Die Dießener Carl-Orff-Schule ist mit dem Gorilla Freestyle Award ausgezeichnet worden - als eine von fünf Schulen in ganz Deutschland. Am Wettbewerb teilgenommen haben rund 400 Schulen.
Dießen – Der einst strenge Turnvater Jahn würde zum aktuellen Freestyle-Trend wohl nur ungläubig den Kopf schütteln. Anstatt „Körperertüchtigung“ mit Reck, Barren, Pferd und Ringen ist Action und Spaß angesagt: mit Skateboard, Scooter, Frisbee oder Breakdance. Freestyle bedeutet Vielfalt, Lifestyle und Community und wird neben dem normalen Sportunterricht bereits in vielen Schulen mit steigender Begeisterung praktiziert. So wie in der Dießener Carl-Orff-Grund- und Mittelschule (COS), die jetzt als eine von fünf Schulen mit dem erstmals verliehenen „Gorilla Freestyle Award“ ausgezeichnet wurde. Verbunden mit einem Freestyle-Paket im Wert von 42.000 Euro der „Stiftung Kinderförderung von Playmobil“. Der Preis wiegt umso mehr, da bundesweit über 400 Schulen am Gorilla-Programm teilgenommen haben. Von 17 für die Endrunde nominierten dürfen sich fünf über die Auszeichnung freuen, darunter die COS als eine von nur zwei Schulen in Bayern.
Freestyle-„Gorilla“: Dießener Carl-Orff-Schule als eine von fünf Schulen in Deutschland ausgezeichnet
Anlass genug für Anna Stolz, Staatsministerin für Unterricht und Kultus, bei diesem „coolen Award“ dabei zu sein. Sie bedankte sich in ihrem Grußwort bei Rektor Michael Kramer und den Lehrkräften für das besondere Engagement, die Kids abseits des normalen Schulsports für Bewegung und einen gesunden Lebensstil zu begeistern. Dem schloss sich Sandra Perzul an, Bürgermeisterin der Marktgemeinde, die „Sachaufwandsträger“ der COS-Grundschule ist. Sie betonte, dass Gorilla und Playmobil hier die richtige Wahl getroffen hätten: „Eine nachhaltige Gesundheitsförderung und -bildung im Schulkonzept, die Umstellung auf eine gesündere Ernährung sowie integrierte Sportförderprogramme im Schulalltag sind hier längst praktizierter Alltag.“ Ihr gefalle am Freestyle-Bewegungskonzept, dass es hier ohne erhobenen Zeigefinger um Action und Spaß gehe. Man könne den Kids klarmachen, wie frei, stark und gesund sie sein können. Das sei in Zeiten mit extremer Handy- oder Playstation-Nutzung unbezahlbar.
Ins gleiche Horn stieß Tobias Kupfer, Mitbegründer und Geschäftsführer der gemeinnützigen Gorilla GmbH. Der frühere Europa- und Weltmeister im Street-Skateboarden betonte, man bringe Bewegung und ein gesundes Mindset dorthin, wo sie am meisten gebraucht werden, nämlich an die Schulen. Die Freestyle-Sportarten stünden exemplarisch für Bewegungsfreude, Kreativität und Teamgeist. Sie würden neben der körperlichen Fitness auch mentale Stärke, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen fördern.
Der Auszeichnung vorausgegangen war im September letzten Jahres ein „Gorilla-Tag“ in der COS, wo Lehrer, Schüler und Freestyle-Profis den Schulhof in ein Freestyle-Paradies verwandelt haben. 120 Mittelschüler nahmen engagiert an den Workshops teil und stellten in acht Sportarten ihr Können so unter Beweis, dass letztendlich der Award fällig war.
Ungeduldig warteten die Kids in der vollbesetzten Schulaula auf die Enthüllung des mit der Auszeichnung verbundenen Riesenpakets durch zwei Mitarbeiter in Gorilla- und Playmobil-Verkleidung. Beifall brandete auf, als das Equipment sichtbar wurde: Unter anderem 20 Skateboards, 10 Longboards, 20 Freestyle-Scooter, Schutzhelme, Fußbälle, Frisbees und Gutscheine für Fortbildungs-Workshops der Lehrkräfte. Beifall gab es nicht nur von den Kids, sondern auch von Landsbergs Schulamtsdirektorin Carmen Audilet, der stellvertretenden Landrätin Margit Horner-Spindler und Vorständin Andrea Möhringer von der Playmobil-Stiftung „Kinderförderung“, von der die Award-Idee ausging.
Gorilla-Auszeichnung kommt aus der Schweiz
Gorilla wurde 2010 in der Schweiz als Gesundheitsförderungs- und Bildungsprogramm für junge Menschen gegründet. Seither hat sich Gorilla zu einer internationalen Bewegung entwickelt und ist auch in Österreich, Liechtenstein und Deutschland aktiv. Hier betreut Gorilla mit einem eigenen Programm über 400 Schulen, darunter die Gewinner-Schule COS.
Zum Finale des Preis-Events gab es noch Kostproben von echten Freestyle-Profis: Mehrdat Graf Mördi (dreifacher Welt- und fünffacher Deutscher Meister mit der Frisbee-Scheibe), Serafine Knapp (vierfache Deutsche Meisterin mit Fußball-Tricks) und Navid Mengis (vierfacher Breakdance-Weltmeister). Natürlich zeigte auch Gorilla-Geschäftsführer Tobias Kupfer Skateboard-Artistik aus seinen Weltmeister- und Europameister-Programmen.
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