Stadtbücherei Dachau feiert Jubiläum mit Festakt und Kunst

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Rund 170 Gäste kamen zu dem Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Stadtbücherei in das Thomahaus. © hab

Beim 50-jährigen Bestehen der Stadtbücherei Dachau würdigten Gäste das vielfältige Veranstaltungsprogramm und die besondere Artothek.

Die Stadtbücherei Dachau hat am Montag ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Festakt im Ludwig-Thoma-Haus gefeiert. Rund 170 Gäste waren gekommen, um eine Institution zu feiern, die sich im kulturellen und sozialen Leben der Stadt als feste Größe etabliert hat. Auch Oberbürgermeister Florian Hartmann, Landrat Stefan Löwl, Kulturamtsleiter Tobias Schneider, Dr. Claudia Maria Pecher vom Sankt Michaelsbund und zahlreiche Stadträte gehörten zu den Gratulanten.

Gleich zu Beginn begrüßte Angelina Hanke, Leiterin der Stadtbücherei, die Gäste: „49 Veranstaltungen hatten wir dieses Jahr schon, der Festakt heute ist die 50. Wir freuen uns riesig darüber, dass so viele Menschen mit uns das Jubiläum feiern: Privatpersonen haben uns Glückwunschkarten geschickt, Kinder haben ganz toll für uns gemalt, vielen Dank dafür.“

„Dachau liest“ hat begonnen

Das Lesefestival „Dachau liest“ beginnt am Mittwoch, 8. Oktober, begonnen. Lisa Graf, feierte die Premiere ihres zweiten Buches der Lindt & Sprüngli - Reihe „Zwei Rivalen, ein Traum“ und berichtet über den Chocolatier Rudolphe Lindt berichtet.

Am heutigen Freitag klärt Literaturkritiker Denis Scheck mit seiner Bestsellerbibel auf, wie man gute Literatur von Schund unterscheidet. Außerdem sind die kleinen Gäste das Theaterstück „Kasperl und der Zwackilutschku“ des Doctor Döblingers Kasperletheater eingeladen. Am morgigen Samstag wird eine Komödie von Bestseller-Autorin Alina Bronsky gelesen, die von zwei Menschen handelt, die sich im Hörsaal während ihres Mathematikstudiums kennenlernen. Das Werk „Puls der Angst“ von Vincent Kliesch wird am Sonntag, 12. Oktober, um 20 Uhr vorgestellt und ist laut der Stadt Dachau der erste Thriller, der bei „Dachau liest“ präsentiert wird. Ein Buch, das von einer Familiengeschichte, insbesondere vier Generationen starker Frauen handelt, ist „Die Frauen der Familie Feuchtwanger“ der Journalistin Heike Specht am Dienstag, 14. Oktober. Den Abschluss findet das Literaturfestival am Donnerstag, 16. Oktober mit der ausgezeichneten Autorin Johanna Sebauer. Sie liest aus ihrem Roman „Nincshof“ vor. Karten gibt es bei München Ticket und der Tourist-Information der Stadt Dachau.

Bei der Gründung der Stadtbücherei wie wir sie heute kennen, wurde 1975 aus den drei Pfarrbüchereien St. Jakob, St. Peter und Heilig Kreuz sowie der Stadtbücherei eine Einheit, das sogenannte „Dachauer Modell“: Kataloge wurden vereinheitlicht, Medien zentral bestellt. In den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens war die Bücherei immer wieder im Wandel. Sie ist mehrmals umgezogen, die Medien wurden kontinuierlich der Medienlandschaft angepasst, unzählige Veranstaltungen haben in ihren Räumen stattgefunden. Doch stets war und ist „die Bücherei ein Ort von Menschen für Menschen“, wie Oberbürgermeister Florian Hartmann in seiner Festrede betonte. Und er bedankte sich bei allen, „die zur strahlenden Erfolgsgeschichte beigetragen haben“: den Hauptamtlichen, den Ehrenamtlichen sowie der Leiterin Angelina Hanke.

Stadtbücherei Dachau feiert Jubiläum

Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete das anschließende Podiumsgespräch „Erleben, entdecken, mitmachen“ die Stadtbücherei. Moderator Günther Keil sprach mit Kulturamtsleiter Tobias Schneider, Christine Vollrath-Schwarz, ehrenamtliche Mitarbeiterin, sowie Bianca Kretschmer und ihrem neunjährigen Enkel Finn, der die Aktion „Kinder lesen für Kinder“ initiiert hat. Einig waren sich alle, dass Bibliotheken auch in einer digitalen Welt als ein Ort für soziale Begegnungen von großer Bedeutung sind. Tobias Schneider sieht die Dachauer Bücherei hier für die Zukunft gut aufgestellt: „Die Stadtbücherei ist durch die vielen Veranstaltungen viel lebendiger als die Bibliothek meiner Jugend.“

Besonderheit: die Dachauer Artothek

Eine große Besonderheit der Stadtbücherei ist zweifellos die Artothek, eine Einrichtung, die es nur in wenigen Städten gibt. Sie bietet die Möglichkeit, Bilder von zeitgenössischen Dachauer Künstlern für ein halbes Jahr auf den Leseausweis auszuleihen. Diesem Aspekt der Bücherei wurde mit einer kurzen Lesung des Publizisten Dr. Norbert Göttler aus seinem Buch „Landpartien zur Kunst“ Rechnung getragen. Zum Schluss hatte dieser noch einen Ratschlag für die Gäste parat: „Halten Sie eine Wand frei, wo Sie jedes halbe Jahr ein anderes Bild aus der Artothek hinhängen. Sie werden sehen, wie das Ihre Wohnung verändert.“

Mit einer Tanzeinlage überraschte anschließend das Dachauer Prinzenpaar Prinz Andreas II. und Prinzessin Emily I. die Zuschauer. Danach sorgten vier junge Dichterinnen des Josef-Effner-Gymnasiums für einen besonderen poetischen Moment. Seit zehn Jahren gibt es an der Schule den Wettbewerb „Lyrik am Effner“. Die Gewinner tragen ihre Gedichte regelmäßig bei einer jährlichen Veranstaltung in der Stadtbücherei vor. Für die lyrische Lesung beim Festakt hatten sie die Gedichte „Frühling“, „Ikarus lachte“, „Metamorphosen des Erwachsenwerdens“ und „Wind?“ mitgebracht, die sie mit großer Intensität rezitierten.

Dr. Claudia Maria Pecher, Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung des Sankt Michaelsbundes, überreichte am Ende der Veranstaltung eine großzügige Spende zum Jubiläum: „Für alle zehn Jahre 1000 Euro, also 5000 Euro vom Michaelsbund als Geschenk für neue Medien in der Stadtbücherei.“

Musikalisch begleitete die Dachauer Band „Gently down the Line“ das Publikum durch den Abend. Thomas Nied (Gitarre, Gesang), Jutta Hatzold (Akkordeon), Elisabeth Einsiedler (Violine) und Gerd Nitzl (Percussion) füllten den Saal mit französischen und südamerikanischen Klängen. So trugen sie dazu bei, dass neben Literatur, Malerei und Tanz auch die Musik an diesem Abend ihren Platz fand. Dieses Festprogramm spiegelte zweifellos die vielfältigen Angebote der Stadtbücherei Dachau wider.

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