Neue Bergstraße Landsberg: Überholen von Zweirädern demnächst verboten

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landsberg

Kommentare

Demnächst nicht mehr erlaubt: Im Bereich der Mittelleitplanke in der Neuen Bergstraße wird demnächst das Überholen von Zweiradfahrern verboten. © Greiner

In einem Teilbereich der Neuen Bergstraße soll künftig ein Überholverbot für Autofahrer in Bezug auf Radfahrer gelten. Denn bis zum radfahrtauglichen Ausbau der Straße wird es noch dauern – er wird frühestens 2028 beginnen.

Landsberg - Die Umgestaltung der Neuen Bergstraße wurde im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan auf Platz eins der Top-Ten-Maßnahmen gewählt. Deshalb forderten die Stadtratsfraktionen der Grünen und der Landsberger Mitte (LM) jetzt in einem fraktionsübergreifenden Antrag die zügige Umsetzung des Projekts.

Überholverbot in Landsbergs Neuer Bergstraße - vor radtauglichem Ausbau zahlreiche Aufgaben

Spätestens bis Ende Juli solle dem Stadtrat eine Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung vorgelegt, die Kosten dann in den kommenden Haushalt eingestellt und mit der Umsetzung 2026 begonnen werden. „Aufgrund der eindeutigen Priorisierung beim Verkehrsentwicklungsplan durch die Bürgerinnen und Bürger ist eine weitere Verzögerung aus unserer Sicht nicht mehr hinnehmbar“, heißt es in dem Antrag.

Doch OBin Doris Baumgartl (UBV) winkte ab. „Von einer Umsetzung 2026 sind wir weit entfernt.“ Eine Machbarkeitsstudie bis Ende Juli zu erstellen wäre „nicht seriös“. Sie werde aber hoffentlich bis September vorliegen und Aufschluss über die Planungskosten geben, die dann in den Haushalt 2026 eingestellt würden. Im Anschluss müsse man ein Vergabeverfahren durchführen, was zeitaufwendig sei.

Jean-Marc Baum, Referatsleiter Verkehrsplanung und Straßen, erläuterte, was vor einem Baubeginn noch alles ansteht: Prüfung auf Altlasten, Instandsetzung der Stützmauer, Regelung der Zufahrten zur Tiefgarage und der Schlossbergschule, Planung des Anschlusses aus Richtung Hauptplatz, Arbeiten im Zusammenhang mit der Straßenentwässerung. „Es ist eine Menge zu tun, bis man da bauen kann“, fasste Baum zusammen. Ein grober Zeitplan sieht vor, dass 2028 und 29 gebaut werden könnte.

Nach diesen Erläuterungen zogen Hans-Jürgen Schulmeister (LM) und Karl Egger (Grüne) in Vertretung ihrer Fraktionen die ersten drei Punkte ihres Antrags zurück. Blieb die geforderte Interimslösung – die Anordnung eines „Verbots des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge oder Krafträder mit Beiwagen“. Außerdem solle die Zulässigkeit von Tempo 30 in der Neuen Bergstraße geprüft werden.

Mögliche Änderung in Landsbergs Neuer Bergstraße: Kein Schutzstreifen mehr?

Der Schutzstreifen, der mehr Sicherheit für bergauf fahrende Radfahrer bringen soll, tue dies nur zum Teil, so die Argumentation. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen, wenn Autofahrer den vorgeschriebenen seitlichen Sicherheitsabstand von 1,5 Meter zum Radler nicht einhielten. Teilweise entstehe sogar der Eindruck, der Schutzstreifen verführe geradezu zu riskanten Überholmanövern, da er eine falsche Sicherheit vermittele.

Womöglich wäre es besser, den Schutzstreifen wieder zu entfernen, sagte Jonas Pioch (SPD) Radfahrer hätten dann die Chance, sich mittig auf der Fahrbahn einzuordnen. „Manche Radler würden sich dann wohler fühlen.“ OBin Baumgartl möchte vor einer Entscheidung aber abwarten, bis erste Daten zur Nutzung vorliegen. Der Schutzstreifen in der Münchner Straße hatte zu einer erheblichen Zunahme des Radverkehrs geführt.

Das Überholverbot wurde vom Stadtrat schließlich einstimmig beschlossen. Das entsprechende Verkehrszeichen soll zehn Meter nördlich der Mittelleitplanke angebracht und zehn Meter östlich davon wieder aufgehoben werden. Die Einhaltung soll von der Polizei kontrolliert werden. Verstöße kosten 70 Euro Bußgeld und bringen einen Punkt in Flensburg.

Mit dem Kreisbote-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Kreisbote“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.

Auch interessant

Kommentare