Es wollte sich einfach kein Käufer finden: Ein insolventer deutscher Elektroautohersteller musste endgültig den Geschäftsbetrieb einstellen.
Aachen – Noch im Frühjahr waren die Hoffnung groß, Investoren zu finden: Der Aachener Elektroautohersteller Next.e.GO Mobile musste diesen März zwar Insolvenz anmelden, doch der Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth von der Kanzlei AndresPartner zeigte sich damals optimistisch. Laut Auto, Motor und Sport suche man nach Käufern und Investoren für das Unternehmen, damit es weitergehen kann. „Vor dem Hintergrund des hochinnovativen Produkts sowie Produktionskonzeptes bin ich optimistisch, dass uns dies gelingen könnte“, so Kruth Ende April.
Elektroautobauer Next.e.Go Mobile muss nach Pleite Betrieb einstellen
Doch nun ist klar: Das hat nicht geklappt. Der Elektroautobauer steht damit vor dem endgültigen Aus, Next.e.Go Mobile hat den Geschäftsbetrieb eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens diese Woche gegenüber heise online. Den noch rund 200 verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde gekündigt. Der Insolvenzverwalter muss nun laut dem Magazin die Verwertung der wesentlichen Vermögenswerte des Unternehmens einleiten, um die Gläubiger nach Möglichkeit zu befriedigen.
Der Elektroautohersteller war 2015 unter großer medialer Aufmerksamkeit aus dem Umfeld der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen um Günther Schuh gegründet worden, der auch bei dem Elektro-Unternehmen Streetscooter involviert ist. Die Idee: Mit dem ersten Modell e.Go Life eine bezahlbare Alternative zu teuren Elektroautos wie Tesla anzubieten. Das Fahrzeug wurde von 2019 bis 2022 in Serie produziert.
Allerdings konnte das Unternehmen bis zu seiner zweiten Insolvenz im März 2024 laut Aachener Zeitung nur rund 1.350 Fahrzeuge verkaufen. Die erste Insolvenz im Jahr 2020 überstand der Elektroautohersteller dank neuer Investoren. Große Hoffnungen wurden dann auf den e.Go Life-Nachfolger e.wave X gesetzt, für den bereits 11.000 Vorbestellungen vorliegen sollen. Doch Verzögerungen bei der EU-Typenzulassung haben offenbar erneut zu finanziellen Problemen und der zweiten Insolvenz geführt. Nun wird aus den ehrgeizigen Zielen der jungen Firma wohl nichts mehr.
Nicht der erste insolvente deutsche Elektroautohersteller
Next.e.Go Mobile ist nicht der erste deutsche Elektroautohersteller, der dieses Jahr in die Pleite gerutscht ist. Zuvor wurde Electric Brands zum Sanierungsfall. Das Elektroauto-Start-up, zu dem der Nutzfahrzeughersteller Xbus und die Micromobil-Marke Evetta gehören, hat im Februar dieses Jahres beim Amtsgericht Darmstadt Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.