Offene Fragen rund ums Landratsamt Landsberg

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Hätte im Innenhof zum Verweilen eingeladen, ist aber Geschichte: der Plan fürs neue Landratsamt im Landsberger Osten. Nach dem Bürgerentscheid sind noch einige Fragen offen. ©  Hascher Jehle Architektur

Seit dem Bürgerentscheid gegen den Bau des neuen Landsberger Landratsamts weisen einige Landkreisbürger darauf hin, dass Folgefragen noch offen sind. Die eine betrifft das Schicksal des Grundstücks am Penzinger Feld. Die andere lautet: Wie kann man die Stellenmehrung im Landratsamt stoppen?

Landsberg - In einem Beitrag unter dem Titel „Landratsamt Landsberg: Jetzt schaut man genauer hin“ analysiert der Internet-basierte landsbergblog beide Themen in seiner aktuellen Ausgabe. Zum Grundstück im Landsberger Osten, auf dem das Landratsamt errichtet werden sollte, erinnert der Dienst daran, dass das nachgeschobene Ratsbegehren, das die Verlagerung der Außenstellen und der Kfz-Zulassungsstelle im Osten der Lechstadt in den Vordergrund rückte, von den Wählenden ebenfalls abgelehnt wurde. Damit habe der Landrat den Standort als Ganzes geopfert; nun sei auch der Bau eines kleinen Landratsamts am Penzinger Feld ausgeschlossen.

„Der Landkreis hat 2,5 Millionen Euro für ein Grundstück mit Baurecht bezahlt, das aber nie zum Grundstück mit Baurecht wurde“, schlussfolgert der landsbergblog. Die Stadt habe das Baurecht nicht durch einen allgemeinen, sondern einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ schaffen wollen. Der Aufstellungsbeschluss dazu soll nächste Woche im Stadtrat aufgehoben werden. Da das Vorhaben nicht verwirklicht werde, wird es auch kein Baurecht geben. Der Kaufvertrag lasse sich nicht rückabwickeln. Das Grundstück sei nur noch als Ackerland verkäuflich. Die Verluste müsse der Kreis nach der Haushaltsverord­nung Doppik abschreiben.

Wachsende Entourage

Die Forderung nach einem genauen Durchleuchten der Personalentwicklung in der Kreisbehörde stehen ebenfalls im Fokus. Bereits bei den drei Teilhaushalten, die das Büro des Landrats betreffen, gebe es merkwürdige Entwicklungen. Die „Entourage“ von Thomas Eichinger (CSU) sei 2025 mit 13,5 Stellen doppelt so groß wie im Jahr 2021.

Besonders erstaune, dass 2,85 Stellen allein für „Social Media“ genutzt würden, was dem Social-Media-Personal mittelgroßer deutscher Unternehmen wie Fielmann, Miele oder Lamy entspreche.

Bei der Stellenplan-Position „Landrat, Kreistag, Ausschüsse“ würden 4,5 Stellen verzeichnet. Nach Angaben von Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, handele es sich dabei um Personen, die dem Landrat direkt zuarbeiten und an „Projekten“ arbeiten.

Der landsbergblog schlussfolgert: Die einzige Möglichkeit wäre, dass der Kreistag ein Organisationsgutachten in Auftrag gibt und dabei im Zuge der Entbürokratisierung zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: „Weniger Stellen, mehr Effizienz – das wäre eine großartige Kombination“.

Was hat das Werben fürs neue Landratsamt gekostet?

Aus der Mitte des Landsberger Kreistages gibt es eine weitere offene Frage: Wie viel hat der Landkreis Landsberg ausgegeben, um im Vorfeld des Bürgerentscheides zum Neubau des Landratsamtes für das Ratsbegehren zu werben? Eine Antwort auf diese Frage fordert jetzt die Fraktion der Bayernpartei von Landrat Eichinger ein. Hier geht‘s zu unserem Bericht.

123.000 Euro und 380 Arbeitsstunden

Wie soeben (Dienstag, 15.45 Uhr) im Kreisausschuss bekannt wurde, hat der Landkreis für die Ratsbegehren-Werbung 123.000 Euro ausgegeben. Hinzu kommen noch rund 380 Arbeitsstunden der Kreisbeschäftigten. Ein ausführlicher Bericht folgt.

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