Kreml-Insider tot: Wieder mysteriöser Todesfall in Russland

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Ein früherer Minister von Wladimir Putin wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. In Russland wird von einer Anzeige und einer Botschaft berichtet.

Moskau – Als die Rettungskräfte eintrafen, kam jede Hilfe längst zu spät. Alexei Sklyar war bereits tot. Die Leiche des einstigen stellvertretenden Arbeitsministers Russlands wurde am Donnerstagmorgen (15. Januar) in seinem Haus in der Siedlung Filimonkowskoje bei Moskau aufgefunden. Darüber berichtet unter anderem die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Ein weiterer toter Kreml-Insider: Der einst zum Zirkel von Wladimir Putin zählende Alexei Sklyar soll Suizid begangen haben. © IMAGO / ITAR-TASS , Alexander KAZAKOV / POOL / AFP

Demnach soll der 50-Jährige Suizid begangen haben. Unter Berufung auf Rettungskräfte heißt es weiter, Sklyar habe vor einem Tod über einen Telegram-Kanal eine Abschiedsnachricht an Freunde geschickt. In der Nähe der Leiche seien eine Waffe sowie eine Anzeige an die Moskauer Hauptdirektion des Innenministeriums gefunden worden. In dieser bat er um die Untersuchung und Einleitung eines Verfahrens wegen Anstiftung zum Selbstmord. Die Anzeige ist auf den 14. Januar 2026 datiert.

Ex-Minister von Putin tot: In letzten Lebensjahren IT-Unternehmen mit seiner Frau geführt

Die Tageszeitung Kommersant berichtet, Sklyars Leiche, die nahe der Haustür gelegen habe, weise eine Schusswunde auf. In der Telegram-Nachricht soll er seiner Frau die Schuld an der Verzweiflungstat gegeben haben. In dem Bericht wird auf Gerüchte über Eifersucht, geschäftliche Probleme und Alkoholabhängigkeit hingewiesen.

Seine aktuelle Frau, die er 2023 geheiratet hatte, habe jedoch gegenüber Reportern erklärt, dass der Suizid in keinem Zusammenhang mit den Eheproblemen gestanden habe. Dem Nachrichtenportal msk1.ru sagte sie: „Er hat mir keine Vorwürfe gemacht, das wurde in den Medien stark aufgebauscht. Natürlich gab es keine Schläge.“

Sklyars Ex-Frau, von der er sich kurz vor der zweiten Hochzeit scheiden ließ, verweigerte laut Kommersant jegliche Auskunft. Mit seiner neuen Partnerin habe er nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst ein IT-Unternehmen gegründet, das sich mit der Online-Visualisierung von Daten befasse. Sie wurde zur Eigentümerin. Während 2024 noch ein Gewinn von mehr als 300.000 Rubel – also gut 3000 Euro – zu verzeichnen gewesen sei, sei die Firma 2025 nicht mehr rentabel gewesen.

Kreml-Insider gestorben: Sklyar war vier Jahre lang stellvertretender Minister für Arbeit und Sozialschutz

Sklyar war von 2018 bis Juli 2022 stellvertretender Minister für Arbeit und Sozialschutz, sei auf eigenen Wunsch von seinem Posten entbunden worden. In dieser Funktion sei er für Informationssysteme, Telekommunikationsinfrastruktur und die Bereitstellung elektronischer Regierungsdienste zuständig gewesen. Sklyar kann also als Kreml-Insider bezeichnet werden.

Bereits von 2002 an bekleidete er verschiedene Positionen in Regierungsbehörden und zählte damit zumindest zum erweiterten Zirkel rund um Kreml-Chef Wladimir Putin. Sklyar reiht sich damit ein in eine Gruppe von Weggefährten des Staatsoberhauptes, die unter teils mysteriösen Umständen ums Leben kamen.

Haus im Schnee hinter Zaun
In diesem Haus lebte Alexei Sklyar zuletzt: Der einstige Minister war vor den Toren Moskaus in der Siedlung Filimonkowskoje zu Hause. © IMAGO / ITAR-TASS

Viele Todesfälle unter russischen Eliten: Diplomat stirbt auf Zypern und Unternehmer wird vermisst

So hatte die russische Botschaft auf Zypern den Tod ihres Mitarbeiters Alexei Panow via Facebook bekanntgegeben. Der Diplomat sei am 8. Januar verstorben. Zudem wird seit einigen Tagen der Unternehmer Vladislav Baumgertner vermisst. Vom ehemaligen CEO eines russischen Bergbau-Unternehmens, der ebenfalls aus Zypern lebt, fehlt seit dem 7. Januar jede Spur.

Die Cyprus Mail berichtete am Mittwoch (14. Januar) von einem Leichenfund nahe eines Küstenortes. Laut der Polizei konnte jedoch zunächst nicht festgestellt werden, ob es sich um den 56-Jährigen handelt, da sich der Körper in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand befunden habe.

Todesfälle unter Putin-Gefolgsleuten: Verlags-Chef und Verkehrsminister plötzlich tot

Im Oktober machte der Tod von Wjatscheslaw Leontjew Schlagzeilen. Der 87-Jährige stand an der Spitze des Pravda-Verlags, der die offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) herausbrachte, und soll sich in Moskau aus dem Fenster seiner Wohnung im fünften Stock gestürzt haben.

Drei Monate zuvor war Roman Starowoit tot mit einer Schusswunde in seinem Auto aufgefunden worden. Der kurz zuvor von Putin entlassene Verkehrsminister soll sich erschossen haben. Vor allem dieser Fall schreckte auch Russlands Elite auf. Im Februar lag Artur Prjachin tot vor seinem Büro. Der Leiter des Föderalen Antimonopoldienstes in der Republik Karelien soll auf einem Zettel darum gebeten haben, niemandem die Schuld für seinen Tod zu geben.

Hier bekommen Sie umgehend Hilfe

Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. (Quellen: Tass, Kommersant, msk1.ru, Facebook, Cyprus Mail) (mg)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/russland-mysterioeser-todesfall-in-russland-ehefrau-entgegnet-geruechten-94127132.html