Keine Toilette für 230 000 Euro auf dem Stadtfriedhof in Dachau

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230 000 Euro würde eine barrierefreie Toilette auf dem Stadtfriedhof in Dachau kosten. (Symbolfoto) © dts Nachrichtenagentur/imago

So sinnvoll sie wäre: Eine barrierefreie Toilette auf dem Stadtfriedhof wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben. Grund: die enormen Kosten von mindestens 230 000 Euro.

Dachau – Niemand im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag wollte Jürgen Seidl (FDP) widersprechen, als er eine öffentliche Toilettenanlage auf dem Stadtfriedhof als „Grundbedürfnis der Bevölkerung“ bezeichnete.

Allein: Um dieses Grundbedürfnis zu befriedigen, müsste die Stadt richtig viel Geld in die Hand nehmen, geschätzt 230 000 Euro, wobei in dieser Summe unter Umständen nötige Denkmalschutzmaßnahmen noch gar nicht einberechnet sind.

„Eine Menge Geld in der heutigen Zeit“, fand Oberbürgermeister Florian Hartmann denn auch. Seniorenreferentin Elisabeth Zimmermann (CSU) war ebenfalls der Meinung, das seit langem geplante Toilettenprojekt noch ein weiteres Mal zu verschieben.

Bereits vor einem Jahr hatte der Bauausschuss des Stadtrats beschlossen, dass sich die Verwaltung mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt ins Benehmen setzt, um einen möglichen Standort und „planerische Möglichkeiten für ein barrierefreies WC auf dem Gelände des Stadtfriedhofs“ zu finden.

Das Ergebnis war, dass eine entsprechende Anlage – bestehend aus einem Behinderten-WC, einer entsprechenden Rampe, einem höhenverstellbaren Waschbecken sowie einer in einem Nebenraum untergebrachten Unisex-Toilette – „nur in dem rechten Seitentrakt der Aussegnungshalle Sinn macht“. Die Gegebenheiten dort, so Behindertenbeauftragter Hartmut Baumgärtner, „sind optimal“: Die Toilette sei „abgetrennt von der Aussegnungshalle“ und „nutzbar mit eigenem Eingang von der Giebelseite“.

Angesichts der enormen Kosten für das Projekt aber fanden die Stadträte den Standort allerdings nicht ganz so optimal. Ein derart teures Angebot solle schließlich allen Bürgern jederzeit zur Verfügung stehen – und nicht nur während der Öffnungszeiten des Friedhofs!

Andere Standorte für ein öffentliches WC

Die Stadträte im Ausschuss waren daher einhellig der Meinung, dass das Toiletten-Projekt auf dem Friedhof zwar nicht gänzlich beerdigt, aber später in „abgespeckter Ausführung“ diskutiert werden muss. Die Verwaltung soll daher andere Standorte für ein öffentliches WC suchen, die für die Bevölkerung und die Friedhofsnutzer einfacher zu erreichen und gleichzeitig günstiger umzusetzen wären. Statt in einem festen Bau könnte die Toilette ja auch in einem wesentlich einfacheren Modulgebäude untergebracht werden; auch sei der Zusatzraum mit Unisextoilette im Zweifelsfall verzichtbar.

Eine Variante, die im Zuge dieser Neuüberlegungen leider nicht mehr auf den Tisch kommen wird, ist die Altstadtgarage. Eine Toilettenanlage dort hätte vielen Nutzern Erleichterung verschaffen können. Die Stadtwerke als Betreiber der Altstadtgarage aber hatten bereits im Vorfeld abgewunken: Der finanzielle und technische Aufwand für den Einbau des WCs sei zu „erheblich“.

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