Das reichste Land der Welt ist gleichzeitig dasjenige mit der am schnellsten alternden Bevölkerung in Europa

Luxemburg zählt zu den wohlhabendsten Ländern weltweit, doch ausgerechnet dort altert die Bevölkerung besonders schnell. Wie der französische Sender France 3 unter Berufung auf neue Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berichtet, wird sich die Zahl der über 65-Jährigen im Großherzogtum bis 2050 nahezu verdoppeln. Das stellt das Land vor erhebliche gesundheitspolitische Herausforderungen.

OECD warnt vor steigender Belastung des Gesundheitssystems

Aktuell gilt Luxemburg als das „jüngste“ Land der Europäischen Union: Nur rund 15 Prozent der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre. Doch laut OECD-Prognose wird sich dieser Anteil in den kommenden Jahrzehnten massiv erhöhen, wie France 3 berichtet. Gleichzeitig ist das Land stark von ausländischem medizinischem Personal abhängig, da es selbst kaum Ärzte und Fachkräfte ausbildet.

Luxemburg ist stark auf ausländische Fachkräfte angewiesen – auch im medizinischen Bereich.
Luxemburg ist stark auf ausländische Fachkräfte angewiesen – auch im medizinischen Bereich. (Symbolfoto) Imago

Zwar liegt die Lebenserwartung mit 83,4 Jahren deutlich über dem OECD-Durchschnitt, doch die Gesundheitsausgaben betragen nur rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts – deutlich weniger als im OECD-Schnitt. Dieses Modell funktioniere laut Experten nur unter stabilen Rahmenbedingungen, zitiert France 3 aus dem Bericht.

Prävention, Alkohol und Fachkräftemangel als Risikofaktoren

Besonders kritisch sieht die OECD die rückläufigen Ausgaben für Prävention. Der Anteil sank von sieben Prozent der Gesundheitsausgaben im Jahr 2021 auf nur noch drei Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig liegt der Alkoholkonsum mit 10,7 Litern pro Kopf über dem OECD-Durchschnitt, zudem ist bereits jedes fünfte Kind im Land übergewichtig.

Alternde Gesellschaft fordert Medizin heraus

Die demografische Entwicklung stellt nicht nur kleinere Länder wie Luxemburg vor Probleme, sondern betrifft auch Deutschland zunehmend. Mit steigender Lebenserwartung wächst der Druck auf das Gesundheitssystem – insbesondere auf die Versorgung älterer, mehrfach erkrankter Patienten.

Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Strukturen, Personal und Finanzierung nicht ausreichend auf diese Entwicklung vorbereitet sind. Die Altersmedizin rückt damit stärker in den Fokus – als Schlüssel, um Versorgungslücken zu vermeiden und den wachsenden Anforderungen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden.