Starnberger Tierheim: Weg frei für neues Katzenhaus?

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Der neue Vorstand des Tierschutzvereins Starnberg (v.l.): 2. Vorsitzende Bettina Krone, Schatzmeister Alexander Ergül, 3. Vorsitzende Caroline Jäger und Vorsitzende Claudia Bläser. Nicht auf dem Bild Schriftführerin Ute Schreyer-Hörauf. © Tierschutzverein

Der Tierschutzverein Starnberg möchte sein fast 50 Jahre altes Katzenhaus durch einen Neubau ersetzen. Lange stand eine rechtliche Hürde im Weg – diese scheint genommen.

Starnberg – Das marode Katzenhaus auf dem Gelände des Starnberger Tierheims am Franziskusweg sei „wie ein besserer Holzschuppen“, sagt Claudia Bläser, Vorsitzende des Tierschutzvereins Starnberg. Seit Jahren will der Verein die aus dem Jahr 1977 stammenden Baracken ersetzen. Dem Vorhaben stand bislang jedoch eine juristische Hürde im Weg: Die Zufahrtsstraße zum Tierheim ist für eine rechtlich einwandfreie Erschließung 50 Zentimeter zu schmal. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Das gab der Verein kürzlich auf seiner Jahreshauptversammlung bekannt.

Der Neubau ist dringend nötig: Das aktuelle Katzenhaus hat kein fließendes Wasser, keine eigene Küche und keine richtige Heizung. Es ist außerdem schlecht gedämmt und verursacht hohe Energiekosten. „Wir haben in dem Gebäude die meisten Heizkosten von allen“, betont Bläser im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Obendrein ist die Versorgung für die Tierpfleger sehr zeitaufwendig. Denn: Alle Materialien müssen vom Hauptgebäude dorthin gebracht werden. Das Wasser etwa müssen die Mitarbeiter in Schubkarren zum Katzenhaus transportieren.

Dass das Katzenhaus abgerissen und neu gebaut werden muss, darüber war sich der Bauausschuss des Stadtrats schon Anfang 2021 einig, die Stadtverwaltung nannte allerdings das rechtliche Problem: „Das Vorhaben wird über den öffentlichen Feld- und Waldweg erschlossen, der eine durchschnittliche Breite von zwei Meter aufweist. Nach gültiger Rechtsprechung hat die Zuwegung eine Mindestbreite von 2,50 Meter vorzuweisen“, hieß es. Bürgermeister Patrick Janik sagte damals: „Man kann aktuell nur hinfahren, indem man mit zwei Reifen auf Privatgrund fährt.“

Der Neubau des Katzenhauses in Starnberg könnte nächstes Jahr beginnen

Nun, mehr als vier Jahre später, scheint das Problem gelöst. Nach Gesprächen mit Landrat Stefan Frey und dem Bauamt sei Ende April der Vorbescheid für die Baugenehmigung eingereicht worden, sagt Bläser. Sobald der positive Bescheid und die Baugenehmigung vorliegen würden, starte der Verein das Neubauprojekt. Der Baustart ist nun für das Frühjahr 2026 vorgesehen.

Geplant ist, den Bestand abzureißen und durch einen etwas größeren Neubau auf dem Grundriss des alten Katzenhauses zu ersetzen. Der Neubau soll unter anderem eine Quarantänestation erhalten, separiert von den gesunden Vermittlungstieren, und zwei Futterküchen, eine für die Vermittlungskatzen und eine für die im Quarantänebereich. Ansonsten sei der Innenausbau noch variabel, so Bläser.

Circa 30 Vermittlungstiere können künftig im Neubau untergebracht werden, schätzt die Vorsitzende. Dazu kommen die Katzen, die in Quarantäne oder auf der Krankenstation sind. Die Kosten – inklusive Abriss – liegen schätzungsweise bei mindestens 750 000 Euro. Dafür benötige der Verein finanzielle Unterstützung durch Spenden. Die Kosten „können wir vom Verein nicht alleine stemmen“, betont Bläser.

Abgabe von Hunden um 75 Prozent gestiegen

Neben dem Neubau gab es auf der Jahreshauptversammlung noch weitere Themen zu besprechen. So habe der Verein 2024 mehr als 340 Tiere aufgenommen, berichtet Bläser. Außerdem sei die Anfrage für die Abgabe von Privathunden um 75 Prozent gestiegen. Gründe dafür seien etwa Überforderung und Tierarztkosten. Und: „Viele Tiere, die zu uns kommen, sind ursprünglich aus dem Ausland, es fehlen wichtige Impfungen, und die Tiere müssen bei uns oft erstmal für mehrere Wochen in die Quarantäne.“ Bereits renoviert ist das Kleintierhaus.

Auch die Katzenschutzverordnung war Thema. Vergangenes Jahr habe sich der Verein im Gespräch mit dem Landrat und dem Veterinäramt darauf geeinigt, diese für sogenannte Hot-Spot-Gemeinden zu erarbeiten, in denen besonders viele Katzen herumstreunen. Bläser: „Besitzerkatzen müssen von ihren Haltern gekennzeichnet und registriert werden. Freigängerkatzen sollten kastriert werden.“ Das ermögliche die Zuordnung der Tiere und dämme die Vermehrung von Straßenkatzen ein.

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