Karlsfelder Rekord-Schule auf der Zielgeraden

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Freuen sich auf die neue Schule an der Bayernwerkstraße: Landratsamtsmitarbeiterin Elke Käßl, Bauleiter Roland Leibhart, Landrat Stefan Löwl, Direktor Tobias Berlinger, Ministerialbeauftragte Brigitte Grams-Loibl, Irene Nagel und Stephanie von Treyer, beide vom Sachgebiet Schulwesen am Landratsamt (von links). © Stefanie Zipfer

Mit Kosten von geschätzt 101 Millionen Euro ist das Gymnasium Karlsfeld der teuerste Schulbau in der Geschichte des Landkreises.

Mit Schulnamen war es ja zuletzt so eine Sache. Das Pullacher Otfried-Preußler-Gymnasium etwa wollte irgendwann seinen Namensgeber wegen dessen NS-Vergangenheit loswerden und heißt nun nur noch Staatliches Gymnasium Pullach. In Prien setzten sich Schüler zuletzt dafür ein, dass ihr Ludwig-Thoma-Gymnasium nicht mehr nach dem berühmten Schriftsteller heißt, da dieser zu seinem Lebensende hin ein zynischer Misanthrop geworden war.

Um dem vierten Landkreisgymnasium derartige Diskussionen zu ersparen, soll es zumindest anfänglich bei seinem sehr sachlichen Namen bleiben: Gymnasium Karlsfeld. Erst wenn die Schulfamilie „sich gefunden“ habe, wie Landrat Stefan Löwl es bei einer Baustellenführung am Montag formulierte, dann könnte man über eine Namensänderung nachdenken.

Start mit 580 Schülern

Den Start als Gymnasium Karlsfeld werden ab Mitte September jedenfalls rund 580 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 erleben, wie Schulleiter Thomas Berlinger erklärte. Fixe Schülerzahlen hat er erst ab 2. Mai, dann nämlich endet die Anmeldefrist für seine Schule.

Auch wenn das Gymnasium, wie berichtet, bis September noch nicht ganz fertig sein wird, verspricht Berlinger seinen jungen Pionieren ein tolles Lernen. Es gebe zwei Ausbildungszweige: sprachlich mit den Fremdsprachen Englisch, Latein, Französisch, sowie naturwissenschaftlich-technologisch. Darüber hinaus hat das neue Gymnasium eine Bläserklasse und ein offenes Ganztagsangebot. Das „absolute Alleinstellungsmerkmal“ des Neubaus aber ist laut Berlinger die Vierfachturnhalle samt einem Fitnessraum und einer kleinen Empore mit Stehplätzen. Bislang sei der „Standard“ an bayerischen Schulen eine Zwei- oder Dreifachsporthalle.

„Absolutes Alleinstellungsmerkmal“ des neuen Gymnasiums Karlsfeld ist die Vierfachturnhalle.
„Absolutes Alleinstellungsmerkmal“ des neuen Gymnasiums Karlsfeld ist die Vierfachturnhalle. © Stefanie Zipfer

Natürlich hat der Bau seinen Preis: Geschätzt 101 Millionen Euro, in die der Kaufpreis für das Grundstück noch gar nicht eingerechnet ist, dürfte die Schule am Ende kosten. Der Freistaat gibt einen Zuschuss von rund 30 Millionen Euro, den Rest teilen sich der Landkreis Dachau und die Landeshauptstadt München im Verhältnis 60 zu 40. Entsprechend sollen sich langfristig übrigens auch die Schülerzahlen entwickeln: drei Fünftel aus Dachau und Karlsfeld, zwei Fünftel aus München.

Allerdings wird dieses Verhältnis in den Anfangsjahren nicht zu erreichen sein, wie Ministerialbeauftragte Brigitte Grams-Loibl erklärte. Der Stadt München fehlen aktuell geschätzt 26 fünfte Gymnasiumsklassen, viele der Münchner Kinder müssten daher nach Karlsfeld. Während Schulleiter Berlinger darüber froh ist – er will sein Schulhaus ja mit Leben füllen – stellte Grams-Loibl klar: „Es muss klar sein: Auf lange Sicht ist das vor allem eine Dachauer Schule!“

Anfängliche Diskussionen schnell verflogen

Roland Leibhart als Bauleiter des Projekts nutzte den Baustellenrundgang auch für einen Blick zurück: Die anfänglichen Diskussionen mit der Nachbarschaft im Zuge der Bauarbeiten hätten sich schnell beruhigt. Die Sorgen vieler Karlsfelder, dass die Tiefgarage unter der neuen Vierfachhalle das Problem der ohnehin hohen Grundwasserpegel im Ort verstärken würde, hätten sich vergangenen Sommer ebenfalls nicht bewahrheitet. Während andernorts in Karlsfeld die Keller vollliefen, „war hier nix“, wie Kreisbaumeister Georg Meier klarstellte. Es habe keinerlei Verdrängung des Wassers in die umliegenden Straßen gegeben!

Angesichts der Nachwehen der Coronapandemie, der weltweiten Energiekrise und der Insolvenz zweier am Bau beteiligter Firmen ist Bauleiter Leibhart daher zufrieden, dass die Schule, nach dann dreieinhalbjähriger Bauzeit, im September zumindest in Teilen starten kann. Dass die Restarbeiten schnell erledigt werden, davon ist Ministerialbeauftragte Grams-Loibl überzeugt: „Hier in Karlsfeld bin ich völlig entspannt!“

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