Am Sonntag haben die Maibaambuam Gauting von 1969 in aller Herrgottsfrühe den Maibaum aus dem Wald geholt. Jetzt richtet sich der Blick auf den 1. Mai.
Gauting – Am Sonntagmorgen, 5 Uhr früh, war es so weit: 50 Burschen der Maibaambuam Gauting von 1969 e.V. machten sich auf den Weg, den diesjährigen Maibaum nach Gauting zu verbringen. Während der Ort noch schlief, wurde die rund 35 Meter lange Fichte aus dem Wald durch das Ortszentrum bis zum Vereinsheim der Maibaambuam transportiert, wo nun die Vorbereitungen für das Aufstellen am 1. Mai in die Hochphase gehen. Ein kleines Stück wird wohl noch abgeschnitten, aber über 30 Meter hoch wird er bleiben.
Bereits im November 2024 wurde eine prächtige, kerngesunde, rund 100 Jahre alte Fichte aus den heimischen Gautinger Wäldern – genauer dem Obertaxeter Wald – ausgewählt und zum optimalen Zeitpunkt geschlagen. „Wir haben sorgfältig nach dem perfekten Baum gesucht und ihn zum idealen Zeitpunkt gefällt, ausgerichtet am landwirtschaftlichen Mondkalender“, berichtet Michael Waller, Vorstandsvorsitzender der Gautinger Maibaambuam. „Wir wollten nichts dem Zufall überlassen. Unser Dank gebührt der Gemeinde Gauting, die uns den neuen Maibaum gespendet hat.“ Bevor sie in den Ort transportiert wurde, konnte die kapitale Fichte im Wald verblieben, damit das frische Holz austrocknet.
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Das Hereinholen des Maibaums war gleichzeitig der Startschuss für die Vorbereitungen auf den 1. Mai. Bevor der neue Maibaum feierlich von Hand auf dem Gautinger Hauptplatz aufgestellt werden kann, wird die Fichte in traditioneller Handarbeit bearbeitet und mit der typischen weiß-blauen Bemalung versehen. Nun beginnt auch die Zeit der Maibaum-Wache: Nacht für Nacht halten Vereinsmitglieder die Augen auf, um den Baum vor dem Diebstahl durch benachbarte Maibaumvereine zu schützen. „Für uns ist der Maibaum weit mehr als nur ein schöner Brauch. Er steht für generationenübergreifende Gemeinschaft, Zusammenhalt und echte bayerische Handarbeit. Und etwas Nervenkitzel bei der Wache gehört natürlich auch dazu“, so Waller weiter.
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Den Höhepunkt bildet dann der 1. Mai ab 10 Uhr. Ganz nach alter Sitte wird der Maibaum von Hand und mit reiner Muskelkraft aufgestellt. Die musikalische Begleitung übernimmt „Da Blechhauffa“, für die kleinen Besucher gibt es ein buntes Kinderprogramm mit Hüpfburg und Kinderschminken durch das BRK. Auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt: Mit Spezialitäten vom Grill und kühlen Getränken ist für jeden etwas dabei.
Tag der offenen Tür am 19. April
Zuvor schon sind alle Interessierten dazu eingeladen, beim Tag der offenen Tür am kommenden Samstag, 19. April, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Besucher erwartet tagsüber ein spannender Einblick in das bayerische Brauchtum. Dabei können sie sich von der Arbeit rund um den Maibaum ein eigenes Bild machen. Außerdem wird gegrillt und es gibt kühle Getränke (gegen eine Spende).
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Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr. „Nicht nur der Tag der offenen Tür, sondern der ganze April ist eine gute Zeit, um sich das Vereinsleben anzusehen und die Maibaambuam näher kennenzulernen“, so Waller. Auch neue Mitglieder sind gern gesehen. Der Zugang ist zwischen E-Werk und Pizzeria Carmine.
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