Gmund hält an Wohnprojekt für Senioren fest – Investoren gesucht

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Auf einem Grundstück an der Hirschbergstraße (im Vordergrund) sollen drei Gebäude für das Projekt „Wohnen im Alter“ entstehen. © Thomas Plettenberg

Es ist eine richtungsweisende Entscheidung für Gmund: Mit einer Gegenstimme hat der Gemeinderat beschlossen, am Projekt „Wohnen im Alter“ festzuhalten. Allerdings will man mit Investoren oder Bauträgern verhandeln.

Gmund - Seit der Klausur sehen die Gemeinderatsmitglieder klarer. Sie hatten Stefan Mayer, den Geschäftsführer der Pflegemanagement-Beratungsfirma CaraVita sowie der Heimat Bayern Wohnbau GmbH, eingeladen. Letztere plant und baut Senioren-Wohnprojekte, deren Wohnungen dann vermietet oder verkauft werden. Mayers Expertise war also gefragt, nachdem die Gemeinde das Wohnprojekt zuletzt auf Eis gelegt hatte. Seit vielen Jahren wird daran geplant, detaillierte Entwürfe liegen vor, auch der Bebauungsplan wurde auf neuen Stand gebracht.

Drei Gebäude sollen an der Hirschbergstraße entstehen

Das wäre der Plan: An der Hirschbergstraße sollen drei Gebäude entstehen. Im seeseitig gelegenen Haus 1 ist im ersten Stock eine ambulant betreute Wohngemeinschaft (WG) mit zehn Wohnungen vorgesehen, weitere 29 seniorengerechte Wohnungen in unterschiedlichen Größen entstehen in Haus 2 und 3.

Projekt-Finanzierung: Die Fördertöpfe sind leer

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) bezeichnete die Klausur als „sehr sachlich und konstruktiv“, ehe er den Tenor der Beratungen zusammenfasste. So ging es um die Finanzierung des Projekts, für das rund 18,2 Millionen Euro im Raum stehen. Förderprogramme müssen geprüft, miteinander kombiniert und beantragt werden. Besel zeigte sich hier wenig optimistisch. „Die Fördertöpfe sind leer“, wusste Besel, der Freistaat habe seine eigenen Wohnungsbaugesellschaften mit kommunalen Fördergeldern gefüttert, versprochene Millionenbeträge würden in den vorzeitigen Baubeginn für bereits vorliegende Förderprojekte fließen.

Die Gemeinde müsse also in Vorleistung gehen. Es gebe verschiedene Modelle für Gmund. So könnte die Gemeinde etwa nur Haus 1 selbst bauen und Haus 2 und 3 an einen Investor geben. Auch könne an einen Komplett-Verkauf und anschließenden Rückkauf gedacht werden.

Komplette Selbstfinanzierung vom Tisch: Gemeinderäte erleichtert

„Ich bin froh, dass die komplette Selbstfinanzierung vom Tisch ist“, äußerte sich Michael Huber (Grüne), der trotzdem noch viel Klärungsbedarf sah, auch was den Auftrag für eine weitere Beratung betrifft. „Schauen wir dennoch positiv gestimmt nach vorne.“ Martina Ettstaller (CSU) zog ein positives Resümee aus der Klausur: „Wir haben jetzt eine andere Sichtweise und wissen, dass wir das nicht alleine stemmen können.“ Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) sah das anders: „Ist die komplette Eigenfinanzierung wirklich vom Tisch?“, fragte sie und sah eine Fremdbeteiligung als problematisch. „Lasst uns den Eingabeplan machen und dann nochmal diskutieren.“

Georg Rabl (FWG) bedauerte, dass der Freistaat Förderungen gestrichen hat. Daher müsse Gmund dafür sorgen, dass es seine künftigen Haushaltsprojekte nicht gefährde. Es sei eine verpflichtende Aufgabe, mit dem Wohnprojekt voranzukommen und mit einer privaten Finanzierung umzusetzen. Abzuwarten und aufzuschieben, sei nicht richtig. Das Projekt möglichst flott weiterführen, sei sein Wunsch.

Gemeinde soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren

Auch für Franz von Preysing (CSU) war klar, dass die Gemeinde das Projekt nicht alleine schaffen könne. Was die Pflege-WG betrifft, so sollte man planerisch nicht ausschließen, dass an deren Stelle auch Wohnungen entstehen könnten. „Weitermachen und nicht auf bessere Zeiten hoffen“, forderte Barbara von Miller (SPD). Sie sei zufrieden, dass Gmund an der Pflege-WG festhalte. Korbinian Kohler (CSU) gab zu bedenken: „Wir müssen erst einmal schauen, was ein Investor mitmacht, damit es für ihn tragbar ist.“ Auch Kohler sprach sich dafür aus, dass die Gemeinde von einer kompletten Eigenfinanzierung absieht. Sie müsse sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU), selbst nicht bei der Klausur dabei, fand den Willen, am Projekt festzuhalten, richtig und gut. Die Pflege-WG bezeichnete er trotz Sinnhaftigkeit, als „harten Klotz am Bein“, da kompliziert. Ebenfalls für schwierig hielt er, Konstrukte mit Investoren zu finden. „Allein ist fein“, würde seine Devise lauten, sprich: Ein Investor solle es alleine machen.

Gremium stimmt mit großer Mehrheit für die Umsetzung

Mit einer Gegenstimme wurde schließlich ein detaillierter Beschluss gefasst. Er sieht unter anderem vor, dass das Projekt umgesetzt werden soll, mit Pflege-WG, jedoch mit flexiblem Grundriss. Zur Finanzierung soll mit Investoren oder Bauträgern verhandelt werden. Der Bauantrag soll jetzt eingereicht und eine Grundkalkulation mit Fördermöglichkeiten erarbeitet werden.

gr

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