Hinter den Kulissen der Volksspielgruppe Altenerding brodelt es. Zwei Vorstandsmitglieder sind zurückgetreten, die Spielleiterin pausiert. Jetzt sind Neuwahlen notwendig.
Beim Freiluft-Theaterspektakel Dracula, mit dem die Volksspielgruppe Altenerding im Sommer für Furore gesorgt hat, ist der letzte Vorhang längst gefallen. Doch es rumort hinter den Kulissen des Vereins. Zwei Vorstandsmitglieder sind in den vergangenen Wochen zurückgetreten: 2. Vorsitzende Janine Bach und Bühnenmeister Markus Fruhmann. So stehen in der Generalversammlung, die am Samstag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr beim Lindenwirt in Bergham stattfindet, außerplanmäßig Neuwahlen an.
Dabei wird es weitere Veränderungen geben. Denn auch Spielleiterin und Regisseurin Renate Eßbaumer stellt sich nicht mehr für ein Amt zur Verfügung. Sie möchte eine Pause einlegen. „Ich bin nicht zurückgetreten, ich gehöre dem neuen Vorstand nur nicht mehr an“, betont Eßbaumer auf Anfrage unserer Zeitung. Viel mehr will sie zu den Gründen für ihren Entschluss, sich nach 15 Jahren aus der Führungsriege zurückzuziehen, nicht sagen. Aber: „Ich erkläre mich in der Generalversammlung, nicht über die Zeitung.“
Die Unstimmigkeiten im Vorstand sind offenbar bei der Frage eskaliert, welches Stück nächstes Jahr gespielt werden soll. Bislang hat man sich nicht einigen können. Das bestätigt Vorsitzender Erich Peinelt, seit 21 Jahren im Amt. Das Vorschlagsrecht bei der Auswahl habe die Spielleitung. Diese liegt seit Jahren in den Händen von Eßbaumer. Seit 2023 steht Vladimir Dlouhi an ihrer Seite. Er war bei den etatmäßigen Wahlen vor einem Jahr zur Überraschung einiger aus dem Stand gewählt worden – und hatte die Kampfabstimmung gegen den bisherigen 2. Spielleiter Markus Fruhmann gewonnen.
Dlouhi, 30 Jahre alt, wird am 19. Oktober auch als 1. Spielleiter kandidieren, wie er selbstbewusst ankündigt. Er ist seit den Schwedenspielen 2022 bei der Volksspielgruppe. „Ich bin super von den Leuten aufgenommen worden“, erzählt er. Jetzt wolle er sich stärker einbringen. „Einige sehen mich so, dass ich keine Erfahrung habe, aber ich möchte zeigen, dass ich es kann.“ Er sei schon als kleines Kind auf der Bühne gestanden und liebe alles, was mit Kunst, Theater und Musik zu tun hat.
Eßbaumer hat gewisse Strömungen im Verein ausgemacht, jungen Leuten eine Chance zu geben. Jetzt solle sich der neue Spielleiter beweisen, „ich brauche ganz persönlich jetzt Abstand“. Ganz ohne erfahrene Kollegin muss Dlouhi wohl nicht auskommen, denn Manuela Schieder werde ihn unterstützen. Die langjährige Spielleiterin der Volksspielgruppe, die gemeinsam mit Eßbauer auch Regie geführt hat, hatte ihr Amt 2023 aus privaten Gründen schweren Herzens abgegeben. Jetzt habe sie sich bereit erklärt, als 2. Spielleiterin zu kandidieren, so Dlouhi.
Er selbst sei schon fleißig dabei Kurse zu besuchen und kann sich für 2025 eine Komödie vorstellen: „Die Leute lieben es zu lachen.“ Er habe schon konkrete Vorstellungen.
Erich Peinelt will sich angesichts der Turbulenzen erneut als Vorsitzender zur Wahl stellen. „Ich habe mich notgedrungen dazu entschieden, nochmal anzutreten – allerdings zeitlich begrenzt.“ Der 71-Jährige möchte einen Nachfolger aufbauen. „Für die meisten Positionen haben wir Bewerber gefunden“, sagt er zum Vorstand, der im Verein aus 16 Positionen besteht. Neben den beiden Vorsitzenden, den Kassieren, Spielleitern, Bühnenmeistern, dem Schriftführer und Jugendleiter sind auch Verantwortliche für Maske, Technik, Kostüme und Medien darin vertreten. Das habe man vor zwei Jahren eingeführt, um immer einen Ansprechpartner zu haben, so Peinelt.
Er bedauert Eßbaumers Rückzug, sagt aber pragmatisch: „Das muss jeder für sich entscheiden und dann müssen wir damit leben können.“ Peinelt möchte in der Versammlung „gegenseitige Anschuldigungen verhindern. Das Ganze muss sachlich und objektiv bleiben“. Ob sein Wunsch in Erfüllung geht, wird man sehen.