Stillstand am Nadelöhr

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Eine Ewigkeitsbaustelle soll das Projekt von Bauunternehmer Georg Scharl, der am Wesner Tor ein Haus der Gesundheit geplant hatte, nicht werden, hofft das Bauamt. © Michaele Heske

Dorfen - Das Scharl-Projekt am Wesner-Tor ruht. Die Stadt hofft nun, dass es bald weitergeht Bis Ende des Jahres kümmert sich Scharl jedoch um andere Pprojekte.

Nichts geht mehr: Der Kran verharrt auf dem Kirchtorplatz, die Fassade ist mit weißer Folie abgehängt. Schon seit Wochen sieht man auf der Baustelle neben dem Wesner Tor keine Arbeiter mehr. „Im späten Frühjahr 2025 werden wir uns erneut um die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes für diesen außergewöhnlichen Standort widmen“, sagt Bauträger Georg Scharl auf Nachfrage.

Das Kaufhaus Schmederer hat es bis in die 1980er Jahre gegeben, bis Ende 2018 hatte das Gewandhaus Gruber dort ein Outlet betrieben. Der Dorfener Bauunternehmer Scharl hatte hier ein Gesundheitshaus mit Praxen und Tagespflege geplant. Und eigentlich wollte man im Laufe des Jahres 2023 auch schon Richtfest feiern.

Doch der Zeitplan hat sich immer weiter verzögert. Lange lag keine Baugenehmigung vor, es hakte auch am Denkmalschutz, und die Arbeitsweise entpuppte sich als hochkomplex. Denn die Fassade des 1910 errichteten Kaufhauses ist denkmalgeschützt, ebenso das Wesner Tor direkt daneben. 

Das BRK wollte hier mit einer Tagespflege mit 20 Plätzen einziehen. Dazu hätten Ergotherapie und Arztpraxen kommen sollen, ferner ein inklusives Café mit Terrasse im Obergeschoss. „Unser Konzept direkt in der Stadtmitte ein Haus der Gesundheit zu entwickeln, hat nicht funktioniert“, bedauert Scharl. Das MVZ ist mit Kardiologie und Hausarztpraxis in das benachbarte Sparkassengebäude gezogen, das hätte den restlichen Interessenten die Grundlage für dieses Projekt entzogen, so der Bauträger. 

Jetzt hat Scharl den Bau erst mal stillgelegt. „Der Bürgermeister ist entsprechend informiert und hat auch bereits den Stadtrat eingeweiht.“

Bis zum Jahresende 2024 wolle man sich in der Unternehmensgruppe Scharl auf die anderen Projekte konzentrieren, etwa die Fertigstellung des REWE-Markes mit Boardinghouse in Berglern, das Baugebiet im Ortskern von Inning sowie die Ansiedlung von Weltfirmen auf dem Gebiet in Dorfen Süd/West, erläuterte Scharl.

Die Stadt hofft, dass es bald weitergeht. „Wir sind im Gespräch mit dem Bauunternehmer“, erklärt Bauamtsleiter Franz Wandinger. Es werde hoffentlich keine „Ewigkeitsbaustelle“, sagt er. „Der Bauantrag wurde vom Stadtrat genehmigt, da können und wollen wir nichts sagen. Das ist in erster Linie die Angelegenheit des Investors.“ 

Für Dorfen ist die Fertigstellung jedenfalls von größtem Interesse. Geplant ist nämlich eine Passage für die Fußgänger. Über 30 Meter soll sie mitten durchs Erdgeschoss führen und den schmalen Weg durchs Wesner Tor ersetzen.

„Der Durchgang für die Dorfener Bevölkerung wird selbstverständlich gebaut“, verspricht Scharl, der sich auf die Maxime seines Hauses beruft und betont: „Für uns steht stets die Qualität im Vordergrund – vor Schnelligkeit.“

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