Ein 58-Jähriger war nicht von einer Wanderung durch die Arzbergklamm in Tirol zurückgekehrt. Wenige Tage später wird bekannt: Es handelt sich um einen bekannten Banker.
Innsbruck – Drama in Tirol. Am Donnerstag (26. September) fand eine der größten Suchaktionen der vergangenen Monate in der Region Telfs statt. Bergrettungen aus Telfs und Mieming, die Alpinpolizei, der Polizeihubschrauber „Libelle Tirol“ und zwei Drohnen suchten nach einem vermissten Mann, der von einer morgendlichen Wanderung in der Arzbergklamm nicht zurückgekehrt war. Gegen 16 Uhr entdeckten die Einsatzkräfte den leblosen Körper. Laut Mitteilung ein 58-jähriger Österreicher.
Er war aus bisher unbekannter Ursache über steiles, felsdurchsetztes Gelände abgestürzt und dabei tödlich verletzt worden. Der Sturz war etwa fünfzig Meter tief.
Drama in Arzbergklamm in Tirol: Bank-Manager Hans Unterdorfer in den Tod gestürzt
Am Montag (29. September) bestätigte die Erste Bank offiziell, was diverse Medien aus Österreich zuvor bereits angedeutet hatten. Beim Verstorbenen handelt es sich um Spitzenmanager Hans Unterdorfer.
„Er hat mit seiner hohen Professionalität, fachlichen Kompetenz und seiner offenen Art die Tiroler Sparkasse, die Erste Bank Oesterreich sowie den gesamten österreichischen Bankensektor nachhaltig geprägt und bereichert. Wir verlieren einen Freund und Kollegen, der viel zu früh von uns gegangen ist und schmerzlich vermisst werden wird“, heißt es in der Aussendung des Unternehmens, das österreichische Medien zitieren.
Trauer um Hans Unterdorfer in Österreich: „Weit über das übliche Maß engagiert“
Unterdorfer hatte seit Herbst 2022 die Position des Firmenkundenvorstands bei der Erste Bank inne. Zuvor war er lange Zeit Vorstandsvorsitzender der Tiroler Sparkasse (seit 2011) und galt als bestens vernetzt in Tiroler Wirtschaft und Gesellschaft. Unterdorfer war auch Honorarkonsul für Russland in Tirol, hatte das Amt kurz nach Beginn des russischen Angriffkriegs in der Ukraine allerdings niedergelegt.
Auch Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck zeigte sich betroffen. „Er war über viele Jahre erfolgreicher Banker und profunder Kenner des Bankenwesens, der sich weit über das übliche Maß für seine Branche engagiert hat“, würdigte Ruck den Verstorbenen im ORF. Er habe ihn „als versierten Gesprächspartner und engagierten Interessenvertreter sehr geschätzt – er wird uns fehlen.“
Die Arzbergklamm bei Telfs gilt als beliebtes Wandergebiet und Ausflugsziel im Urlaub in Österreich, birgt aber auch Gefahren durch steile Passagen und unwegsames Gelände. Die Zahl der Todesfälle bei Wanderungen in Tirol hatte im Jahr 2025 auffällig zugenommen. (moe)