Mega-Stromausfall in Italien: Großstadt wird zur „Hölle“

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Im Norden von Italien hat es am Wochenende großflächige Stromausfälle gegeben. Das Energie-Unternehmen hat den Grund schnell erklärt. Doch eine schnelle Lösung fehlt.

Turin – Ein großer Stromausfall sorgt in Italien für große Aufregung. Betroffen war vor allem die Region Turin. Ganze zehn Stunden lang lag die Stadt am Sonntag zumindest teilweise im Dunklen. Und auch schon am Samstag hatte es Stromausfälle gegeben. Bei den Bürgern herrscht viel Wut vor.

Ab 14 Uhr war in Turin am Sonntagnachmittag der Strom weg, berichtet der Corriere. Eine Vorwarnung hatte es offenbar nicht gegeben. Ganze Stadtviertel waren dem Bericht nach bis spät in die Nacht ohne Strom. Und auch schon am Samstag hatte es knapp 20 kleinere Stromausfälle in verschiedenen Stadtvierteln Turins gegeben.

Mega-Stromausfall in Italien hat harte Folgen für Bürger

Das hat für die Anwohner – und auch Deutsche im Urlaub in Italien – durchaus harte Folgen: Kühlschränke fielen aus, Klimaanlagen waren nicht in Betrieb, Handys und Computer konnten nicht geladen werden. Auch Gegensprechanlagen und elektrische Türöffner funktionierten nicht. Zudem berichtet das Blatt von Fällen, in denen Menschen mit ihren Autos zu Hause eingeschlossen waren, da elektronische Tore nicht funktionierten.

Luftverschmutzung in TurinStromausfälle haben in Turin, Italien, am Wochenende für große Probleme gesorgt. (Archivfoto)
Stromausfälle haben in Turin, Italien, am Wochenende für große Probleme gesorgt. (Archivfoto) © Stefano Guidi/dpa

Der Black-Out fällt mit der ersten großen Hitze-Welle in Italien zusammen. Und das Wetter ist indirekt wohl auch der Auslöser für die Pannen. „Vermutlich sind diese Probleme auf die hohen Temperaturen in dieser Jahreszeit zurückzuführen, die den Boden, unter dem die Stromkabel verlaufen, erwärmt haben“, erklärt der Energie-Versorger Iren gegenüber dem Corriere. Daneben sei es nicht ausgeschlossen, dass „der gleichzeitige Betrieb zahlreicher Klimaanlagen in Wohnungen und Büros dazu beigetragen hat“. Der Effekt aus steigenden Temperaturen und steigendem Energieverbrauch sei klar ersichtlich, heißt es weiter.

Strom-Ausfall in Italien hat mehrere Hintergründe

Doch warum fällt ausgerechnet in der Groß- und Industriestadt Turin der Strom aus – und nicht etwa auch in Mailand?

Das liegt dem Bericht nach an dem teils veralteten Netz in Turin. Alte Kabel und Muffen müssten ausgetauscht werden, um den nun noch höheren Sommertemperaturen sowie dem weiter gestiegenen Energieverbrauch standzuhalten. Es wird investiert. Doch bis das Problem gelöst ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Und auch der Zeitpunkt im Jahr spielt offenbar eine Rolle: „Diese Hitzewellen zu Beginn des Sommers sind schwieriger zu bewältigen“, so Iren demnach weiter, „da die unterirdisch verlaufenden Kabel angesichts der hohen Temperaturen und der noch kurzen Nächte, die eine geringere Energieverteilung zulassen, nur wenig Zeit zum Abkühlen haben“.

Wut nach Stromausfall in Italien – „Hölle aus Hitze“

In Turin ist man wütend. Denn der Stromausfall viel ausgerechnet mit dem großen Sommerkonzert des Radiosenders Kiss Kiss in der Stadt zusammen. Eine großes wirtschaftliches und soziales Event in Turin. „Es sollte ein unvergesslicher Tag für die Bars und Restaurants in der Gegend werden“, schreibt Stadtrat Ferrante De Benedictis dazu und meint weiter: „Doch es wurde zu einer Hölle aus Hitze und Schwüle, und die Geschäfte mussten vorzeitig schließen.“ Er prangert auch die Stadt an und fragt nach einem Krisenplan.

Das Event selbst war laut Corriere aber wohl nicht ursprünglich verantwortlich für den Stromausfall, da man über eigene Generatoren verfügt hatte.

Unterdessen hat der Urlauber-Hotspot Capri eine wichtige neue Regel eingeführt – sie dürfte Touristen helfen.

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