Im Waitzinger Keller präsentieren fünf Filmemacher ihre Werke aus dem Bergfilmfestival und dem Alpen-Film-Festival. Tom Dauer und Sandra Freudenberg sprechen mit unserer Zeitung über das Gipfeltreffen der Filmfestivals.
Miesbach – Mit dem Alpen Film Festival und dem Bergfilmfestival Tegernsee hat der Landkreis zwei Hochkaräter in der Filmszene. Im Waitzinger Keller in Miesbach gibt es nun einen Abend mit fünf Bergfilmen aus den Programmen beider Festivals – quasi ein Gipfeltreffen. Wir haben Alpen-Film-Festival-Leiterin Sandra Freudenberg und den Tegernseer Festivaldirektor Tom Dauer, selbst Kurator des Alpen Film Festivals, zu Programm und Besonderheiten befragt.
Filme regen zum Nachdenken an
Frau Freudenberg, was macht für Sie das Bergfilmfestival aus?
Freudenberg: Das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee schafft es seit 21 Jahren, eine beeindruckende Auswahl an Filmen zusammenzustellen, die uns die Berge der Welt aus vielen verschiedenen Perspektiven zeigen. Alpinistische Abenteuer, beeindruckende Landschafts- und Tierfilme sowie Filme, die die kulturelle Seite des Alpinen zeigen, da ist für jeden etwas dabei. Zudem finde ich das Ambiente in Tegernsee jeden Herbst wieder wunderschön. Da treffen sich Bergmenschen und Cineasten gleichermaßen, und alle kommen auf ihre Kosten.
Und wie würden Sie das Besondere des Alpen-Film-Festivals beschreiben, Herr Dauer?
Dauer: Während wir in Tegernsee verankert sind, reist das Alpen Film Festival zu Arthouse-Kinos zwischen Bozen und Kiel. Sein jährliches Programm ist quasi ein Destillat dessen, was wir in Tegernsee zeigen. Wer das Alpen Film Festival besucht, lernt die ganze Bandbreite des modernen Bergfilms kennen. Das unterscheidet es auch von anderen Filmtouren, bei denen meist der bergsportliche Aspekt im Vordergrund steht. Eine Besucherin hat es einmal schön formuliert: Die Filme des Alpen Film Festivals nehmen meist eine überraschende Abzweigung und regen damit zum Nachdenken an.
Unterhaltsame und anrührende Filme beim Gipfeltreffen
Wie ergänzen sich die beiden beim gemeinsamen Filmabend im Waitzinger Keller?
Dauer: Das Alpen Film Festival bringt mit seinen Filmen etwas Rohes, Ungeschliffenes ein. Das ist handwerklich vielleicht nicht immer ganz perfekt, aber dafür sehr wahrhaftig, weil nahe am Geschehen. Mit „Frau Irans Ehemann“, der 2024 in Tegernsee mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde, kommt eine Portion Dokumentarfilmkunst dazu.
Wird es über diesen Abend hinaus eine Zusammenarbeit von Alpen Film Festival und Bergfilmfestival geben? Wenn ja, auf was darf sich das Publikum dann freuen?
Freudenberg: Wir hoffen es und arbeiten daran. Freuen darf sich das Publikum, ob in Tegernsee oder auf den Tourstopps des Alpen Film Festivals, auf unterhaltsame und anrührende Filme, die Drama, ästhetischen Genuss und eine Portion Humor bieten.
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Zum Programm
Der Filmabend beginnt am Freitag, 31. Januar, um 19.30 Uhr im Saal des Waitzinger Kellers in Miesbach. Das Programm steht unter dem Motto „Zusammen weiter“. In den Filmen geht es mit zwei Trailrunnerinnen um die Berner Alpen und mit zwei Freunden auf ihrer Wanderung „In die Weite“ durch den Osten Österreichs. Die Zuschauer sind auf Armlänge dabei, wenn Michi Wohlleben seine Erstbegehung „Bodhichitta“ an der Westlichen Dreifaltigkeit im Alpstein-Massiv klettert, und beobachten das stille Drama, das sich in einer patriarchalisch geführten Familie im iranischen Zagros-Gebirge entfaltet – mit ihrem Film „Frau Irans Ehemann“ hat Regisseurin Marjan Khosravi nach Freudenbergs Auffassung ein Meisterwerk geschaffen. In „The Pulse of the Spirit“ zeigen Vater und Sohn mit einem Augenzwinkern, wie man sich besser nicht auf alpine Unternehmungen vorbereiten sollte. Tickets zum Preis von 20 und 22 Euro gibt es im Vorverkauf beim Waitzinger Keller, unter Tel. 0 80 25 / 7 00 00 und ticket@waitzinger-keller.de sowie zuzüglich Gebühren im Internet über Eventim und München Ticket. hsi
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