Ein Wettlauf quer durch Europa

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Er radelte um die Welt und filmte sich dabei für YouTube. Jetzt wagte Daniel Großhans aus Karlsfeld ein neues Abenteuer. © Privat

Daniel Großhans (27) aus Karlsfeld spricht im Interview über seine Teilnahme bei dem YouTube-Format „The Race“.

Der 27-jährige YouTuber Daniel Großhans aus Karlsfeld wagte während der Corona-Zeit den Schritt ins Ungewisse und kündigte seinen Job als Mediengestalter. Seitdem ist er mit dem Fahrrad rund um den Globus unterwegs – sei es bei einem Abendessen mit den Taliban oder beim Wild-Zelten in Albanien. Großhans sucht stets das Abenteuer. Nun hat er sich dem Internet-Wettkampf „The Race 2“ gestellt.

Bei „The Race 2“ müssen fünf Teilnehmer ohne Geld und ohne Handy von Paris aus zu einem unbekannten Zielort reisen. Wie kam es dazu, dass Sie teilnehmen?

Ich habe die erste Staffel gesehen und wirklich gefeiert. Als Dave (Produzent der Serie Anm. d. Red.) mich dann gefragt hat, ob ich in Staffel 2 dabei sein will, habe ich sofort zugesagt.

In Staffel 1 mussten sich die Teilnehmer von Marokko nach Köln durchschlagen. Gab es Momente, in denen Sie sich beim Zuschauen gedacht haben: Das kann ich besser?

Nein, das nicht. Natürlich habe ich versucht, mich in die anderen hineinzuversetzen und überlegt, wie ich selbst in ihrer Situation handeln würde. Im Kopf spielt man dann verschiedene Taktiken durch, überlegt, ob man vielleicht irgendwo ein Fahrrad auftreiben könnte.

Dieses Mal war das Ziel unbekannt. Wie bereitet man sich vor?

Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wohin es ungefähr gehen könnte. Uns wurde ja im Voraus nur der grobe Zeitraum im Oktober und der Startpunkt in Paris genannt. Meine Vermutung war, dass es in etwa nach Südosten gehen könnte. Daraufhin habe ich mir nur grob die Autobahnverbindungen und Raststätten von Paris aus in diese Richtung angeschaut – das war aber auch alles an Vorbereitung.

Was ist „The Race“?

Fünf Kandidaten treten bei „The Race“ ohne Geld und Hilfsmittel in einem packenden Wettrennen gegeneinander an. Ausgesetzt in Paris, müssen sie so schnell wie möglich einen anfangs noch unbekannten Ort Tausende Kilometer entfernt erreichen. Alle starten mit der gleichen Grundausrüstung – darunter ein Notfalltelefon, ein Medikit und ein Zelt –, die weder verkauft noch getauscht werden darf. Kavaliersdelikte wie Schwarzfahren und Wildcampen sind erlaubt, Straftaten nicht. Außerdem dürfen sich die Teilnehmer Geld verdienen. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt. Die zweite Staffel läuft aktuell beim Streamingportal Joyn und zeitversetzt auf YouTube.

Jeder Teilnehmer startet mit derselben Ausrüstung und ohne Geld. Was war Ihre Taktik?

Mein Plan war, zunächst so weit wie möglich zu trampen und nicht nach Geld für Tickets oder Essen zu schnorren. Das war für mich eine enorme Überwindung, weil ich dafür aktiv auf Menschen zugehen musste. Das fällt mir wirklich nicht leicht, aber ich wollte mich dieser Angst unbedingt stellen.

Wieso fällt Ihnen das so schwer?

Ich hatte schon immer große Angst davor, auf Menschen zuzugehen. Die ersten zwei Jahre meiner Reisen war ich komplett allein unterwegs, habe bewusst keine Kontakte gesucht und mich regelrecht isoliert. Irgendwann wurde mir klar, dass das auch mit Fluchtgedanken zu tun hatte. Genau deshalb war „The Race“ für mich die perfekte Gelegenheit, mich dieser Angst zu stellen.

In der ersten Folge wird klar, dass es den anderen Teilnehmern leichter fällt, Leute um Hilfe zu bitten. Was sind Ihre Stärken?

Ja, das ist den anderen deutlich leichter gefallen. Allerdings hatten sie viel mehr Angst davor, allein zu sein, oder nicht zu wissen, wo sie heute Nacht schlafen werden. Damit habe ich absolut kein Problem, das bin ich ja von meinen Reisen schon gewohnt. Mich juckt es nicht, ob ich im Dreck oder an einer Autobahnraststätte schlafen muss.

Der YouTuber Daniel Großhans aus Karlsfeld hat sich dem Internetrennen „The Race“ gestellt.
Während der Corona-Zeit kündigte Daniel Großhans seinen Job und schwang sich auf sein Fahrrad. Seine Reisen dokumentiert er auf Instagram und Youtube. © Joyn

Um den Zielort zu erfahren, mussten Sie zunächst ein Rätsel lösen. Wie war Ihre Reaktion, als dann endlich klar war, dass es in die Türkei geht?

Ich war richtig happy, weil ich in Kappadokien schon mit dem Fahrrad unterwegs war. Außerdem wusste ich, dass es in den Balkanländern einfacher wird, weil die Menschen dort oft hilfsbereiter und offener sind. Das Ziel endlich zu kennen, war eine Erleichterung – und hat mich noch mehr motiviert.

Für die Produzenten galten Sie als einer der Favoriten. Haben Sie das auch so empfunden?

Ich habe mich nie wirklich als Favorit gesehen. Natürlich hatte ich den Ehrgeiz, das Rennen zu gewinnen, aber gleichzeitig wollte ich die Zeit auch genießen und mich nicht zu sehr stressen. Am liebsten hätte ich einfach die Natur und die Menschen auf mich wirken lassen, doch das geht leider nicht, wenn man wirklich gewinnen will.

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