Das Hotelprojekt an der Bockschützstraße in Bad Tölz lag zuletzt auf Eis. Äußerungen der Kurdirektorin dazu ließen aber aufhorchen. Unsere Zeitung fragte beim Projektentwickler nach.
Bad Tölz – Eine Aussage von Brita Hohenreiter in der jüngsten Bürgerversammlung ließ aufhorchen: Die Stadt hoffe, dass es bis Ende des Jahres „unterschriftsreife Verträge“ für das Hotelprojekt an der Bockschützstraße gebe. Geht es also wieder vorwärts mit den Hotelplänen, die zuletzt auf Eis lagen? Der Projektentwickler macht dazu auf Anfrage unserer Zeitung zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen.
Areal für Hotels befindet sich noch im Eigentum der Stadt
Den Plan gibt es bekanntlich schon lange: Neben dem Parkhaus möchte die Firma Merz Objektbau auf einem 6800 Quadratmeter großen Areal, das sich aktuell im Eigentum der Stadt befindet, zwei Hotels errichten. Merz, so wurde das Vorhaben 2021 im Stadtrat vorgestellt, will die Bauten dann an die Tristar Hotelgruppe als Betreiber verpachten. Und die, so hieß es, wolle als Franchisenehmer die bekannten Markennamen „Mercure“ und „ibis budget“ nutzen – für ein Vier-Sterne- und ein Zwei-Sterne-Hotel.
Einen Bebauungsplan für das Areal verabschiedete die Stadt im April 2023, er ist mittlerweile in Kraft getreten. Allein: Einen Bauantrag für die Hotels hat der Projektentwickler bis heute nicht gestellt. Als Begründung sagte ein Vertreter des Unternehmens vergangenen Sommer gegenüber unserer Zeitung, dass Corona, Ukraine-Krieg, Inflation und Zinssteigerungen die Projektentwicklung erschwert hätten. Einen Bauantrag könne man erst einreichen, „wenn wir einen Investor für das Projekt gefunden haben“ – was unter den aktuellen Rahmenbedingungen schwierig sei.
Zwar verspüren wir so langsam eine Aufhellung am Markt, aber es ist noch nicht zur benötigten Trendwende gekommen.
Auf erneute Rückfrage unserer Zeitung erklärt nun Tobias Herre, Geschäftsführer von Merz Objektbau: „Nüchtern betrachtet ist der Stand des Projekts unverändert.“ Die Gründe seien noch immer die gleichen. „Zwar verspüren wir so langsam eine Aufhellung am Markt, da diese aber noch nicht grundsätzlicher Natur ist, ist es auch noch nicht zur benötigten Trendwende gekommen“, so Herre.
In der Bürgerversammlung sagte Tourismuschefin Hohenreiter, die Projektentwickler würden gerade „neu denken“. Was damit gemeint ist, beantwortet Herre in eher allgemeinen Worten: „Wir denken natürlich in alle Richtungen, um auch unter schwierigen Marktbedingungen die beste Lösung zur Projektverwirklichung zu identifizieren“, teilt er mit.
Hotelpläne in Bad Tölz: „Noch nichts Handfestes“
„Über den in Kraft getretenen Bebauungsplan ist sowohl die Nutzung als auch das maximal mögliche Bauvolumen vorgezeichnet“, so Herre weiter. In diesem Rahmen werden wir uns plus-minus überschaubarer Abweichungen auch bewegen.“ Eine weitere Konkretisierung sei aktuell „leider noch nicht“ möglich. „Im Schulterschluss mit der Stadt wird an einer für alle Seiten passenden, schnellstmöglich umsetzbaren Lösung gearbeitet.“ Im „aktuellen Stadium der Ungewissheit“ könne das Unternehmen noch keine weiteren Informationen nach außen tragen. Denn bei den leider weiterhin am Markt vorgefundenen Rahmenbedingungen könne „bis zum Schluss alles passieren“.
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Gefragt nach der Suche nach einem Investor, erklärt Herre: „Wir befinden uns in diesbezüglichen Gesprächen, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es allerdings noch nichts Handfestes zu vermelden.“
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Nicht viel mehr ist über die Stadt Bad Tölz zu erfahren. Auf eine Anfrage, wie die Stadt die Realisierungschancen des Hotelprojekts einschätzt, und wie die Aussagen von Brita Hohenreiter zu verstehen sind, teilt Bürgermeister Ingo Mehner mit: „Die Stadt Bad Tölz hat im Rahmen der Bürgerversammlung kommuniziert, dass es bei dem Hotelprojekt an der Bockschützstraße weitergeht. Wichtig ist für uns die Aussage, dass weder die Stadt noch die Interessenten die Hände in den Schoß legen, sondern intensiv an einer Entwicklung arbeiten.“ Mehr lasse sich dazu aktuell öffentlich nicht sagen.
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