Gelernt wird in der neuen Verbandsgrundschule schon seit Monaten. Jetzt wurde offiziell die Eröffnung des 47,3 Millionen Euro teuren Gebäudes gefeiert. Die hohen Gäste aus den Rathäusern Karlsfeld und München waren sich einig: „Es ist schön geworden!“
Karlsfeld – „Ich schenk dir ein Lächeln“ sang der Schulchor der ersten und dritten Klassen und ließ bunte Luftballons in den Himmel steigen. Und dann schmetterten diese putzmunteren Kinder noch „Wir feiern ein Fest der Freude“. Das war klar die Botschaft auf dieser Einweihung der Verbandsgrundschule (VGS) München-Karlsfeld: Sich freuen über diese tolle Schule, die nun für rund 600 Schülerinnen und Schüler ein lichtes und freundliches Lernhaus ist.
Leiterin der 47,3-Millionen-Euro Schule ist Ursula Weber. Auch ihr war es sichtlich eine Freude, viele Ehrengäste aus Politik, Kultur und Bildung begrüßen zu können.
Im November 2018 starteten die Bauarbeiten in zwei Abschnitten. Der erste Teil des Gebäudes wurde bereits im Juli 2021 fertiggestellt, der zweite im Juni vergangenen Jahres. Warum die Eröffnung der Schule erst jetzt, mitten in der zweiten Hälfte des laufenden Schuljahres, gefeiert wird? „Wir wollten warten, bis sich die Schulfamilie eingelebt hat“, erklärte Karlsfelds Bürgermeister und Vorsitzender des Schulverbandes Stefan Kolbe. „Ich freue mich sehr über diesen Meilenstein in der Geschichte der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Karlsfeld und der Stadt München. Das war eine gute Kooperation“, sagte er glücklich. Kolbe betonte auch die hervorragende Architektur mit hellen und großzügigen Räumen, die individuelles und gemeinschaftliches Lernen ermöglichten. Und: „Es ist auch eine Schule im Grünen, über die man sich freuen kann.“
Ökologisches Lernen „auf Augenhöhe“
Kolbes kommunalpolitischer Partner, der Münchner OB Dieter Reiter, konnte an der Feier nicht teilnehmen. An seiner Stelle sprach die ehrenamtliche Stadträtin Julia Schönfeld-Knor. Auch sie hob die gute Zusammenarbeit hervor, die schon 1802 mit dem ersten Schulhaus in Ludwigsfeld begonnen habe. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es dann in der Gerberau eine Barackenschule, die von Münchner und Karlsfelder Kindern besucht wurde. Und demnächst wird es ja auch ein Gymnasium geben, so erinnerte Kolbe, das beide Gemeinden nutzen könnten.
Für den Landkreis Dachau freute sich stellvertretender Landrat Helmut Zech über dieses „Top-Schulgebäude“, in dem man anders als früher lernen könne, nämlich „auf Augenhöhe“ und nicht wie im „Frontalunterricht“ zu seiner Zeit. Auch Florian Kraus, Stadtschulrat der Landeshauptstadt, lobte das offene Lernhauskonzept, die hellen Lichthöfe, die vielen „Blickachsen“ – das alles führe dazu, dass eine Lerngemeinschaft entstehe, die eine „klassenübergreifende Vertrautheit“ schaffe. Detlev Langer, Direktor des Münchner Hochbaureferats, freute sich über den gelungenen Bau: „Es ist schön geworden!“ Und es wurde auch ein ökologisch wertvoller Komplex mit begrünten Dächern, Photovoltaikanlage und Mulden, über die das Regenwasser direkt auf dem Grundstück versickert.
Das war eine gute Kooperation.
In ihrer Festrede zeigte Rektorin Ursula Weber den langen Weg von der ersten Schule 1965 bis zum heutigen „hochmodernen“ Neubau auf, der viele wichtige pädagogische Leitlinien ermögliche. So bei Integration, Inklusion, Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit, Erhöhung der sozialen Kompetenz, eine fortschreitende Digitalisierung etwa durch einen „Tablett-Führerschein“. Die Unterstützung des Kreisjugendrings bei der Ganztagsbetreuung, der Demokratiebildung und dem „Glücksunterricht“ hob sie besonders hervor. Dazu gab es einen Film von Siegfried Weber, der bunt aufzeigte, dass man nicht nur prima lernen kann an dieser Schule, sondern auch tüchtig feiern.
Was auch die Chorklassen und der zum Schluss auftretende Lehreinnenchor, alle unter der musikalischen Leitung von Gabriele Stegmann, zeigten: Es durfte gelacht werden. Und man durfte sich herzlich freuen, auch über das feine Spiel der Zupferklasse unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold. Elfriede Peil