Immer mehr Haushalte in den Niederlanden umwickeln ihre Türklinken zeitweise mit Alufolie. Der Trend verbreitete sich zunächst in Online-Foren und Nachbarschaftsgruppen, bevor er auch im Alltag sichtbar wurde. Wie das niederländische Portal „Corfuvenray“ berichtet, greifen Menschen dabei zu einem einfachen Haushaltsmittel, um auf neue Risiken im Alltag zu reagieren.
Hygiene, Geräusch und Abschreckung als Motivation
Laut „Corfuvenray“ steht für viele Nutzer zunächst die Hygiene im Vordergrund. Türklinken zählen zu den meistberührten Oberflächen im Haushalt, die Folie lässt sich schnell austauschen und soll Kontaktflächen kurzfristig abschirmen. Wissenschaftliche Belege dafür, dass sich Keime oder Viren dadurch messbar reduzieren lassen, liegen allerdings nicht vor.
Parallel dazu berichten Nutzer laut „Corfuvenray“ von einem zweiten Effekt: der Geräuschentwicklung. Wird eine mit Alufolie umwickelte Klinke bewegt, entsteht ein deutlich hörbares Knister- und Reißgeräusch. Dieses kann insbesondere nachts als improvisiertes Warnsignal dienen.
Ergänzend verweist das US-Portal „Kidwonder“ auf den psychologischen Effekt: Die ungewöhnliche Optik kann potenzielle Eindringlinge verunsichern und abschrecken, da sie Aufmerksamkeit und Wachsamkeit signalisiert.
Alltagstrick mit klaren Grenzen
Trotz wachsender Verbreitung ordnen Experten den Folien-Trick kritisch ein. Wie „Corfuvenray“ betont, kann Alufolie weder ein Schloss ersetzen noch einen Einbruch verhindern. Zudem kann es zu Fehlalarmen kommen – etwa durch Zugluft, Haustiere oder Bewohner selbst.
Einen hundertprozentigen Schutz vor Wohnungseinbrüchen gibt es nicht. Mit einigen einfachen Vorkehrungen lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken. Besonders wichtig sind grundlegende Verhaltensregeln im Alltag.
- Fenster und Türen schließen: Gekippte Fenster gelten für Einbrecher als offene Fenster. Beim Verlassen der Wohnung sollten alle Fenster geschlossen und Türen abgeschlossen sein.
- Ersatzschlüssel richtig aufbewahren: Schlüssel gehören nicht unter Fußmatten oder Blumentöpfe. Sicherer ist die Aufbewahrung bei vertrauenswürdigen Nachbarn.
- Gute Nachbarschaft nutzen: Leerer Briefkasten oder dauerhaft geschlossene Rollläden signalisieren Abwesenheit. Aufmerksame Nachbarn können hier vorbeugen.
- Für ausreichend Licht sorgen: Dunkle Eingänge und Gärten begünstigen Einbrüche. Bewegungsmelder und Außenbeleuchtung erhöhen die Sicherheit.
- Hunde wirken abschreckend: Auch kleine Hunde können durch Bellen potenzielle Täter vertreiben.
Diese Maßnahmen bieten keinen vollständigen Schutz, erhöhen jedoch die Hemmschwelle deutlich und stärken das Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause.