Was tun mit den Räumen des Jesuitenkollegs, die seit sechseinhalb Jahren leer stehen? In der jüngsten Stadtratssitzung stellten die Architekten ein angepasstes Konzept für die Wohnnutzung vor.
Landsberg – Die Nachnutzung der Räume als sozialer Wohnungsbau entspreche dem Zweck der Heilig-Geist-Spital-Stiftung und sei finanzierbar. Denn über das kommunale Wohnraumförderprogramm (KommWFP) sollen hier 24 Wohnungen entstehen, erklärte Stefan Schrammel vom gleichnamigen Architekturbüro und stellte Planungen vor.
Sanierung im Landsberger Jesuitenkolleg - Zuerst die Sanierung
Zunächst stehe eine Sanierung an, denn im Laufe der vergangenen Monate habe man einige Schadstoffe am ehemaligen Heilig-Geist-Spital feststellen können. So seien beispielsweise Fassaden asbesthaltig, die Leitungen schadstoffbelastet oder Dachstühle und Holzdecken beschädigt. Außerdem finde sich in einigen Bodenaufbauten asbesthaltiger Kleber aus den 60er und 70er Jahren. Eine Sanierung brauche es zwingend, aber „wir haben ein Schadstoffgutachten und einen Weg, wie wir das alles rausräumen“, so Schrammel. Danach können die Wohneinheiten gebaut werden.
Die 24 Wohnungen sollen von 30 Quadratmeter-Apartments bis zu 130 Quadratmeter großen Familienwohnungen reichen. Der Saal im Erdgeschoss samt Nebenräumen soll auch in Zukunft weiter für Veranstaltungen genutzt werden. Der Prälatengang soll kulturellen Zwecken dienen. Auch in den schon ausgebauten Flächen des historischen Dachstuhls können, in Abstimmung mit dem Denkmalschutz, vier Wohnungen eingeplant werden. Über einen Aufzug wären 19 Wohnungen erreichbar, fünf über die Treppe. Als Kostenpunkt nennt das Architekturbüro rund 22 Millionen Euro. Diese wurden in Absprache mit möglichen Fördergebern auf die Bereiche Wohnungsbau, öffentliche Nutzung und Denkmalschutz aufgeteilt.
„Die Schätzung ist belastbar“, meint Stadtkämmerer Alexander Ziegler. Aktuell verspreche man sich elf Millionen Euro an Zuschüssen. Außerdem sei die Aufnahme eines zinsverbilligten Darlehens aus dem KommWFP in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro möglich. Aber: „6,6 Millionen Euro sind noch nicht finanziert“, so Ziegler. Das müsse über Eigenmittel oder Darlehen geschehen. Die Finanzierung könnte vollständig über die Stiftung erfolgen und öffentlich nutzbare Bereiche an die Stadt vermietet werden.
Zeitlich begrenzt
„Wir entscheiden heute als Stiftungs- und nicht als Stadtrat“, merkt Christian Hettmer (CSU) an. Die Mittel der Stiftung seien begrenzt, „daran sollten wir denken, wenn wir das beschließen“, da trotzdem noch viel Geld an der Stiftung hängen bleibe. „Für mich passt‘s ideal zum Stiftungszweck, den Wohnraum zu schaffen“, konstatierte zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne). Man solle den Beschluss fassen, denn „so eine Förderung gibt‘s ja nicht ewig.“
Dem folgten die Ratsmitglieder. Sie stimmten der Vorentwurfsplanung mit Kostenschätzung und Finanzierung einstimmig zu, so auch der Schadstoffsanierung, die als erstes angegangen werden soll. Bis Herbst sollen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit Kostenberechnung abgeschlossen und die Förderanträge eingereicht werden.