Ein Landwirt aus Bergkirchen hat auf einer Veranstaltung gezeigt, wie er mit innovativen Konzepten und regionalen Lösungen aktiv zum Klimaschutz beiträgt.
Bergkirchen – Wie Landwirte aktiv zum Klimaschutz beitragen können, stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung, die am Samstag auf dem Hof von Erich Oßwald in Bergkirchen stattfand. Unter dem Titel „Landwirtschaft ist Kreislaufwirtschaft und Kreislaufwirtschaft ist Klimaschutz“ diskutierten Vertreter des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und lokale Landwirte über nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden und regionale Vermarktungskonzepte.
Nach einer der Begrüßung durch den Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Simon Sedlmair stellte Erich Oßwald seinen Bauernhof vor. So baut er auf 160 Hektar Gerste, Futtermais, Kartoffeln, Zwiebeln und Zuckerrüben an. Um seinen Hof möglichst klimafreundlich zu bewirtschaften, setzt Oßwald ein eigenes Energiesparkonzept um. Mit der Abwärme seines Blockheizkraftwerks erzeugt er beispielsweise so viel Strom und Wärme, dass er damit nicht nur seinen eigenen Bedarf deckt, sondern darüber hinaus Strom ins allgemeine Netz und Wärme in das Fernwärmenetz Bergkirchen einspeisen kann. Erleichtert sei er in diesem Zusammenhang, dass die Vergütung für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz für die kommenden Jahre geregelt sei.
Wichtig ist dem Landwirt auch das Stichwort Regionalität: So stellt er beispielsweise das Futter für seine Tiere direkt auf seinem Bauernhof her. Zusätzlich vermeidet er weite Fahrtstrecken, indem er seine Tiere im lokalen Umfeld kauft, sie ortsnah schlachten lässt und eine Direktvermarktung betreibt.
Auch auf dem Acker hat sich etwas geändert: Wurden die Böden früher mit dem Pflug bearbeitet, ist heute ein Schlepper mit einem GPS-Gerät im Einsatz, mit dessen Hilfe der Dünger wesentlich genauer, nämlich „Spur an Spur“ ausgesät wird. Mit dieser Methode werden Zeit und Ressourcen eingespart und es wird laut Oßwald „nahezu hundertprozentig effizient“ gearbeitet.
Als Gastgeber ergriff auch Simon Sedlmair das Wort. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) erläuterte die Kreislaufwirtschaft am Beispiel der Tierhaltung und der Bepflanzung der Felder: So erhalten wir durch die Tierhaltung beispielsweise nicht nur Milch und Fleisch, sondern der Kot der Tiere dient auch als Dung auf den Feldern, wo wieder neue Nährstoffe produziert werden. Auch in Biogasanlagen werden Mist und tierische Ausscheidungen wiederverwertet.
Ein weiteres Anliegen ist Sedlmair der Erhalt unserer Kulturlandschaft. Gerade im Zusammenhang mit den Streuobstwiesen ist es ihm wichtig, dass die mit diesem Obst erzeugten Säfte regional an den Schulen und Kindergärten ausgeschenkt werden. Es sei falsch, nur auf das preisgünstigste Angebot zu warten. Dies „ist ein Thema, das auf politischer Ebene durchgesetzt werden muss“. Schließlich würden mit der Abgabe der Säfte in der Region auch unnötig lange Fahrtstrecken vermieden. Das Thema Regionalität gewinne in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.
Sedlmair betonte, dass „wir langfristig darauf achten müssen, dass wir die Nahrungsmittelerzeugung genauso wie die Herstellung von Arzneimitteln im Land halten sollten“. Stolz wies der Kreisobmann des BBV darauf hin, dass beispielsweise im Straßenverkehr so gut wie nichts in Sachen Umweltschutz passiert sei, wogegen die Bauern im Vergleich in den vergangenen Jahren deutschlandweit „20 Prozent Kohlenstoffdioxid eingespart haben“.
Claus Ritzi