Im Süden Walleshausens: Neues Leben für den Bauschutt

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Auf rund vier Hektar soll das Ditsch Recycling Zentrum (DRZ) im Süden Walleshausens entstehen. © Awiplan/BSE Ditsch Bauschutt-Entsorgungs GmbH

In der Gemeinde Geltendorf soll ein Recyclingzentrum entstehen, in dem Schutt von Abbruchhäusern und Straßensanierungen zu neuen Baustoffen verarbeitet wird. Da Rohstoffe knapper und teurer werden, hofft ein regionales Unternehmen hier auf einen neuen erfolgreichen Geschäftszweig.

Geltendorf/Walleshausen - Südlich des zur Gemeinde Geltendorf gehörenden Walleshausen möchte die BSE Ditsch Bauschutt-Entsorgungs GmbH ein Recyclingzentrum für Baumaterialien errichten. Bei einem gut besuchten Informationsabend in der Paartalhalle berichteten Vertreter des Unternehmens, der Planungsbüros und der Gemeinde über das Vorhaben und beantworteten zahlreiche Fragen der Bürgerschaft.

Entstehen soll das Ditsch Recycling Zentrum (DRZ) auf einer vier Hektar großen Fläche südlich von Walleshausen an der Kreisstraße Richtung Kaltenberg. Das Grundstück befindet sich bereits im Eigentum der Firma Ditsch. Hier sollen Bau- und Abbruchmaterialien angeliefert und recycelt werden – „als Abfall rein, als Produkt raus“, so BSE-Geschäftsführer Kurt Wielenbacher. Da natürliche Rohstoffe knapper und teurer würden, sei ein Verkippen der Abfälle eine Verschwendung wertvoller Rohstoffe. Für die Firma Ditsch bedeute das Bauschutt-Recycling ein neues Geschäftsfeld.

Bis hin zu Grünschnitt

Zusätzlich sollen auf dem Gelände Altholz, Rigips-Platten, Fliesen, Ziegel, Keramik, Porenbeton und Grünschnitt – auch von Privatpersonen – angenommen werden. Gelagert werden soll das Material auf Freiflächen und in Hallen, die zwei Meter in den Boden eingesenkt werden, um dem Schallschutz Genüge zu tun. Die Anlage soll von einem Wall umgeben und eingegrünt werden.

Geplant ist die Errichtung einer Brechanlage mit einer Kapazität von 200 Tonnen; sie werde aber nicht jeden Tag laufen. Ein Zuhörer stellte diese Aussage unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit in Frage. Laut Lärmschutzgutachter Thomas Hils rechnet man aber lediglich mit 30 Lastwagen pro Tag, die während der Betriebszeiten von 7 bis 18 Uhr das Gelände anfahren und wieder verlassen werden.

Durch Walleshausen sollen die Lkw nicht rollen, so Wielenbacher. Vielmehr würden die aus Richtung A96 und B17 kommenden Fahrer angehalten, über die Panzerstraße und die Schlossstraße in Kalten­berg zu fahren. „Die Verkehrsbelastung wird gering sein.“ Deshalb sei auch keine gesonderte Abbiegespur von der Kreisstraße geplant, erklärte Andreas Berchtold vom Planungsverband (PV) Äußerer Wirtschaftsraum München. „Es gab zwar Gespräche mit dem Landsberger Landratsamt, aber der Verkehr ist einfach zu gering, um eine Abbiegespur zu rechtfertigen.“

Walleshausen - Standort BSE Ditsch Bauschutt-Entsorgungs GmbH
An der Kreisstraße von Walleshausen nach Kaltenberg ist das Recyclingzentrum der BSE Ditsch Bauschutt-Entsorgungs GmbH geplant. © Osman

Eine mögliche Lärmbelastung war Tenor vieler Fragen der Zuhörer. Die Grenzwerte würden „locker eingehalten“ beziehungsweise sogar unterschritten, versicherte Hils. Man werde in Walleshausen keine Schallschutzfenster brauchen und weiterhin bei offenem Fenster schlafen können. Auch Erschütterungen seien nicht zu erwarten.

Fragen nach möglichen Belastungen des Grundwassers wurden verneint. Es gebe kein unkontrolliertes Versickern. Das vom Gelände ablaufende Regenwasser werde filtriert und über Rigolen versickert. Ein Staubgutachten müsse im Rahmen des Genehmigungsverfahrens angefertigt werden. Spätere Messungen seien bei Anlagen dieser Art jedoch unüblich, da es keine Kamine geben werde. Gegebenenfalls seien „Staubminderungsmaßnahmen“ durch Wasserbedüsung der betroffenen Bereiche – etwa Förderbänder, Sieb und Brecher – vorzusehen. Das gesamte Gelände soll asphaltiert werden, so dass die Lkw die Straße nicht verschmutzen würden.

Ausgleichsmaßnahmen auf einer 4,5 Hektar großen Fläche direkt neben dem Gelände haben laut Landschaftsarchitektin Martina Müller bereits begonnen. Bis das Recyclingzentrum gebaut werden kann, werden jedoch voraussichtlich noch zwei Jahre vergehen. So lange dauert das Bauleit- mit anschließendem Immissionsschutzverfahren.

Bürgermeister Robert Sedl­mayr betonte, man habe die Bürgerschaft frühzeitig informieren und Transparenz schaffen wollen. Den Aufstellungsbeschluss für einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ hatte der Geltendorfer Gemeinderat zwar schon 2017 gefasst, doch wurde das Vorhaben zunächst nicht weiterverfolgt. „2023 hat dann der aktuelle Gemeinderat den Beschluss noch einmal bekräftigt“, erinnerte Sedlmayr. Die Gemeinde erhofft sich durch das Projekt zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Außerdem sollen zehn lokale Arbeitsplätze entstehen.

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