdach muss nach einem Hagelschaden erneuert werden.
Am Rathaus entstehen 25 überdachte Stellplätze
Ein Kernstück des Konzepts ist die mit allem Komfort ausgestattete Abstellanlage am neuen Rathaus. Hier sind rund 25 überdachte und beleuchtete Stellplätze vorgesehen, zudem eine Servicestation und drei Ladeboxen für E-Bikes. Die Bushaltestelle bei der früheren Post wird mit einer entsprechenden Beschilderung und Wegweisung ausgestattet.
In Angriff genommen wird dies mit Fertigstellung des Rathauses, das im Herbst 2026 bezugsfertig sein soll. Die weiteren Maßnahmen, hofft Stadler, könnten bereits zum Jahresende 2025 realisiert sein.