Nächtlicher Polizeieinsatz: Party-Floß im Schutzgebiet

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Auf diesem Floß, das am Steg in den Seeanlagen festgemacht ist, waren die jungen Leute in Richtung Schutzgebiet Südufer Ammersee unterwegs. © Dieter Roettig

Da ein Floß mitten in der Nacht in einen Schutzbereich am Ammersee vordrang, kam es zu einem Polizeieinsatz auf dem Wasser. Den drei Männern droht nun ein Bußgeld.

Dießen – Gerade erst waren Befürchtungen laut geworden, die geschützten Fischadler könnten bei ihrer Brut am südlichen Ammerseeufer wieder gestört werden, schon ist es wieder passiert. Am Sonntag kurz vor Mitternacht holte die Polizei drei junge Männer im Alter um die 18 Jahre, die auf einem Floß unterwegs waren, aus der Schutzzone. Gegen die Gruppe wird nun wegen naturschutzrechtlichen Verstößen ermittelt, teilt die Polizei am Montag mit.

Die Fischadler, die im vergangenen Jahr erstmals nach hunderten von Jahren wieder am Ammersee gebrütet hatten und dies auch noch erfolgreich, sind gerade erst zurückgekehrt und haben ihren alten Horst vom Vorjahr aufgesucht, um auch heuer Junge großzuziehen. Aber jede Störung könnte dazu führen, dass die lärmempfindlichen Greifvögel den Horst wieder aufgeben. Deshalb beobachten Vogelfreunde und Naturschützer das Geschehen aus sicherer Entfernung vom Beobachtungsturm in Dießen genau – in klaren Mondnächten wie aktuell offenbar auch nachts. Denn es waren Besucher des Beobachtungsturms, die das Floß entdeckten, das sich hinter die bereits vorhandenen Bojen immer näher Richtung Horst bewegte. Sie benachrichtigten die Polizei, die sich, unterstützt durch die Wasserwacht Dießen, gegen 23 Uhr mit ihren Booten auf den Weg machten und das Floß schnell einholten.

Mit Beamer, Musikbox und Feuerschale in Richtung Naturschutzgebiet

Wie die Polizei mitteilt, war das zweigeschossige Floß unter anderem mit Beamer, Musikbox und Feuerschale ausgestattet, in der in dieser Nacht auch Feuer flackerte, bestätigt Dießens Polizeichef Eric Hollfelder. „Vermutlich war das denen aufgefallen, die uns den Vorfall gemeldet haben“, sagt er auf Nachfrage. Das Floß steuerte genau in das Naturschutzgebiet am Südufer des Ammersees, in dem der Aufenthalt verboten ist. Aktuell weisen wenige Bojen auf den Schutzbereich hin. Wie berichtet, will die zuständige Untere Naturschutzbehörde Landsberg 14 weitere Bojen ausbringen.

Beim Floßführer wurde ein Alkoholtest durchgeführt, der negativ ausfiel, so Hollfelder. Gegen die Gruppe wird nun aber wegen des Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz ermittelt, sodass ihnen wohl ein Bußgeld droht.

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