- Tödlicher Brand erschüttert Bar "Le Constellation" in Crans-Montana
- Polizei spricht von "Dutzenden Toten" (10.24 und 10.43 Uhr)
- Terroranschlag wird ausgeschlossen (10.33 Uhr)
- Ursache war womöglich Pyrotechnik, Behörden bestätigen das bisher nicht (10.41 Uhr)
Augenzeugen: Feuerwerkskörper an Flaschen setzten Decken in Brand
12.08 Uhr: Mehrere Augenzeugen haben mit dem Portal "24 Heures" über den Moment gesprochen, in dem das Feuer ausbrach. Einer von ihnen, der 19-Jährige Melko, berichtet, dass Feuerwerkskörper an Flaschen die Decke in Brand gesetzt hätten. Dann sei Panik ausgebrochen und die Menschen seien zur einzigen Treppe geströmt, die aus der Keller-Bar führt.
Die Beschreibung deckt sich mit den Ausführungen einer Zeugin bei "BFM TV". Demnach handelte es sich um Champagner-Flaschen, von denen eine der Decke zu nahe kam. "In nicht mal einer Minute stand die gesamte Decke in Flammen." Die ganze Verkleidung sei aus Holz gewesen. Offenbar hatte Bedienstete die Flaschen aufgetragen, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren.
Eine weitere Augenzeugin erzählt, dass sie eigentlich am Abend in die Bar wollte. Mit 15 Freunden wollten sie feiern, hätten die Reservierung dann aber doch abgesagt. "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte da drin sein können", sagt sie. Das Publikum in der Bar sei oft sehr jung. Sie habe die ganze Nacht nicht schlafen können.
Eine andere Frau sucht ihren Sohn und fühlt sich hilflos: "Er ist unauffindbar. Niemand weiß, wo er ist", sagt sie unter Tränen laut "24 Heures".
Bundespräsident Parmelin: "Tiefe Bestürzung"
11.49 Uhr: Der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat seine Neujahrsansprache verschoben. Stattdessen schrieb er auf X: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft."
Anwohnerin: "Wir stehen unter Schock"
11.16 Uhr: Eine Anwohnerin der Bar hat mit dem Schweizer Radiosender "RhôneFM" gesprochen. "Wir hielten das heute Nacht für Feuerwerkskörper", sagt die Frau. Am Morgen habe sie dann von dem Unglück erfahren. "Eine Katastrophe. Wir stehen unter Schock." Sie habe gedacht, das könne doch nicht wahr sein.
Bar "Le Constellation" war der "Place to be"
11.08 Uhr: Die Tragödie ereignete sich in der Bar "Le Constellation". Laut Schweizer Medien beschrieb sich die Bar selbst als "Place to be", vor allem für junge Leute. Sie soll von vielen internationalen Touristen besucht worden sein.
Rund 300 Menschen hatten in der Constellation Bar Platz. Den Betrieb soll es seit 2015 geben, betrieben von einem französischen Ehepaar, das das Lokal kaufte und umgestaltete.
Pressekonferenz live: Brandursache noch unklar - offenbar keine Explosion
10.50 Uhr: Die Behörden gehen davon aus, dass auch ausländische Touristen unter den Opfern sind. Von weiteren Spekulationen bitten die Beteiligten aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen abzusehen. Damit endet die Pressekonferenz.
10.43 Uhr: Nachdem der Polizeikommandant von "mehreren Dutzend Toten" sprach, wollen es Pressevertreter noch genauer wissen. Eine genaue Zahl könne vorerst nicht bekannt gegeben werden, so die Antwort. Dafür sei es noch zu früh - genauso für Infos über die Identität der Toten. Auch das zeigt das Ausmaß dieser Katastrophe.
