Hörnlebahn wird saniert: Neues Gebäude im Tal steht – Bestand kommt noch an die Reihe

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Wiese verschwunden, Gebäude entstanden: Neben der Talstation wird ein Müllraum, die Werkstatt, ein Hütten- und Schlittenlager sowie Büros – auch das von Geschäftsführer Frank Peters – untergebracht. © mas

Es ist ein großes Projekt. Mit vielen einzelnen Baustellen. Die Sanierung der Hörnlebahn läuft inzwischen. Wann es mit dem Bestand weitergeht, zeigt sich demnächst. Entweder im November oder im März.

Der Kammerjäger musste kommen. Ameisen hatten das kleine Gebäude der „Lifterer“ neben der Talstation der Hörnlebahn befallen. Die Insekten gelten zwar als fleißige Arbeiter, trotzdem wollte sie auf der Baustelle niemand willkommen heißen. Stattdessen war zu verhindern, dass sie nebenan einziehen. Das scheint gelungen zu sein. Der neue Holzbau ragt inzwischen in die Höhe. Zirka 15 auf 6 Meter groß. Aus vier Räumen bestehend. Sie soll der Bahn dienen – als Büro, Werkstatt, Müllaufbewahrungsort sowie als Schlitten- und Hüttenlager. Ohne die große Krabbelei.

Frank Peters schreitet durch die noch leeren, kargen Bereiche. Leitungen wurden bereits gelegt, Anschlüsse geschaffen. Der Geschäftsführer der Schwebebahn weiß um die Vorteile der Zusatzflächen. Dadurch kann alles geordneter vonstatten gehen. Zum Beispiel den Müll abzutransportieren, das Material für die Hütte anzuliefern, die Ware kühl zwischenzulagern. „So ist alles sauber geregelt“, sagt der 58-Jährige. Für den Preis von 220.000 Euro, die Alpenvereins-Sektion beteiligt sich anteilig. Nicht die einzige Investition in die Zukunft des Unternehmens.

Wenn man halbe Sachen macht, muss man in fünf Jahren wieder ran.

Insgesamt rund 2,5 Millionen Euro kostet die Sanierung der Schwebebahn. 35 Prozent übernimmt die Regierung von Oberbayern. Die Bergstation, die neu gebaut wird, verschlingt rund 650.000 Euro, die Technik, das Herzstück der Anlage, etwa 500.000 Euro. Anfangs hatte man mit 1,85 Millionen Euro geplant. Doch Peters überprüfte bei seinem Amtsantritt die Positionen und wusste: Das reicht nicht. „Wenn man halbe Sachen macht“, betont er, „muss man in fünf Jahren wieder ran.“

Im Kopf geistert dem Geschäftsführer schon herum, noch weiteres Geld in die Hand zu nehmen. Die touristische Brille trägt der frühere Chef der Ammergauer Alpen GmbH nach wie vor. Er weiß um das Pfund, mit dem er wuchern kann. Bad Kohlgrub verfügt über die einzige Doppelsesselbahn der Welt mit Schwenksesselsystem. Ein Unikat. „Damit muss man werben.“ Auch weitere Angebote am Berg, wo ein „Wahnsinnserlebnis“ auf die Besucher wartet, würde er gerne entwickeln. Der heuer eingeführte „Sundowner“ sei gut angenommen worden. Dahinter steckt die Absicht, neue Gäste anzulocken und die Betriebstage unter der Woche zu stärken. Gelingt das, ist er überzeugt: „Man kann mit der Bahn wirtschaftlich arbeiten.“

Lieber früher starten

Aktuell liegt der Fokus aber auf der Sanierung. Der Bestand kommt an die Reihe. Im Tal wie am Berg. Wann, sollte Peters binnen der nächsten Woche erfahren. Zwei Zeitpläne gibt es. Entweder Start im November oder nach dem Fasching. Dem Geschäftsführer wäre die erste Option lieber. Weil sonst das Risiko steigt, nicht rechtzeitig fertig zu werden. Mitte Juli soll der Betrieb wieder laufen.

Sobald die Werkstatt, sie befindet sich hinterm Kassenhäuschen, verlegt wurde, wird das Niederspannungswerk saniert. Darin befinden sich zum Beispiel die Schaltkästen. Auch da muss es Verbesserungen geben. Die Leitungskapazität reicht nicht aus. Oder wie es der Geschäftsführer überspitzt ausdrückt: „Wenn man eine Bohrmaschine einschaltet, stoppt die Bahn.“ Parallel laufen die Arbeiten an der Bergstation ab. Zuvor werden noch neue Steuerungsleitungen verlegt, damit künftig die Kommunikation zwischen Berg und Tal über Glasfaserkabel und nicht mehr über Richtfunk funktioniert. Was unter anderem schon passiert: In einer Garage sind die Sessel fällig. „Viele Teile werden eins zu eins nachgebaut“, erklärt Peters. Auch sandgestrahlt werden sie beispielsweise.

Viele verschiedene Baustellen, viele kleine Nebenschauplätze beinhaltet das Millionen-Projekt. Technisch wie administrativ. „Der Aufwand ist sehr hoch.“ Der Geschäftsführer ist aber zufrieden mit der Gesamtsituation und mit seiner Mannschaft. „Das Team arbeitet gut zusammen.“

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