Ex-Hurrikan fegt nach Europa: Schwere Unwetter in Urlaubsregion – Orte überschwemmt, Insel hart getroffen

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In weiten Teilen Spaniens kommt es derzeit zu starken Regenfällen. Der spanische Wetterdienst hat für mehrere Regionen die höchste Warnstufe verhängt.

Palma – Am Montag wurde Mallorca von heftigen Unwettern heimgesucht. Teile der Insel standen zeitweise unter Wasser, da starke Gewitter, intensiver Regen und Hagel niedergingen. Ein Sturmtief, das aus den Überresten des ehemaligen Hurrikans „Gabrielle“ hervorgegangen ist, war die Ursache. Der spanische Wetterdienst AEMET bestätigte, dass die Reste des Wirbelsturms über den Atlantik hinweg die Balearen erreicht hatten. „Spanien bereitet sich auf eine Woche mit ungewöhnlichem Wetter vor“, berichtete das Nachrichtenportal Euro Weekly unter Berufung auf die Behörde.

Menschen an einem Strand schauen auf einen Himmel voller dunkler Wolken
Große Regionen Spaniens stehen momentan unter starkem Regen. (Archivbild) © Clara Margais/dpa

Mallorca zählt zu einem der beliebtesten Reiseziele unter Deutschen. Besonders das Inselinnere war am Montag stark betroffen. Die Feuerwehr musste nach eigenen Angaben bis zum Nachmittag etwa ein Dutzend Mal ausrücken. In der Gemeinde Selva wurden allein acht Einsätze verzeichnet, hauptsächlich wegen überfluteter Keller. Auch in Inca, Muro, Santa Margalida und Lloret de Vistalegre waren die Einsatzkräfte gefordert. Insgesamt meldeten die Behörden bis 16.30 Uhr zwölf größere Vorfälle. In drei Fällen war ein direktes Eingreifen der Rettungskräfte notwendig, so die Feuerwehr.

Mallorca unter Alarm: Behörden aktivieren Notfallplan und sperren Uferpromenade wegen weiterer Unwetter

AEMET prognostizierte auch für die kommenden Tage weitere Unwetter. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Vorsicht walten zu lassen und die aktuellen Warnhinweise zu beachten. Als Reaktion auf die Unwetter ergriffen die Behörden auf Mallorca umfassende Sicherheitsmaßnahmen. In Palma wurde der kommunale Notfallplan aktiviert, und der Inselrat sperrte die Uferpromenade Paseo Marítimo von Montagabend, 23 Uhr, bis Dienstagnachmittag um 15 Uhr.

Die Schäden durch das Unwetter sind nach ersten Einschätzungen der Behörden erheblich. María José Guerrero, Sprecherin des staatlichen Wetterdienstes AEMET, warnte vor einer möglichen Verschärfung der Lage. Die Prognosen seien „sehr heikel“, da Mallorca am Rande des Einflussbereichs von Ex-Hurrikan „Gabrielle“ liege, berichtete die spanische Zeitung Ultima Hora. AEMET hat die Warnstufe für den Süden, Osten und das Tramuntana-Gebirge bereits auf Orange erhöht, schrieb die Zeitung weiter.

Mallorca von Starkregen und Hagel heimgesucht: Straßen in Inca und Selva überflutet

Am Montagmittag zeigte sich die Dramatik der Situation in Inca: Starke Gewitter mit Hagel und sintflutartige Regenfälle verwandelten mehrere Straßen in reißende Bäche. Auch in Selva standen viele Straßenzüge unter Wasser. Am Nachmittag verlagerte sich das Zentrum des Unwetters nach Sa Pobla, wo erneut heftiger Hagel niederging.

Am Flughafen von Mallorca führte das Unwetter am Montag zu erheblichen Verzögerungen. Passagiere mussten teilweise bis in die Nacht hinein bis zu zwei Stunden auf ihren Abflug warten, berichtete die Mallorca Zeitung. Auch am Dienstagmorgen war die Lage noch nicht vollständig entspannt. Laut dem Portal Flightradar24 kam es weiterhin zu zahlreichen Verspätungen bei Starts und Landungen, meist mit einer Verzögerung von etwa einer Stunde.

Spanien unter Wasser: Ibiza und Valencia von Extremregen betroffen – Alarmstufe Rot ausgerufen

Auch die Nachbarinsel Ibiza war von den Unwettern stark betroffen, wie die Mallorca Zeitung berichtete. Rund um den Flughafen fielen innerhalb weniger Stunden 74 Liter Regen pro Quadratmeter. In Sant Antoni de Portmany, einem bekannten Touristenort, wurden 66 Liter pro Quadratmeter gemessen. Nicht nur Mallorca und Ibiza litten unter den Folgen der Extremwetterlage – auch Teile des spanischen Festlands waren betroffen. Besonders schwer traf es die Region Valencia, die bereits vor elf Monaten eine Flutkatastrophe mit 236 Todesopfern erlebt hatte. Dort kam es erneut zu massiven Regenfällen.

Bereits am Sonntag, dem 28. September, rief die Wetterbehörde AEMET für den Osten Spaniens die höchste Alarmstufe Rot aus. Sie warnte vor „außergewöhnlicher Gefahr“ durch sintflutartige Regenfälle. In Valencia blieben am Montag alle Schulen, Universitäten, Parks, Bibliotheken und Friedhöfe geschlossen. Auch die Provinzen Tarragona und Castellón standen unter der höchsten Warnstufe. Über das Es-Alert-System wurden Handywarnungen verschickt. Der Nahverkehr brach teilweise zusammen: Die Metrovalencia stellte auf Samstagsfahrplan um, einzelne Streckenabschnitte wie Santa Rita–Llíria mussten gesperrt werden, und Busse ersetzten zeitweise die U-Bahn. Auch Aragón war betroffen. In der Regionalhauptstadt Saragossa führten extreme Niederschläge zu erheblichen Überschwemmungen. (Quellen: AEMET, Euro Weekly, Ultima Hora, Mallorca Zeitung, Flightradar24) (jal)

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