Der Wissenschaftler und ZDF-Moderator Harald Lesch und international gefragte Musiker bieten ein einzigartiges Festival in Polling. Was ihn dort so fasziniert, erklärt der bekannte Physiker im Interview.
Ein ganzes Wochenende mit dem bekannten Physiker und ZDF-Moderator Prof. Harald Lesch und den renommierten Musikern des Merlin-Ensembles Wien um Geiger Martin Walch: Vom 1. bis 3. August feiert „Leschs Merlin-Festival“ im Bibliotheksaal Polling Premiere. Warum gerade dort, erklärt der Professor im Interview mit der Heimatzeitung.
Ihr Gastspiel im Bibliotheksaal vor einem Jahr war ihr erster Besuch überhaupt in Polling. Kann es sein, dass Sie sich dabei geradezu verliebt haben in Polling?
Trotz der Kürze meines Aufenthalts war es ein wunderbares Erlebnis, in dieser Kulturregion zu sein.
Wie würden Sie jemandem, der noch nie da war, Polling und seinen Genius Loci – also den Geist dieses Ortes – beschreiben?
Aufklärung, Wissenschaft, Religion, Musik, Thomas Mann, Blaue Reiter… Was muss man noch aufzählen?
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Und heuer nun ein ganzes Wochenende mit Ihnen und dem Merlin-Ensemble Wien im Bibliotheksaal. Was ist die Idee dieses Festivals?
Eine „geistige Heimat“ zu finden in der Nähe von München, ohne große Anreisezeiten, also mit einem minimalen CO2-Footprint.
Zum Auftakt gibt es noch einmal „Die Vier Jahreszeiten im Klimawandel“, damit haben Sie ja schon Deutschlands wichtigste Bühnen bespielt. Wie erklären Sie sich, dass dieses Programm so gut beim Publikum ankommt?
Vielleicht treffen wir damit den Menschen mitten ins Herz – ohne sie zu verletzen... Mit Martin Walch, dem Leiter und Solisten des Merlin Ensembles Wien, und den wunderbaren Musikern entsteht eine Gemeinschaft auf der Bühne, die das Publikum überzeugt.
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Was macht Ihnen aktuell Hoffnung, dass die Menschheit die negativen Folgen des Klimawandels noch in den Griff bekommt?
Die Jugend, bürgerliche Energiegenossenschaften und alle Menschen guten Willens.
„Ist noch Zeit?“, so fragen Sie selbst in einem weiteren, ganz neuen Programm zur Klimakrise – das in Polling Premiere hat. Was darf das Publikum hier erwarten?
Das geistige Erbe des verstorbenen Papstes Franziskus. Sein ganzes Leben war dem Thema Klimawandel, Armut und soziales Miteinander gewidmet. Dieser außergewöhnliche Text, sein „Laudate Deum“, ist auch sein Vermächtnis und ein brennendes Thema aus dem Blickwinkel eines Papstes.
Dazwischen gibt es am Festival-Samstag einen Musikabend mit großen Walzern und „italienischen Arien ohne Worte“, bei dem sie als Conférencier wirken. Wie verstehen Sie Ihre Rolle dabei?
Ein Conférencier kommt aus der Tradition des Cabarets oder Varietés. Wie bei den Jahreszeiten könnte ein Frage- und Antwort-Spiel zwischen Martin Walch und mir entstehen und vielleicht auch mit dem Publikum. Vieles hat mit spontanen Einfällen zu tun.
Und der Klimawandel bleibt an diesem Abend außen vor?
Der Klimawandel ist in Landschaftsbeschreibungen wie dem „Lagunenwalzer“, dem „Venezianischen Gondellied“ oder im Tierreich mit dem neuen Walzer von Thomas Daniel Schlee „Strauß und Igel“ immer präsent… Mit Puccini, Verdi und Rossinis Arien entstehen ohnehin große menschliche Gefühlswelten, die nur die Musik beschreiben kann.
Wie groß sind die Chancen, dass aus „Leschs Merlin-Festival“ in Polling eine feste Einrichtung wird?
Wir werden sehen, wie es heuer läuft… Und wenn das Publikum, die Region und die Natur uns will, werden wir darüber gemeinsam nachdenken.
Das Programm
von „Leschs Merlin-Festival“ im Bibliotheksaal Polling im Überblick: Freitag, 1. August, 20 Uhr: „Die Vier Jahreszeiten im Klimawandel“. Samstag, 2. August, 18 Uhr: „Wien um 1900 – Große Walzer des Johann Strauß Sohn“ und „Italienische Arien und Lieder ohne Worte“. Sonntag, 3. August, 11 Uhr: „Ist noch Zeit? Laudate Deum zur Klimakrise“. Infos und Karten: www.zuenftick.de. Vor Ort gibt es Karten in der Gärtnerei Ferchl in Weilheim (Mo-Fr 8.30-12.30 Uhr).