Am Ziegelanger und der Johann-Schmidt-Straße soll geförderter Wohnraum entstehen. Ein Bauträger möchte in einem Neubau 42 Wohneinheiten mit je 75 Quadratmetern Wohnfläche bauen und stellte diesbezüglich einen Antrag bei der Stadt. Der Stadtrat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Planungszielen.
Landsberg - Vorweg: Vor gut drei Jahren verkaufte die Uniper Kraftwerke GmbH rund zwei Drittel des hauseigenen Betriebsgeländes an besagten Bauträger und Investor. Der stellte dann einen Antrag auf Vorbescheid zum Neubau einer Wohnanlage mit rund 3.150 Quadratmetern Wohnfläche. Mindestens 50 Prozent der Wohnungen sollen als geförderter Wohnungsbau mit Miet- und Belegsbindung umgesetzt werden, ist der Wunsch der Stadt – für die „Schaffung von Wohnungen zur Deckung des Wohnbedarfs von Bevölkerungsgruppen mit besonderen Wohnraumversorgungsprobleme“ ist in den Unterlagen zu lesen. Dafür soll ein ,sektoraler Bebauungsplan‘ aufgestellt werden.
Mehr geförderter Wohnraum Am Ziegelanger - Ungünstiges Baurecht
Dieser ist ein „neues Werkzeug des Städtebaus“ und soll dabei helfen, dass auch in Innenstädten mehr bezahlbare Wohnungen gebaut werden können. Denn wenn in Städten neue Wohnungen entstehen, passiert das häufig im „unbeplanten Innenbereich“. Hier liegt auch das Flurstück, auf dem die Wohnanlage im Landsberger Osten gebaut werden soll. Auf diesen Fluren haben Grundstückseigentümer einen Anspruch auf eine Baugenehmigung, wenn sich das Vorhaben in die nähere Umgebung einfügt, ist weiter in den Sitzungsunterlagen zu lesen. Diese Baurechte werden in Innenstadtlagen von Ballungszentren oft dazu genutzt, teuren Wohnraum zu schaffen. Dem soll der ,sektorale Bebauungsplan entgegenwirken. Damit kann im unbeplanten Innenbereich ein Plan speziell nur für den Wohnungsbau aufgestellt werden – was bei den Ratsmitgliedern Gehör fand und somit auch beschlossen wurde.
Keine Hochgarage
Unstimmigkeiten gab es indes bei zwei weiteren Planungszielen, wie bei dem „Ausschluss einer Tiefgarage durch Bau einer Hochgarage“ am Neubau. Hierbei gab es vor allem von Christian Hettmer (CSU) Kritik, der sich aufgrund optischer und platztechnischer Bedenken für eine Tiefgarage aussprach. Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann konterte, dass eine Tiefgarage, ist sie erst einmal realisiert, nicht mehr zurückgebaut werden könne. Er hielt aus Nachhaltigkeitsgründen an dem Bau einer Hochgarage fest – und die Mehrheit im Stadtrat stimmte zu.
Außerdem konnten sich die meisten Ratsmitglieder beim Neubau nicht mit zweigeschossiger Bebauung und steilem Satteldach identifizieren, wie es von der Verwaltung vorgeschlagen wurde. Daher einigte man sich auf eine zwei- bis viergeschossige Bebauung, in Anschluss an die Wohnungen in der Johann-Schmidt-Straße. Womit sich indes alle einig waren: mindestens 50 Prozent aller Wohnungen als ,geförderten Wohnungsbau‘ umzusetzen. Ein unabdingbarer Schritt zum ersten Planungsziel: die Entwicklung eines zeitgemäßen und nachhaltigen Wohnquartiers.