Wende im Block-Prozess: Berater muss Saal verlassen – Angeklagte ringt mit Tränen

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Der Prozess gegen die Steakhaus-Erbin Christina Block musste am Montag vorzeitig unterbrochen werden. Zuvor ist ein überraschender Name aufgetaucht.

Hamburg — Seit Juli läuft vor dem Hamburger Landgericht das Verfahren gegen die Steakhaus-Erbin Christina Block. Der schwerwiegende Vorwurf: Sie soll die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus Dänemark in Auftrag gegeben und koordiniert haben.

Fortsetzung Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung
Am 13. Prozesstag kamen sowohl Christina Block als auch ihr Ex-Mann Stephan Hensel sowie einer der Entführer zu Wort. © David Hammersen/dpa

Am Montag (29. September), dem 13. Verhandlungstag, musste Block sich einer Reihe scharfer Nachfragen stellen – vor allem durch den Anwalt ihres Ex-Mannes Stephan Hensel. Dabei räumte sie ein, mit der Beratungsfirma BPS 360 des früheren BND-Chefs August Hanning in Kontakt gewesen zu sein und sogar einen Vertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen zu haben. Hanning, inzwischen 79 Jahre alt, weist sämtliche Anschuldigungen zurück.

Christina Block dementiert Millionen-Zahlungen an Ex-BND-Chef

Der Anwalt des Vaters wollte wissen: „Ist Ihnen bekannt, dass sieben Millionen Euro gezahlt worden sein sollen, beziehungsweise dass Herr Hanning diese erhalten hat?“ Block verneinte entschieden: „Wenn ich jemandem sieben Millionen bezahlt hätte, dann hätten wir zwei Block-Häuser verkaufen und zahlreiche Mitarbeiter entlassen müssen.“ Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft beläuft sich die tatsächliche Zahlung an BPS 360 auf rund 100.000 Euro, berichtet die Bild.

Laut Aktenlage sollten ursprünglich Angestellte der Beratungsfirma beim Vorgehen eine Rolle spielen. Doch der Plan scheiterte, als BPS-Mitarbeiter in Dänemark aufflogen und dort festgenommen wurden. Hannings Büros und weitere Adressen wurden im September 2025 durchsucht – er selbst ist bislang nicht Teil des Hamburger Prozesses.

Block betonte zudem, sie habe keinen dauerhaften Einsatz von Detektiven veranlasst, sondern lediglich über sechs Wochen eine Beobachtung ihres Ex-Mannes organisiert. „Mein Ex-Mann hatte mir keine Informationen gegeben, wie es meinen Kindern geht. Welche Mutter hätte ich das nicht getan?“

Neue Wende im Block-Prozess: Ex-Mann bringt Mossad-Namen ins Spiel

Auch prominente Namen spielten am Montag eine Rolle: Block schilderte, dass FDP-Vize Wolfgang Kubicki ihr den Hinweis gegeben habe, den deutschen Botschafter in Kopenhagen zu kontaktieren – Geld habe er dafür nicht erhalten.

Für Unruhe im Saal sorgte der frühere Regierungssprecher Béla Anda, den Block als Sprecher engagiert hatte. Als er erstmals im Gericht erschien, bat ihn die Vorsitzende Richterin jedoch hinaus: „Ich möchte Sie bitten zu gehen, weil Sie als Zeuge in Betracht kommen.“

Besonders überraschend: Der Ex-Mann von Christina Block brachte laut Medienberichten erstmals den Namen Danny Yatom, den ehemaligen Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, ins Spiel. Er soll in irgendeiner Form involviert gewesen sein – Details dazu blieben unklar.

Emotionale Belastung für Christina Block: Richterin unterbricht Verhandlung

Block brach im Gericht mehrfach in Tränen aus. Ihre Stimme stockte, als sie von der langjährigen Trennung von ihren Kinder berichtet, stockt ihre Stimme. Die Vorsitzende Richterin entschied schließlich, die Sitzung vorzeitig zu beenden.

Der Prozess wird am Mittwoch (1. Oktober) fortgesetzt. Neben Block stehen sechs weitere Angeklagte vor Gericht – darunter ihr Lebensgefährte, der frühere ZDF-Sportmoderator Gerhard Delling. Der Vorwurf: die Entführung der beiden Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus Dänemark. Quellen: Bild, dpa (jus)

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