Kommunalwahl 2026 in Karlsfeld: Wahlkampf mit vielen Fragezeichen

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Im Sitzungssaal im Karlsfelder Rathaus werden ab dem Frühjahr 2026 neue Gemeinderäte und vor allem einen neuen Bürgermeister tagen. © Foto: kn

Die CSU Karlsfeld ist startklar, aber die anderen Parteien brauchen noch Zeit: Das ist der Sachstand zur Kommunalwahl 2026.

Karlsfeld – Im Rennen um den Bürgermeistersessel ist es in Karlsfeld bislang noch erstaunlich ruhig. Für die Kommunalwahl am 8. März 2026 hat einzig die CSU bereits Fakten geschaffen. Schon vor einem Jahr verkündete sie, wie berichtet, ihren Bürgermeisterkandidaten: Christian Bieberle. Im Juni präsentierte die CSU ihre Kandidatenliste für den Gemeinderat. Während die CSU bereits mitten im Wahlkampf steckt, lassen sich die anderen Parteien noch Zeit.

Wie Adrian Heim, Fraktionsvorsitzender des Bündnis für Karlsfeld, auf Anfrage mitteilt, habe die kommunale Wählervereinigung zwar „bereits genügend Kandidatinnen und Kandidaten, um eine Liste aufzustellen“. Das Bündnis wolle aber möglichst wieder mit 30 Leuten antreten, weshalb noch ein paar Plätze besetzt werden müssten. „Dafür brauchen wir noch etwas Zeit.“

Bündnis: Im Oktober fällt Entscheidung

Für die Bürgermeisterwahl kündigt Heim an, dass das Bündnis auch diesmal wieder aktiv teilnehmen wolle. Bei der letzten Kommunalwahl schickte das Bündnis Birgit Piroué ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Sie holte 21,6 Prozent der Stimmen. Sechs Jahre später tritt sie, wie berichtet, für die CSU als Listenkandidatin an. „Zu einer demokratischen Wahl gehört es, dass die Wähler tatsächlich eine Auswahl haben, wen sie wählen wollen“, betont Heim. Ein Bündnis-Kandidat aus Karlsfeld stehe bereit und werde vom Vorstand unterstützt. Die Entscheidung soll Anfang Oktober fallen – erst danach werde der Name des Kandidaten bekanntgegeben, erklärt Heim.

Grüne: Aussichtsreiche Gespräche

Auch die Grünen wollen im Oktober ihre Gemeinderatskandidaten vorstellen. Wie Fraktionsvorsitzende Heike Miebach mitteilt, freue sich ihre Partei „eine vielversprechende Liste für die Wahl zum Gemeinderat aufstellen zu können“. Seit 2020 verzeichnet der Ortsverband nach eigenen Angaben einen steten Zuwachs an engagierten Mitgliedern und Interessierten. Bezüglich der Bürgermeisterkandidatur laufen Miebach zufolge „aussichtsreiche Gespräche“, um eine starke Alternative zum CSU-Kandidaten Bieberle zu bieten. Es gelte jedoch, letzte berufliche und private Fragen zu klären. Unabhängig davon arbeite das Wahlkampfteam bereits an einem umfassenden Programm, das den Karlsfelderinnen und Karlsfeldern „echte Alternativen“ aufzeigen soll, so Miebach.

FW: Beratungen nach Sommerpause

Die Freien Wähler wollen ebenfalls wieder eine Gemeinderatsliste aufstellen, wie Fraktionsvorsitzender Anton Flügel mitteilt. Konkrete Neuigkeiten gab es aber auch von ihm keine. „Da wir eine sehr kleine Gruppierung sind, haben wir uns entschieden, die Fragen zur Kommunalwahl 2026 erst nach der Sommerpause zu beraten. Vor allem die Frage nach einem Bürgermeisterkandidaten“, erklärt Flügel.

SPD: Noch kein passender Kandidat

Die SPD Karlsfeld steht derzeit ebenfalls noch ohne Bürgermeisterkandidaten da. Vorsitzender Jiyan Göcer schildert auf Nachfrage die schwierige Lage: „Karlsfeld ist im Moment in einer so schlechten Lage, sowohl finanziell als auch die Infrastruktur betreffend, dass niemand diesen Job machen möchte.“ Weiter teilt er mit: „Wir müssen jetzt eine Person finden, der erstmal aufräumt und einen Kurswechsel einleitet.“ Die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern gestalte sich daher schwierig, auch für die Gemeinderatsliste. Es hätte zwar „interessante Gespräche“ gegeben, „leider haben berufliche und/oder private Gründe immer dazu geführt, dass diese Personen nicht kandidiert haben“, wie Göcer erklärt. 

In den Augen seiner Partei sieht der/die optimale Bürgermeisterkandidat/-in wie folgt aus: Er oder sie müsse „anpacken“ und „Karlsfeld verändern wollen“. Außerdem sollte die Person „nicht für die Karlsfelderinnen und Karlsfelder regieren, sondern mit den Karlsfelderinnen und Karlsfeldern. Die Person sollte eine offene und ehrliche Kommunalpolitik führen wollen“. Die SPD lege viel Wert auf Ehrlichkeit und Transparenz, betont Göcer. Davon, einen Bürgermeisterkandidaten per Stellenanzeige zu suchen, wie es die Genossen in Hebertshausen taten, sieht die SPD in Karlsfeld ab. Göcer sei optimistisch noch, eine geeignete Person für den Chefsessel im Rathaus zu finden.

AfD hält sich mit Plänen bedeckt

Der SPD sei es wichtig, den Karlsfeldern eine „echte Alternative“ zur CSU, aber auch zur AfD zu bieten, wie Göcer betont. Letztere verkündete nach ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl ihre Präsenz im Landkreis Dachau ausbauen zu wollen. Auch für Karlsfeld plante sie einen eigenständigen Ortsverein. Ob dieser in Karlsfeld tatsächlich gegründet wird, will die AfD erst Ende Oktober bekanntgeben, wie AfD-Kreisvorsitzender Dietmar Renner auf Nachfrage erklärte.

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