An der Costa del Sol ist das Meerwasser plötzlich braun. Die Stadtverwaltung gibt Entwarnung. Doch es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Region.
Benalmádena – An der Costa del Sol in Spanien haben zahlreiche Touristen in einer Urlaubshochburg ein unheimliches Schauspiel erlebt. Vor ihren Augen färbte sich das sonst klare Meerwasser plötzlich braun. Der Vorfall ereignete sich in einem Strandabschnitt in der beliebten Ferienregion Benalmádena – und erinnert an vergleichbare Geschehnisse in der Region.
In Urlaubshochburg: Foto zeigt ungewöhnliche Masse direkt am Strand – Meer färbt sich plötzlich braun
Die Stadtverwaltung ließ vorsichtshalber die gelbe Flagge hissen, wie sie in einer Mitteilung bekannt gab. Ursache für die braune, sprudelnde Masse vor dem Strand, die bereits am 26. Mai dort auftauchte, war eine geplatzte Wasserleitung. Ein Video zeigte, wie das Wasser aus dem Rohr ins Meer strömte. Das Wasserversorgungsunternehmen Acosol meldete den Vorfall. Die Leitung ist mit dem Stausee La Concepción verbunden, der die westlichen Gemeinden der Costa del Sol mit Wasser versorgt.
Laut Stadtverwaltung handelte es sich bei dem betroffenen Rohr um einen „alten und verfallenen Leitungsabschnitt“. Dieser Abschnitt ist „Teil des Sanierungsprojekts für die Leitung, das Acosol derzeit ausschreibt.“ Bereits am Montagnachmittag begannen die Reparaturarbeiten, die voraussichtlich zwei bis drei Tage dauern werden, berichtete das lokale Nachrichtenportal La Opinión de Málaga.
Urlauber klagen über „Exkremente von der Straße“ und Hundehalter – schon zuvor ähnliche Vorfälle in Benalmádena
Die Stadtverwaltung betonte, dass keine Gefahr für die Badegäste bestand, da es sich bei der braunen Masse um Trinkwasser handelte. Beim Austritt wurden lediglich Erde und Sedimente aufgewirbelt. Daher konnte wenig später die grüne Flagge gehisst werden. Dennoch empfanden Urlauber den Anblick als unangenehm. Ein Augenzeuge, zitiert von der Daily Mail, bemerkte: „Das Wasser trägt die Exkremente von der Straße und vor allem den Abfall, den Hundehalter am Strand hinterlassen, mit sich.“ Ein anderes Problem gab es an einem Hotel-Pool in einem weiteren spanischen Urlaubsort – eine Touristin filmte alles mit.
Besonders brisant ist, dass es sich bereits um die fünfte größere Rohrexplosion an der westlichen Costa del Sol innerhalb eines Jahres handelt. Drei dieser Vorfälle ereigneten sich allein in Benalmádena, wie die regionale Zeitung Sur in English berichtet. Die betroffene Hauptwasserleitung gehört zu den ältesten an der gesamten Costa del Sol. Viele dieser Leitungen wurden in den 70er und 80er Jahren gebaut. Erst kürzlich trübten tote Tiere ein Urlaubsparadies an einem Mittelmeer-Strand.
Auch diesmal platzte die Leitung in der Nähe des Hotels Los Patos. Euro Weekly News erinnerte daran, dass es für das Vier-Sterne-Hotel bereits der zweite Wasserschaden dieser Art ist. Schon 2016 flutete eine geplatzte Leitung Teile des Gebäudes, und Urlauber mussten evakuiert werden. Unterdessen haben Tausende Österreicher einen Italien-Urlaubsort verwüstet. (kas/kh)