Ein dickes Polster für die Tafel: Tagblatt-Leser spenden 80.000 Euro

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Der Jubel ist groß: Pfarrer Martin Dubberke (7. v. l.) und sein Team freuen sich über die Spenden für die Tafel. © Thomas Sehr

1000 Euro benötigt Pfarrer Martin Dubberke jede Woche, um einzukaufen. Lebensmittel, die nicht mehr bei der Tafel ankommen, aber dringend benötigt werden. Dafür hat das Tagblatt bei seiner Weihnachtsaktion gesammelt und mehr als 80.000 Euro eingenommen.

Garmisch-Partenkirchen – Eineinhalb sorgenfreie Jahre für die Tafel – die Leser des Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatts machen’s möglich. „Das ist ein sensationelles Ergebnis“, sagt Pfarrer Martin Dubberke angesichts von 80.647 Euro, die bei der Weihnachtsaktion auf den Konten der Bürgerstiftung Mehrwert eingegangen sind. „Großartig, ich hätte nicht mit so viel gerechnet.“ Die großzügigen Spender sorgen dafür, dass die landkreisweit gut 330 Tafel-Kunden, an denen im Schnitt drei bis vier Familienmitglieder hängen, künftig wieder voll bestückte Ausgabestellen vorfinden. Um sie alle mit dem Nötigsten für eine Woche zu versorgen, braucht Dubberke nämlich 1000 Euro zusätzlich. Nachdem die Supermärkte, die bislang größten Lieferanten für die Ausgabestellen, ihre Warenwirtschaft umgestellt haben, bleibt wesentlich weniger übrig. Die ungute Folge: „Im Vergleich zu früher haben wir nur noch ein Viertel bei der Ausgabe“, sagt der zuständige Ansprechpartner für die Tafel.

Frische Produkte fehlten zuletzt immer mehr

Durch die Spenden – darunter 10.000 Euro von der Bürgerstiftung – „können wir jetzt zukaufen, müssen niemanden heimschicken und können vielleicht auch den Aufnahmestopp lockern“, betont Dubberke. Gerade frische Produkte wie Obst und Gemüse fehlten zuletzt immer mehr. „Das ist aber wichtig für eine gesunde Ernährung.“ Folglich werden diese genau wie haltbare Waren besorgt, um den Menschen mit kleinem Geldbeutel ein ausgewogenes Angebot zu präsentieren.

Ulrich Willburger, der Vorsitzende der Bürgerstiftung, freut sich besonders über die Vielzahl an Spendern. 420 Einzelbuchungen, darunter auch kleine Beträge, sind eingegangen. „Toll, dass im Landkreis so viel Solidarität mit den Menschen herrscht, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“ Das Anliegen sei angekommen. Diese Einschätzung teilt Dubberke. „Durch die Berichterstattung war unsere Arbeit sehr präsent“, sagt er. „Es war auch für das Team gut zu spüren, dass so viele Menschen hinter unser Arbeit stehen.“ Ein weiterer Beleg dafür war, dass in dieser Zeit verstärkt Leute mit vollen Einkaufstaschen bei ihm klingelten und beispielsweise Nudeln, und Pesto abgegeben haben.

Tagblatt-Weihnachtsaktion unterstützt seit Jahren Projekte und Organisationen

Solche Rückmeldungen freuen auch Andreas Seiler. Für den stellvertretenden Redaktionsleiter und seine Mannschaft ist es jedes Jahr ein Kraftakt, die Weihnachtsaktion zu stemmen. Aber einer, den sie gerne auf sich nehmen. „Wir wollen auch etwas zurückgeben“, unterstreicht er. Deshalb unterstützt die Heimatzeitung seit Jahrzehnten ein Projekt oder eine Organisation, die landkreisweit ausstrahlt. Wie die Tafel mit ihren Ausgabestellen in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Murnau und Oberammergau. „Wir freuen uns, dass sie in den kommenden eineinhalb Jahren den Bedarf ihrer Kunden decken und entsprechend zukaufen können.“

Genau das haben Dubberke und sein Team vor. „Das Geld kommt zu 100 Prozent dem Zweck zugute, für den gespendet wurde“, versichert der evangelische Pfarrer. Also direkt den Menschen, die sich jede Woche bei der Tafel für sich und ihre Familie mit Lebensmitteln eindecken.

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