„Übung geglückt“, fasst Landratsamts-Sprecher Wolfgang Müller die Blackoutübung am Landratsamt zusammen. Und das, obwohl sie schon nach wenigen Sekunden vorbei war: Das Notstromaggregat der Behörde in der Von-Kühlmann-Straße hat nicht funktioniert.
Landkreis – „Genau dazu sind diese Übungen ja da“, sagt Müller. „Um zu überprüfen, ob alles klappt.“ Bei der Übung am Freitagvormittag habe sich der Fehler am Notstromaggregat gezeigt, „das ist ja besser, als wenn Friede, Freude, Eierkuchen geherrscht hätte und der Fehler erst im Ernstfall aufgetaucht wäre.“
Notstromaggregat am Landsberger Landratsamt defekt - vor Kurzem erst kontrolliert
Am Freitagvormittag um 10 Uhr war Schluss mit der Stromversorgung im Landratsamt: Die Hauptleitung wurde für die Übung getrennt. Das Notstromaggregat sei dann nach wenigen Sekunden angesprungen, erzählt Müller. „Die Computer waren gerade auch wieder am Hochfahren, aber dann, nach circa zehn Sekunden, war der Strom wieder weg.“ Woran der Fehler liegt, konnten die Techniker vor Ort am Freitag noch nicht eruieren. Dabei werde das Aggregat einmal im Monat getestet, versichert der Pressesprecher. „Erst letzte Woche war es wieder soweit. Da hat alles funktioniert.“
Was am Freitag funktioniert hat: Um 10 Uhr war von jedem Sachgebiet, auch von den Außenstellen, mindestens ein Mitarbeitender samt voll aufgeladenem Laptop im Sitzungssaal des Hauptgebäudes in der Von-Kühlmann-Straße. Von dort verteilen sich die Mitarbeiter auf die ihnen zuvor zugeteilten Räume im Haus, erklärt Müller. Am Freitag ebenfalls erfolgreich getestet wurde das Satellitenpendel vor dem Haus, mit dem man im Landratsamt ein „kleines eigenes Internet für ungefähr fünf Computer“ aufbauen könne, erklärt der Pressesprecher. „Sozusagen ein Notinternet. Das hat geklappt.“ Über dieses ‚Mini-Netz‘ könnten unter anderem intern E-Mails verschickt werden.
Kommunikation im Landkreis Landsberg: Batterie fürs Radio
Die Kommunikation via Telefon ist bei einem Blackout ebenfalls lahmgelegt, weshalb es im Landratsamt und in jeder Gemeinde des Landkreises ein akkubetriebenes Satellitentelefon gibt. Aufgeladen werden kann das über die Notstromaggregrate. Eine Kommunikation nach außen ist allerdings nicht möglich – höchstens man fährt zum BR-Studio nach München und gibt dort eine Pressemitteilung ab, die dann gesendet werden kann. „Der BR sagt, er kann bei einem Blackout noch sieben bis zehn Tage senden“, weiß Müller. Weshalb auch jeder Bürger und jede Bürgerin ein batteriebetriebenes Radio zuhause haben sollte.
Was ohne Strom auch nicht funktioniert, sind die Zapfsäulen an den Tankstellen. Deshalb hat sich das Landratsamt außerhalb des Gebäudes ein Diesel-Depot zugesichert. „Wo genau, darf ich natürlich nicht sagen“, so der Pressesprecher. „Aber das würde uns rund zwei Wochen versorgen können. Und wir können davon auch Diesel an Rettungs- und Hilfskräfte abgeben.“
Noch eine Notfalllösung liegt im Landratsamt – in Form von Bargeld in einem Tresor. Ist der Strom und das Netz weg, funktionieren weder Bankautomaten, noch kann man mit Karte oder Handy zahlen. „Deshalb lagern wir hier eine gewisse Bargeldsumme, um Bedürftigen Geld zu geben, damit sie sich mit Lebensmitteln und sonstigen wichtigen Dingen versorgen können.“ Ob bei einem Blackout das Einkaufen tatsächlich noch so geordnet zugehen würde, ist eine andere Frage.
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Rechner wieder hochfahren: Zurück zur Normalität
Der zweite Teil der Blackoutübung wäre zu prüfen, ob die Rechner nach einer Stunde auch alle wieder ohne Probleme hochfahren. „Damit haben wir gerade ein kleines Problem“, erzählt Müller am Freitagvormittag. Wegen des zweimaligen ‚Abstürzens‘ der Computer wegen Strommangels in kurzer Zeit hintereinander, das zweite Mal auch noch während des Hochfahrens, sei das aktuell schwierig. „Auch das Telefon ist deswegen aktuell noch platt“, obwohl die Übung abgeblasen war – im Landratsamt läuft aber auch die Telefonie übers Internet.
Wahrscheinlich werde man die Übung wiederholen, vermutet Müller. Dann hoffentlich mit funktionierendem Notstromaggregat.
Die Stadt Landsberg hat eine Broschüre zum Thema Blackout herausgegeben. Den Flyer können Sie hier herunterladen. Im hausinternen Magazin „Mein Landkreis“ des Landratsamtes Landsberg gibt es ebenfalls Informationen zum Thema Blackout.
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