10.41 Uhr: Eine Journalistin fragt, ob die Ermittler schon etwas sagen könnten, ob die Explosion durch Pyrotechnik ausgelöst wurde. Alle Beteiligten auf dem Podium sagen, die Ermittlungen zu diesem Drama seien "noch in einem sehr frühen Stadium". Man könne noch keine genaue Aussage treffen. Es sei aber davon auszugehen, dass es keine Explosion gegeben habe.
Polizei spricht von "mehreren Dutzend Toten"
10.33 Uhr: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud stellt klar, dass ein Terroranschlag absolut ausgeschlossen werden könne. Die Ermittlungen zum genauen Hergang des Unglücks laufen. Die Behörden haben eine "besondere Lage" verhängt, um alle alle Maßnahmen treffen zu können, die es braucht.
10.24 Uhr: Der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler, spricht von "100 Verletzten und mehreren Dutzend Toten". 10 Helikopter und 40 Krankenwagen seien im Einsatz gewesen, heißt es. Schwerstverletzte wurden in umliegende Kliniken gebracht.
"Dramatische Umstände" - Staatsratspräsident spricht sein Beileid aus
10.22 Uhr: Es folgt der Vertreter der Polizei, der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler. Um 1.30 Uhr habe es im Keller der Bar eine Explosion gegeben, sagt er. Sofort seien Notrufe bei den Rettungskräfte eingegangen. Zahlreiche Einsatzkräfte seien zum Ort der Tragödie geeilt.
10.20 Uhr: Der Staatsratspräsident Mathias Reynard spricht den Opfern und den Angehörigen erst einmal sein Beileid aus. Er lobt die Rettungskräfte und die Solidarität aller Beteiligten. Er spricht von "dramatischen Umständen". "Ein Abend des Feierns wurde zum Albtraum", sagt er weiter.
10.17 Uhr: Jetzt geht es los. Vier Behördenvertreter haben auf dem Podium Platz genommen - darunter ein Vertreter der Kantonspolizei.
10.04 Uhr: Die Pressekonferenz der Schweizer Behörden beginnt offenbar mit leichter Verspätung. Wir werden hier live berichten.
Ehemaliger Besucher spricht von nur einem Fluchtweg
09.55 Uhr: Der Schweizer "Blick" berichtet unter Berufung auf einen ehemaligen Besucher, dass es nur einen Fluchtweg aus der Keller-Bar gegeben habe. Das habe schon damals zu einem mulmigen Gefühl bei ihm geführt. Laut Schweizer Medien brach der Brand im Keller aus, griff dann irgendwann auch auf das Erdgeschoss über.
09.30 Uhr: Gegen 10 Uhr wollen die Behörden laut dem Schweizer Portal "20minuten.ch" neue Informationen bekannt geben.
09.10 Uhr: Mehrere Berichte lassen ein schlimmes Ausmaß der Katastrophe erahnen. Laut "Bild"-Zeitung spricht ein Kantonspolizeisprecher von "vielen Verletzten und vielen Toten". Der Radiosender "RhôneFM" berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen, dass womöglich Dutzende Todesopfer zu beklagen sind. Eine Quelle nannte die Zahl 40.
Mehrere 100 Menschen feierten - mehrere Tote in Bar in Crans-Montana
Ursprüngliche Meldung:
Bei einer Explosion in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Die genauen Zahlen sind noch unklar.
Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich mehr als hundert Menschen in dem Lokal auf, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet.
Ursache der Explosion war womöglich Einsatz von Pyrotechnik
Das Feuer brach gegen 1.30 Uhr aus. Der Polizeisprecher sprach von einer "Explosion unbekannter Ursache". Laut "RhôneFM" könnte der Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts der Grund für die Tragödie sein. Die Ermittlungen laufen.
Das gesamte Gebiet rund um den Unglücksort wurde abgeriegelt und eine Flugverbotszone über Crans-Montana eingerichtet. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie mehrere Hubschrauber waren am Unglücksort im Einsatz.
Mehr als eine Million Übernachtungen
Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.
Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.