„Ein großer Erfolg“: Spatenstich für Haus Mehrwert in Garmisch-Partenkirchen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Garmisch-Partenkirchen

Kommentare

Beim symbolischen Spatenstich fürs Haus Mehrwert unterstützt Bürgermeisterin Elisabeth Koch (2.v.r.) die Vertreter der Bürgerstiftung (v.l.) Dr. Holger Vogelsang, Ulrich Willburger, Michael Müller, Michael Schuldes und Florian Lempert. © THOMAS SEHR

Mit dem symbolischen Spatenstich ist es offiziell: Das Haus Mehrwert an der Ferdinand-Barth-Straße nimmt Form an. Im kommenden Jahr soll das Wohnmodell für mehrere Generationen, in das die Bürgerstiftung 1,8 Millionen Euro investiert, bezugsfertig sein.

Garmisch-Partenkirchen – Wohnraum ist Mangelware in Garmisch-Partenkirchen. Vor allem bezahlbarer. Dagegen unternimmt die landkreisweit aktive Bürgerstiftung Mehrwert etwas. Beim symbolischen Spatenstich auf der Baustelle an der Ferdinand-Barth-Straße war sich auch jeder einig, dass hier gerade „eine tolle Sache“ entsteht. „Das funktioniert aber nur, weil hier alle an einem Strang ziehen“, betont Michael Müller, Vorsitzender des Stiftungsrats.

Und das von Anfang an. Daran erinnerte Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU), die das Grundstück seit ihrem Amtsantritt und auch schon vorher als Gemeinderätin im Finanzausschuss beschäftigt hatte. Bei einem Gespräch mit einer Vertreterin der Stiftung wurde die Idee geboren, es an Mehrwert zu verkaufen und so ein soziales Wohnprojekt zu realisieren. Auf dem Areal, welches das Ehepaar Luzia und Kurt Germann dem Markt geschenkt hatte, „sollte unbedingt etwas Gutes entstehen“. Für Koch war damit die Verpflichtung verbunden, dort ein soziales Projekt zu realisieren.

Fünf Wohnungen für mehrere Generationen

„Damit betreten wir Neuland“, sagt Mehrwert-Vorsitzender Ulrich Willburger. „Mit diesem Haus schaffen wir ein Wohnmodell für mehrere Generationen.“ Etwas Anderes, Neues, das es in dieser Form noch nicht in Garmisch-Partenkirchen gebe. „Ziel ist es, dass sich die künftigen Bewohner gegenseitig helfen, dass ein Miteinander entsteht.“ Fünf Wohnungen, die beiden im Erdgeschoss behindertengerecht, entstehen auf dem 520 Quadratmeter großen Gelände. Seit dieser Woche sind Andreas Gansler und sein Team von der Nikolaus Mayr Hoch- und Tiefbau GmbH in Oberammergau damit beschäftigt, den Keller zu errichten. Das Haus selbst in Holzbauweise wird voraussichtlich ab Anfang Oktober aufgestellt. „Das dauert dann ein paar Wochen“, kündigt Willburger an. Mitte 2026 soll es bezugsfertig sein.

Diese Fortschritte mitzuerleben, darauf freut sich Koch. Sie wertet es als „großen Erfolg“, dass dieses Vorhaben nun endlich realisiert wird. 1,8 Millionen Euro investiert die Stiftung in Grundstückskauf, Abriss und Bau. Zinsen spielen dabei keine Rolle: Ein Kredit wird nicht gebraucht. Es wurde über die Jahre gut gewirtschaftet, hinzu kommt die hohe Spendenbereitschaft der Bürger. Allein die Tagblatt-Weihnachtaktion 2021 und weitere zweckgebundene Spenden erbrachten für dieses Projekt rund 70 000 Euro. Hinzu kommen viele weitere Menschen, die Mehrwert unterstützen. „Das ist bei uns im Landkreis wirklich grandios“, sagt Willburger.

Vergabe-Kriterien werden noch festgelegt

Das Interesse an den Wohnungen, die zu Preisen „im unteren Bereich des Mietspiegels“ vergeben werden, sei schon jetzt groß. „Wir wollen jetzt Kriterien festlegen, wer hier zum Zug kommt“, kündigt der Vorsitzende der Stiftung an. Dafür habe sich aus den Reihen des Stiftungsrats ein qualifiziertes Gremium zusammengefunden, das sich noch in diesem Jahr an die Arbeit macht. Entscheidend für Willburger und seine Mitstreiter ist, dass das Unterstützen, das Miteinander, das Kümmern um Haus und Garten im „Mehrwert“-Haus wirklich gelebt wird. Dafür wollen sie sorgen. Anders als eine Gemeinde kann die Stiftung als Vermieter Regeln aufstellen, die über gesetzliche Verpflichtungen hinausgehen. „Wir können da Engagement einfordern.“

Wird das Bewerbungsverfahren eröffnet, werden sie in Anfragen ersticken. Der Bedarf ist enorm, „unsere Einheiten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Deshalb hofft er, dass dieses Projekt einen Prozess anstößt. Dass es einen Vorbildcharakter bekommt, das Bauträger und Investoren ermutigt, auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Auch interessant

Kommentare