Hadorfer Burschen veranstalten zweites Ochsenrennen im Landkreis Starnberg

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Der Ochse Simmerl und sein Reiter Leonhard Wagner, Vorsitzender der Burschenschaft Hadorf, gehen mit Startnummer 7 ins Rennen.
Der Ochse Simmerl und sein Reiter Leonhard Wagner, Vorsitzender der Burschenschaft Hadorf, gehen mit Startnummer 7 ins Rennen. © privat

Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung gab’s noch nie in Hadorf: Die Burschenschaft stellt das erste Ochsenrennen der Dorfgeschichte auf die Beine. Davor haben die Reiter aber noch ein straffes Trainingsprogramm vor sich.

Hadorf - Simmerl ist laut seinem Reiter ein Sturkopf, „ziemlich verfressen“ dazu, sagt Leonhard Wagner. Der Vorsitzende der Burschenschaft Hadorf hat mit seinem Ochsen noch ein paar Trainingseinheiten vor sich, damit der Simmerl, Fleckvieh, Schulterhöhe 139 Zentimeter, knapp 800 Kilogramm schwer, am 29. Mai auch in die Gänge kommt. Denn an jenem Donnerstag, Christi Himmelfahrt und Vatertag, findet das erste Ochsenrennen in Hadorf statt. Es ist nach jenem 2022 in Frieding erst das zweite überhaupt im Landkreis Starnberg.

Das Organisationsteam der Burschenschaft steckt mitten in den Vorbereitungen, diese Woche soll der Aufbau der Rennbahn nahe des Wagner-Stadls beginnen. Dort, am Ortsausgang Richtung Unering, können die Besucher vor, nach und während des Rennens, das um 13 Uhr startet, einkehren. Der Tag beginnt mit einem Weißwurstessen ab 10 Uhr. „Eine Veranstaltung in der Größenordnung gab’s noch nie in Hadorf“, sagt Wagner.

17 Startnummern sind aktuell vergeben, unter den Reitern sind neun junge Frauen. Die allermeisten Teilnehmer kommen aus dem Landkreis, auffällig viele aus Machtlfing. „Von einem Hof dort machen gleich fünf Leute mit“, erzählt Oberbursch Wagner. „Das sind Freunde von uns.“

Zwei sind schon rausgefallen, die waren vom Charakter her ein bisschen gröber.

Die Idee für ein Ochsenrennen in Hadorf existiert im kleineren Kreis schon länger. Ursprünglich war der Plan, die Konkurrenz schon 2024 stattfinden zu lassen, als Burschenschaft und Feuerwehr gemeinsam ihre Jubiläen (50 und 150 Jahre) feierten. „Wir haben das bei den Planungen zwei Jahre vor dem Festwochenende angesprochen“, berichtet Wagner. Allerdings war es da schon zu spät. Das Veterinäramt verlangt, dass Ochsen, die an einem Rennen teilnehmen, mindestens zwei Jahre alt sind. Die kastrierten männlichen Rinder werden oft schon früher verkauft, fürs Ochsenrennen ziehen die Landwirte in der Region die Tiere nun länger auf.

Damit es den Ochsen am Renntag gut geht, müssen sie im Schatten untergebracht werden und ausreichend Wasser erhalten. Außerdem fordert das Veterinäramt Blutuntersuchungen und den richtigen Impfstatus im Vorfeld, um Seuchen vorzubeugen. „Und wir schauen, dass wir ausreichend trainieren“, betont Wagner. Denn das Organisationsteam wolle nur Ochsen ins Rennen schicken, die dafür auch geeignet sind. „Wir sind lieber vorsichtiger und wollen nichts riskieren. Zwei sind schon rausgefallen, die waren vom Charakter her ein bisschen gröber“, erklärt der 31-Jährige. Die Rinder sollen beim Training nicht nur an die Reiter, sondern auch an Klatschgeräusche und Musik gewöhnt werden.

Eigene Trainingsbahn bei Familie Wagner

Wagner und seine Brüder haben sich eigens eine Trainingsbahn aufgebaut, den Ochsen zunächst Bauchgurte um- und Sandsäcke aufgelegt, bevor sie selbst aufgestiegen sind. Mit Simmerl funktioniere das Reiten trotz seiner Eigenheiten schon ganz gut: Die Leistung sei halt „tagesformabhängig“. Das Tier müsse auch lernen, sich einfangen zu lassen. Dass die Ochsen mal stehen bleiben oder umdrehen: „Das macht ein Ochsenrennen auch aus“, sagt Wagner, der schon 2022 in Frieding mitgeritten ist.

Am Renntag können Besucher übrigens Wetten auf die Reiter abschließen. Wer sich schon jetzt über sie und ihre Ochsen – Hans, Fonse, Wuschel, Effendi und wie sie alle heißen – informieren will, findet die komplette Startliste unter www.hadorf-veranstaltungen.de. „Es wird wild, es wird schnell, es wird legendär“, schreibt die Burschenschaft dort. Und schon am Samstag darauf, dem 31. Mai, richtet der Verein sein traditionelles Stadlfest aus. Oberbursch Leonhard Wagner freut sich schon richtig: „Das werden Hadorfer Festtage.“

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