Nach dem Umzug hat die Klawotte in Unterschleißheim wieder geöffnet. Am neuen Standort ist der Andrang gewohnt groß.
Der neue Laden ist kaum offen, da strömen schon die ersten Kunden rein. Nach und nach gesellt sich Prominenz dazu. Stadträte, Bürgermeister, sogar eine Landtagsabgeordnete. Der enorme Zulauf ist Beleg für die Wertschätzung, die man „Klawotte“ entgegenbringt. Dieser Tage hat das Sozialkaufhaus der Arbeiterwohlfahrt München-Land (AWO) den neuen Standort in der Bezirksstraße in Unterschleißheim eröffnet.
Klawotte gilt nicht nur der AWO als Erfolgsgeschichte. Als Initiative der Nachbarschaftshilfe startete der erste Laden vor 16 Jahren in Riemerling, einem Ortsteil von Hohenbrunn. Inzwischen unterhält die AWO fünf Sozialkaufhäuser im Landkreis München, ein sechstes in Gauting (Kreis Starnberg).
Weiterhin garantiert günstige Preise
In Unterschleißheim gründete sich 2013 die dritte Klawotte. Aus der Landshuter Straße ist man nun in die Bezirksstraße umgezogen. Schon am Tag der Eröffnung zeichnete sich ab, dass der neue Standort funktioniert. Der Unterschleißheimer AWO-Sprecher Edward Bednarek äußerte sich erleichtert: Dank weiterhin bezahlbarer Mieten am neuen Standort sei man in der Lage, der Kundschaft weiterhin günstige Preise zu garantieren.
Das mit den Schnäppchenpreisen muss sich bereits rumgesprochen haben. Schon vor dem offiziellen Eröffnungstermin wühlen sich Kunden durch die Regale. In der Tat lohnt sich ein Besuch. Klawotte ist vom Konzept her für Bedürftige konzipiert, erläutert die Chefin aller sechs Klawotten, Angelika Martin. Leute mit Sozialbescheid zahlen 50 Prozent der ausgewiesenen Preise. Eine Jeans etwa ist für 5 bis 6 Euro zu haben. „Mit Bescheid nur die Hälfte“, sagt Martin.
Das Geld wird bei immer mehr Leuten knapp
Dass die Nachfrage nach günstigen Haushaltswaren und preiswerter Kleidung steigt, beobachtet Martin schon ein paar Jahre. „Der Anteil der Leute mit Sozialbescheid wird immer größer.“ Auch in Haushalten, die keine staatlichen Zulagen erhalten, wird das Geld knapp. „Im Sommer haben wir schon so viele Kunden bedient, wie sonst im ganzen Jahr.“
Darüber hinaus leistet Klawotte einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Kleidung, Spielwaren und Haushaltsgeräte wechseln für kleines Geld den Besitzer. Spenden, die man im Laden zu den Öffnungszeiten entgegennimmt, sollten neuwertig sein. Ein Teil der Waren geht nach Rumänien.
Beweis, „dass Nachhaltigkeit Spaß machen kann“
Bürgermeister Christoph Böck (SPD) bezeichnete Klawotte als Herzstück Unterschleißheims. Er habe sich nicht vorstellen mögen, dass das Sozialkaufhaus aus der Stadt hätte verschwinden können. Zum Start des neuen Ladens in der Bezirksstraße 21 stellte Böck der AWO seine Unterstützung in Aussicht.
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AWO-Vorstand Diana Köpper unterließ es nicht, sich bei den ehrenamtlich tätigen Helfern der Klawotte zu bedanken. 65 Ehrenamtliche sind in Unterschleißheim tätig, landkreisweit gut 220. Ohne die unentgeltliche Unterstützung der zahlreichen Helfer würde Klawotte nicht funktionieren, so Köpper.
Grüße aus dem Landkreis trug Landtagsabgeordnete Claudia Köhler (Grüne) in die Feierstunde. Das Sozialkaufhaus sei unerlässlich in der Armutsbekämpfung. Klawotte gilt ihr zudem als Beweis, „dass Nachhaltigkeit Spaß machen kann“.
Öffnungszeiten
Dienstag und Donnerstag von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie Freitag von 14 bis 17 Uhr und jeden dritten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr. Am Donnerstagnachmittag werden keine Spenden angenommen.