Die Silvesternacht in Berlin ist nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch verlaufen wie in den vergangenen Jahren. "Wir haben keine so schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen wie im vergangenen Jahr. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen", sagte Polizeisprecher Florian Nath in einer ersten vorläufigen Bilanz.
Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden. 21 Polizisten seien durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt worden.
Die Freiluftpartys am Brandenburger Tor und an der Siegessäule verliefen nach Angaben der Polizei ohne Probleme. Tausende Menschen besuchten die offizielle Silvesterparty am Brandenburger Tor.
Mehr als 400 Festnahmen in Berlin
Die Polizei nahm mehr als 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Die Festnahmen standen im Zusammenhang mit gefährlicher Böllerei und des Abschießens von Raketen. 14 Verdächtige seien von der Polizei in sogenannten Unterbindungsgewahrsam genommen worden, um zu verhindern, dass sie weitere Delikte begehen. Für 7 mutmaßliche Täter beantragte die Polizei einen Haftbefehl, zum Teil wegen gefährlicher Körperverletzung.
Auch am Abend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden, sagte Nath. Insgesamt hatte die Polizei 220.000 Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik sichergestellt.
25 Patienten mit schweren Verletzungen - darunter 8 Kinder
Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn meldete 25 Patienten "mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand". Auch Verbrennungen, Gesichts- und Augenverletzungen seien darunter. "Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat."
Auch in diesem Jahr explodierte laut Polizei mindestens eine Kugelbombe, dieses Mal in Spandau. Ein Mensch sei leicht verletzt worden. Noch vor Silvester wurden mehrere Kugelbomben sichergestellt, unter anderem aus einem Carsharing-Auto, aus dem die illegalen Sprengkörper verkauft wurden.
Insgesamt waren 4.300 Polizisten im Einsatz. Dazu kamen 1.600 Feuerwehrleute.
Feuer, Unfälle, Notfälle: 723 Einsätze der Feuerwehr nach Mitternacht
Von Mitternacht bis etwa 2.30 Uhr kam die Feuerwehr auf 723 Einsätze wegen Feuer, Unfällen oder Notfällen. Die meisten galten kleinen Bränden, oft betraf das auch Mülltonnen. Dazu kamen Hilfseinsätze wegen verletzten oder betrunkenen Menschen. Größere Feuer oder Unfälle mit zahlreichen verletzten Menschen wie in früheren Jahren habe es glücklicherweise nicht gegeben, so ein Sprecher. "Mein Eindruck ist, dass es insgesamt ruhiger ist als im letzten Jahr."
In den vergangenen Jahren war es in der Hauptstadt in der Silvesternacht zu teilweise massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Besonders schlimm war es vor drei Jahren, als Hunderte Menschen festgenommen und Dutzende Rettungskräfte und Polizisten verletzt wurden. Vor einem Jahr wurde ein Junge bei der Explosion einer Kugelbombe lebensgefährlich verletzt.