Ab Januar 2026 stellt die Bundeswehr allen Männern, die 18 Jahre alt werden, eine entscheidende Frage: „Sind Sie bereit für den Krieg?“ Mit einem verpflichtenden Fragebogen will Deutschland die Wehrbereitschaft seiner jungen Bürger prüfen.
Die Umfrage ist Teil eines neuen Militärdienstprogramms, das die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr stärken soll. Laut der „Tagesschau“ sind die Fragebögen verpflichtend. Wer sie nicht ausfüllt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 Euro rechnen.
Frauen können den Fragebogen freiwillig ausfüllen, wenn sie Interesse an einer Karriere bei der Bundeswehr haben.
Fragen zu Fitness und Motivation
Der Fragebogen umfasst 14 Fragen und soll die körperliche und mentale Eignung der Jugendlichen für den Militärdienst prüfen. Laut der „Tagesschau“ müssen die Teilnehmer ihre Fitness selbst einschätzen – von „sehr gut“ bis „schlecht“.
Außerdem sollen sie ihre Bereitschaft bewerten, der Bundeswehr beizutreten, und angeben, wie lange sie dienen möchten. Eine Skala von 1 bis 10 misst das Interesse am Militärdienst. Weitere Fragen betreffen persönliche Daten wie Alter, Gewicht, Bildungsabschluss und Sprachkenntnisse.
Zudem können die Jugendlichen angeben, ob sie sich eher für das Heer, die Luftwaffe, die Marine oder Bereiche wie Cyber-Sicherheit oder Logistik interessieren.
Ab 2027: Alle Männer müssen zur Musterung
Ab Juli 2027 sollen alle jungen Männer gemustert werden. Die Musterung selbst besteht aus drei Teilen: Zunächst gibt es eine ärztliche Untersuchung, bei der unter anderem Seh- und Urintests durchgeführt werden. Der Arzt prüft außerdem Körpergewicht, Größe, Beweglichkeit und Belastbarkeit.
Im zweiten Teil der Musterung wird die geistige und charakterliche Eignung getestet. Mithilfe eines computergestützten Tests werden Fähigkeiten wie logisches Denken, Sprachverständnis und technisches Wissen überprüft. Abschließend folgt ein persönliches Gespräch, in dem Fragen zur Gesundheit und zum Allgemeinbefinden gestellt werden.
Die Musterung dauert insgesamt einen Tag, und Arbeitgeber sind verpflichtet, die jungen Männer dafür freizustellen.
Ziel: Mehr Soldaten für die Bundeswehr
Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit einem Mangel an Soldaten. Derzeit sind rund 182.000 Menschen bei der Armee beschäftigt, doch bis Anfang der 2030er Jahre sollen es 260.000 sein.