„Die Zeit ist reif, jetzt müssen Taten folgen“

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Sehr gut besucht war am Donnerstagabend die Heilbrunner Bürgerversammlung. © Arndt Pröhl

In Bad Heilbrunn soll ein Ärztehaus entstehen. In der Bürgerversammlung mahnte der örtliche Apotheker einen schnellen Baubeginn an. Das bisherige Gebäude sei „eine Katastrophe“.

Bad Heilbrunn – Wer mit Bauprojekten beschäftigt ist, der braucht bisweilen sehr, sehr viel Geduld. Um zwei dieser endlosen Bauprojekte ging es in der Bad Heilbrunner Bürgerversammlung: Der Radweg von Langau nach Penzberg ist schon seit 16 Jahren im Gespräch, und es dürfte wohl mindestens noch mal so lange dauern, bis er realisiert wird (siehe Bericht unten). Schneller vorwärts gehen könnte es beim geplanten Ärztehaus in der Ortsmitte, das ebenfalls schon seit knapp zehn Jahren im Gespräch ist. Bürgermeister Thomas Gründl hofft, dass im kommenden Jahr die Bagger anrollen können.

Apotheker Christopher Hummel hatte in der Bürgerversammlung einen dringenden Appell an die Gemeinderäte gerichtet: „Das Thema brennt uns unter den Nägeln.“ Das Gebäude, in dem die Apotheke untergebracht ist, sei „eine Katastrophe“, die weitere Nutzung „unzumutbar“. Das Ärztehaus sei schon seit zehn Jahren im Gespräch, „und jetzt muss mal geliefert werden“. Die beiden Ärztinnen und seine Filialleiterin seien schließlich nach Bad Heilbrunn gekommen, „weil die Aussicht auf räumliche Veränderung besteht“. Das geplante Ärztezentrum bringe für alle einen Riesenvorteil. „Die Zeit ist reif, jetzt müssen Taten folgen.“

Ärztehaus: Es müssen Taten folgen

Thomas Gründl versicherte: „Wir brauchen euch, wir sind dran.“ Zugleich schilderte der Bürgermeister, warum zuletzt nichts richtig vorwärtsgegangen ist. So habe alles gut angefangen, nach der Ausschreibung hätten sich zwei interessierte Investoren gemeldet. Der erste habe allerdings „gewisse Unterlagen“ nicht geliefert, und der zweite habe den Termin übersehen. „Deshalb sind wir im September dagestanden und haben gesagt: Was machen wir jetzt?“ Es hätten Gespräche mit einem weiteren Investor stattgefunden, von dem der Gemeinderat „positiv angetan“ ist und mit dem der Weg beschritten werden soll.

Gab einen Überblick über die zahlreichen Bauprojekte in Bad Heilbrunn: Bürgermeister Thomas Gründl.
Gab einen Überblick über die zahlreichen Bauprojekte in Bad Heilbrunn: Bürgermeister Thomas Gründl. © Arndt Pröhl

Erst mal müsse der Gemeinderat in seiner November-Sitzung den Bebauungsplan ändern. Der bisherige Plan habe „einige Schwachstellen“, wie etwa zu niedrige Wandhöhen. Der Bebauungsplan solle dann „schnellstmöglich“ ausgelegt werden, sodass im Januar oder Februar 2025 eine rechtssichere Satzung vorliegt. Im nächsten Jahr ist der angedachte Baubeginn, es sei mit einer Bauzeit von 12 bis 18 Monaten zu rechnen.

Gründl erläuterte weiterhin, dass das Ärztezentrum nicht wie zunächst angedacht aus drei, sondern aus zwei Häusern bestehen soll. Im Erdgeschoss wird es Gewerbeeinheiten geben, und im Obergeschoss sind Wohnungen geplant. Die Gemeinde wolle Eigentümerin der Häuser bleiben, „denn wir haben keine großen wirtschaftlichen Interessen. Unser Interesse ist nur, dass uns die Ärztinnen und die Apotheke erhalten bleiben.“

Bezahlbarer Wohnraum im Ortszentrum

Bezahlbarer Wohnraum soll im Ortszentrum ebenfalls entstehen. Die Gemeinde stehe deshalb in intensivem Austausch mit der Lenggrieser Baugenossenschaft. Noch sei zwar kein Vertrag unterschrieben, es gebe aber eine Absichtserklärung der Gemeinde und Baugenossenschaft. Erst mal stünden andere Projekte im Vordergrund, das angedachte Gebiet solle erst später entwickelt werden. „Das Schöne ist, dass wir den Kaufpreis sofort bekommen würden“, sagte Gründl. Dadurch käme die Gemeinde der Schuldenfreiheit schneller näher. Momentan muss die Gemeinde noch 9,2 Millionen Euro Schulden für die Hoefter-Grundstücke in der Ortsmitte zurückzahlen. Aus diesem Grund will die Gemeinde die Grundstücke am Malachias-Geiger-Weg „hochpreisig“ verkaufen – eine Änderung gegenüber der ursprünglichen Planung. Klappe alles wie geplant, komme die Gemeinde mit einer „schwarzen“ Null aus dem Projekt heraus.

Ebenfalls angehen will die Gemeinde laut Gründl den Bau von bezahlbarem Wohnraum am Zwieselhang. 40 Einheiten sollen dort entstehen. „Aber das hat seine Tücken.“ Es seien noch viele Fragen zu klären, beispielsweise die verkehrstechnische Anbindung. Ebenso müsse man klären, ob man auf die Zusammenarbeit mit einer Baugenossenschaft oder die sogenannte einkommensorientierte Förderung setzt. Sprich: Wer zu wenig Einkommen hat, bekommt einen Zuschuss. Gründl: „Ich denke an die 400 Angestellten der Fachklinik und das Pflegepersonal. Es ist unsere Pflicht, uns da Gedanken zu machen.“

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