Archäologen haben vor North Carolina ein Wrack entdeckt. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass es eng mit der Kolonialgeschichte verbunden ist.
Brunswick County – Archäologen der East Carolina University (ECU) haben in Brunswick County mehrere Schiffswracks sowie Überreste kolonialer Hafenanlagen entdeckt. Die Forscher gaben den Fund in einer Mitteilung bekannt, die auf dem Portal ECU News Services veröffentlicht wurde. Die Forschungen fanden am Brunswick Town/Fort Anderson State Historic Site (BTFA) im Rahmen des ECU-Programms für Maritime Studien statt. Laut der Mitteilung könnte sich unter den Funden auch das Wrack der „La Fortuna“ befinden – ein spanisches Kaperschiff aus Kuba, das im September 1748 nahe Brunswick Town explodierte.
Auch das Wissenschaftsportal livescience.com berichtete über den Fund der möglichen „La Fortuna“ in North Carolina. Die historische Einordnung verweist auf ein Ereignis im Jahr 1748: Zwei spanische Schiffe erschienen demnach vor Brunswick Town, einer britischen Siedlung an der amerikanischen Ostküste. Die Angreifer begannen mit der Plünderung, stießen jedoch bald auf Widerstand der Kolonisten. In den Gefechten explodierte die La Fortuna und sank. Kürzlich wurde übrigens ein weiterer Fund gemacht: Vor der griechischen Insel Kea haben Taucher erstmals Objekte aus dem Wrack der HMHS Britannic geborgen – dem Schwesterschiff der Titanic, das seit 109 Jahren auf dem Meeresgrund liegt.
Archäologen entdecken vier Schiffswracks aus dem 18. Jahrhundert
Im Mai und Juni dokumentierten die Forscher nach Angaben der beiden Berichte insgesamt vier Schiffswracks entlang der Küste. Untersuchungen der Holzproben ergaben demnach, dass das Material ursprünglich aus Südkalifornien und Mittelamerika stamme. Dies deute darauf hin, dass Schiffbauer im 18. Jahrhundert gezielt Holz aus den spanischen Karibik-Kolonien genutzt haben sollen.
Die Forscher sehen demnach zwei Indizien als besonders stark an: Zum einen belegen Holzanalysen, dass das Material aus Regionen stamme, die damals von Spanien genutzt wurden. Zum anderen stießen Taucher in unmittelbarer Nähe des Wracks auf Funde wie spanische Keramik, die eine Verbindung zu der historischen Quelle herstelle. Doch nicht nur in den USA gibt es spannende archäologische Funde: Auch in Nordrhein-Westfalen stießen Forscher auf Spuren einer historischen Siedlung.
Mutmaßliches Wrack der „La Fortuna“ gefunden – Experten untersuchen mehrere 18. Jahrhundert-Funde
Die Archäologen entdeckten demnach das Wrack in der Nähe eines Kanonenfundes aus dem 18. Jahrhundert, der bereits 1985 von dem Taucher Dennison Breece aus Southport geborgen wurde und vermutlich von der La Fortuna stamme. Die Experten arbeiten noch daran, die Überreste genau zu identifizieren. Die weiteren Wracks, die im Sommer gefunden wurden, lassen unterschiedliche Hintergründe vermuten: Eines diente möglicherweise der Landgewinnung am Hafen, ein anderes könnte ein koloniales Flachboot gewesen sein.
Auch vor Madagaskar sind Forscher auf ein weiteres historisches Wrack gestoßen. Sie bestätigen, dass es sich um ein portugiesisches Kolonialschiff handelt, das vor 300 Jahren nach einem Piratenüberfall sank. (Quellen: ECU News Services, livescience.com) (jal)